Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Drei Tage Kopierverbot an Schule
Lokales Stormarn Drei Tage Kopierverbot an Schule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:14 04.02.2019
Sieben Bargteheider Schulen haben drei Tage ohne Kopierer gearbeitet und den Stapel Papier gespart, der auf dem Tisch liegt. Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

Was wäre, wenn man drei Tage lang auf das Kopieren verzichten würde? Das haben sieben Schulen aus Bargteheide in einem Pilotprojekt vom 28. bis zum 30. Januar gemacht. Das Ergebnis ist ein Stapel aus 17 000 Blatt Papier, die eingespart werden konnten. Der Versuch fand im Rahmen des „Fifty-Fifty“-Projekts zum Klimaschutz statt. „Zum einen kann so Papier an Schulen gespart werden, zum anderen wird das Bewusstsein für Klimaschutz dadurch gefördert“, erklärte Nicola Richter, die das Projekt zusammen mit Bargteheides Klimaschutzbeauftragter Ulrike Lenz begleitet.

„Das war das erste schulübergreifende Gemeinschaftsprojekt in Bargteheide“, erklärte Ulrike Lenz. Untersuchungen hätten gezeigt: Papier ist das mit Abstand größte Abfallprodukt an Schulen. Untersuchungen des IT-Verbunds Stormarn hätten ergeben, dass in Bargteheide an den 200 Schultagen im Jahr 4,5 Millionen Kopien gemacht würden. Das entspreche – wenn man einen Prozentsatz an beidseitig bedruckten Blättern abzieht – der Höhe des 300 Meter hohen Eiffelturms. 25 000 Euro Papierkosten im Jahr und 2600 Euro Stromkosten würden damit verbraucht. „Eine Idee ist jetzt, sich als Ziel zu setzen, 25 Prozent weniger Kopien zu machen“, regte die Klimaschutzbeauftragte an. „Das wäre eine Einsparung an den Schulen von rund 7000 Euro im Jahr.“

Auf digitale Medien umgestiegen

Die Idee zu der Aktion kam aus der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. „Die kopierfreien Tage sollten nicht dazu führen, dass alle vorher schnell kopieren, was sie brauchen“ erklärte Lehrer Nils Wieckhorst. Stattdessen sei man auf das Smartboard umgestiegen und habe Unterrichtsmaterial per Mail auf die digitalen Medien geschickt. „Drei Tage sind zu wenig“, so sein Fazit, die Aktion solle besser 14 Tage lang laufen. Man habe Kopien gespart, dafür mehr mit der Hand geschrieben, lautete eine Rückmeldung von Schülern. „Man könnte Arbeitsaufträge auch an die Tafel schreiben, statt sie auf Arbeitsbögen auszuteilen“, regte eine Schülerin an. I-Pad statt Kopien oder das beidseitige Beschreiben von Bögen sowie die Weiterverwendung von Fehlkopien als Notizblätter waren weitere Anregungen aus dem Plenum. Ein Schüler sprach sich für ein Papierverbot statt ein Kopierverbot aus, um das Papiersparen noch wirkungsvoller zu machen. Voraussetzung für ein papierloses Arbeiten ist allerdings eine gute Ausstattung mit I-Pads für alle Schüler, was bisher keine Schule leisten kann.

Fifty-Fifty-Projekt

Beim Fifty-Fifty-Projekt an Schulen achten alle Personen des Schulalltags darauf, durch das Löschen von Licht, Ausschalten von Geräten, richtiges Lüften oder angepasste Beleuchtung Wärme, Licht und Elektrizität sparsam einzusetzen. Der eingesparte Betrag kommt zu 50 Prozent den Schulen in Form von Prämien zugute. Bundesweit sind derzeit rund 3500 Schulen an dem Projekt beteiligt.

Auch wenn alle Schulen Recyclingpapier nutzen, werden dafür ebenfalls Energie und Ressourcen bei der Herstellung verbraucht. „Für 500 Blatt Recyclingpapier braucht man 11 kWh Energie, 2,2 kg CO2 werden erzeugt, 2,8 Kilogramm Altpapier und 2,5 Kilogramm Holz sowie 51 Liter Wasser verbraucht“, rechnete Ulrike Lenz vor. Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht lobte die Aktion, für die auch sie Anregungen zum Papiersparen im Rathaus mitnehme. „Schon kleine Einsparungen können viel bewirken“, erklärte sie. Auch zu Hause und im Büro könne man schon mit kleinen Einsparungen zum Klimaschutz beitragen. Deshalb unterstützt die Stadt Bargteheide weiterhin das Fifty-Fifty-Projekt an den Schulen: Die Förderung ist 2018 ausgelaufen, das Projekt wird aber von der Stadt Bargteheide weiter finanziert.

Bettina Albrod

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum zweiten Mal innerhalb von zehn Tagen ist der Fahrkarten-Automat am Bahn-Haltepunkt Ahrensburg-Gartenholz aufgebrochen worden. Von den Tätern fehlt jede Spur. Der Sachschaden ist erheblich.

04.02.2019

Ein Feuer im Keller eines Zweifamilienhauses hat am Sonntagnachmittag einen Großeinsatz für die Freiwilligen Feuerwehren im Oststeinbeker Ortsteil Havighorst (Kreis Stormarn) ausgelöst. Vor allem die große Hitze und kaum Sicht im Keller hatten die Löscharbeiten erschwert.

03.02.2019

Bei einem Unfall ist am frühen Sonntagmorgen ein Autofahrer auf der Autobahn 24 bei Reinbek verletzt worden. Mit seinem Seat war er dort gegen die Mittelleitplanke geprallt.

03.02.2019