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Stormarn Drei-Sterne-Koch geht mit Edelstahltöpfen auf Weltreise
Lokales Stormarn Drei-Sterne-Koch geht mit Edelstahltöpfen auf Weltreise
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06:00 24.06.2019
Drei-Sterne-Koch Kevin Fehling wird an Bord der MS „Europa“ kochen. Quelle: Hapag Lloyd Cruises/hfr
Braak

Kevin Fehling ist ein Sternekoch: Nachdem er schon im „La Belle Epoque“ in Travemünde drei Sterne erkocht hatte, machte er sich 2015 mit seinem eigenen Restaurant „The Table“ in der Hamburger Hafencity selbstständig und errang erneut drei Michelin-Sterne. Im Oktober geht seine Küche auf Weltreise: Dann eröffnet Fehling, der in Braak zu Hause ist, ein Restaurant an Bord des Kreuzfahrtschiffs MS Europa - „The Globe by Kevin Fehling“.

Fehling hat schon Seemannsbeine

Auf dem Schiff ist Kevin Fehling kein Unbekannter. „Ich habe eine lange Verbindung mit Hapag-Lloyd Cruises“, erklärt Fehling. „Von 2000 bis 2003 bin ich schon einmal auf der „Europa“ mitgefahren.“ Damals war er der Salatputzer, der sich eine Kabine mit anderen teilte und sich nach oben arbeiten wollte. „Irgendwann habe ich dem Chef gesagt, dass ich mehr kann und schon in guten Restaurants gekocht habe.“ Daraufhin versetzte der ihn probeweise in das Gourmet-Restaurant an Bord, dessen Gäste von Fehlings Küche so begeistert waren, dass er mit 22 Jahren Chef des Restaurants wurde. Die Seefahrt hat er genossen. „Man ist als Mitglied der Mannschaft offiziell Seemann.“

Die Zeit an Bord sei herrlich gewesen. „Ich habe die ganze Welt gesehen und konnte oft an Land. Gerade war man noch in Chicago, dann ging es am nächsten Tag auf einen arabischen Markt oder zu einem Barbecue auf den Osterinseln.“ Dennoch wollte er das Schiff nach drei Jahren wieder verlassen. Sein Ziel sei es gewesen, einen Stern für seine Küche zu bekommen, und das gehe auf einem Schiff nicht.

Drei Sterne in Travemünde erkocht

Kevin Fehling arbeitete zunächst bei Harald Wohlfahrt in Baiersbronn und im „Wullenwever“ in Lübeck, bis er 2005 nach Travemünde ging, zehn Jahre blieb und drei Sterne errang. Doch der Wunsch nach Reisen und die Welt zu sehen, sei geblieben. „Fernweh ist wie Heimweh, nur schlimmer.“ Als die Reederei ihm anbot, das Restaurant von Dieter Müller zu übernehmen, der nach zehn Jahren aufhört, sagte er sofort zu. „Müller ist ein Spitzenkoch, der mich immer beeindruckt hat. Es ist eine Ehre, sein Nachfolger zu werden.“ Außerdem habe die Seefahrt ihn nie losgelassen. „Ich hatte auch gleich die Idee für ein neues Konzept.“

Kulinarische Weltreise

Ein Drei-Sterne-Lokal müsse nicht förmlich sein, ist Fehling überzeugt. In seinem Hamburger Restaurant – neun Monate im Voraus ausgebucht - sitzen die Gäste alle an einem Tisch und sehen in die offene Küche, und ohne gestärkte Tischdecken und gedämpfte Stimmen soll es auch im „The Globe“ zugehen. „Ich will neue Maßstäbe für den Teller setzen“, erklärt Fehling, der in seinem Bord-Restaurant eine zweite Weltreise anbieten will – Kreuzfahrt kulinarisch, sozusagen. „Das Amuse gueule soll jeden Tag das Land widerspiegeln, in dem wir gerade sind.“ 26 Gäste passen in das Restaurant, die fünf Gänge serviert bekommen, dazu ein Erfrischungstuch aus Stoff mit dem typischen Aroma des jeweiligen Reiseziels. Zitronengras in Indonesien – so will der Küchenmeister besondere Akzente setzen.

Die MS „Europa“

Die „Europaist ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Hapag-Lloyd Cruises. Sie ist das mittlerweile sechste Schiff, das diesen Namen trägt, und weltweit das einzige Kreuzfahrtschiff, das vom britischen Kreuzfahrtführer „Berlitz Complete Guide to Cruising & Cruise Ships“ zwölf Mal in Folge mit der Kategorie „5-Sterne-plus“ ausgezeichnet wurde.

20 Tage ist der Koch auf See

20 Tage im Jahr wird Fehling mit an Bord sein, auch zwischendrin gibt es Abstecher auf das Kreuzfahrtschiff. Gekocht wird von ihm und seinem Küchenpersonal, das im „The Table“ geschult wird. „Meinen jetzigen Restaurantchef habe ich vor 14 Jahren auf der Europa kennen gelernt“, sagt Fehling. „Die Zusammenarbeit funktioniert einfach gut.“ Die Menüs kocht er mit seiner Mannschaft in Hamburg vor dem Ablegen schon einige Male im Restaurant – an Bord sind sie nur zu Viert. „Vor allem die Logistik wird eine Herausforderung“, sagt Fehling, der asiatische und französische Küche mit deutscher Küche mischt. „Man muss genau wissen, wo man die Zutaten bekommt, wenn man unterwegs ist.“ Gekocht wird ein Fünf-Gänge-Menü, das jede Woche wechselt. Die erste Reise führt ins Mittelmeer. „Das wird eine außergewöhnliche Zeit in meinem Leben.“

Bettina Albrod

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