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Stormarn Oldesloer Architekt präsentiert dreieckiges Amtsgebäude
Lokales Stormarn Oldesloer Architekt präsentiert dreieckiges Amtsgebäude
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15:54 14.06.2019
Architekt Frank Prick von Wely (l.) und Bauamtsleiter Ralf Maltzahn vor dem Verwaltungsgebäude des Amtes Bad Oldesloe Land, das beim Tag der Architektur präsentiert wird. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

Drei Ecken – diese Form scheint laut klassischem Liedgut allenfalls der Hutmode vorbehalten. Der in Bad Oldesloe niedergelassene freie Architekt Frank Prick von Wely hat dagegen gezeigt, dass selbst ein seriöser Zweckbau wie der Sitz einer kommunalen Verwaltung einen so extravaganten Zuschnitt vertragen kann. Das im Februar fertiggestellte Gebäude des Amtes Bad Oldesloe-Land in der Louise-Zietz-Straße wird deshalb beim diesjährigen Tag der Architektur am Sonnabend, 16. Juni, als besonderes Beispiel gelungener Baukunst vorgestellt. Eine unabhängige Jury hat es als eines von 37 Projekten in ganz Schleswig-Holstein ausgewählt.

Akute Platznot zwang zu Neubau

„Dass wir dabei sein werden, war nahe liegend, da der Entwurf schon sehr exponiert ist“, sagt Bauamtsleiter Ralf Maltzahn. Er hat das Vorhaben von Anbeginn begleitet, wohnte den Sitzungen im Amtsausschuss bei, auf denen es im Jahr 2013 noch grundsätzlich um das Für und Wider eines Neubaus ging. Am alten Verwaltungsstandort in der Mewesstraße herrschte damals akute Platznot und das nicht nur in den Büros. Auch die Besucher mussten sich mit den beengten Verhältnissen arrangieren. Nachdem der Amtsausschuss grünes Licht gegeben hatte, konnte mit der Suche nach einem geeigneten Standort begonnen werden, was sich in Bad Oldesloe generell als sehr schwierig erweist. „Wir hatten einige Angebote geprüft. Sogar die Ladenflächenmanagerin der Stadt war involviert“, erinnert sich Maltzahn. Pläne, das alte Grundstück an der Mewesstraße zu überbauen, seien gleich ebenso verworfen worden wie das Anmieten von Räumen in der einstigen Möbelfabrik Lotus am Bahnhof oder ein Neubau am Sandkamp.

Grundstück mit witziger Form

Das recht schmale Grundstück an der Bahnlinie hinter Kaufland kam da schon eher in Betracht. Um sicher zu gehen, dass es kein Fehlkauf werden würde, musste jedoch erst geklärt werden, ob sich das Vorhaben dort überhaupt realisieren ließ. Zum Glück hatte die Amtsverwaltung mit Prick van Wely einen fachkundigen Berater an der Seite. Er war schon früh damit betraut worden, die zur Auswahl stehenden Standorte darauf hin zu untersuchen, ob genügend Platz für das geplante Bauvolumen inklusive der benötigten Parkplätze vorhanden wäre. „Das Grundstück an der Bahn fanden wir besonders gut geeignet, weil es eine relative Nähe zur Innenstadt hat und eine witzige Form“, berichtet der Architekt. Entsprechend des dreieckigen Zuschnitts entwickelte er ein Gebäudekonzept und plante zudem eine „Ausbaureserve“ ein, die vorsah, dass ein Staffelgeschoss aufgesetzt werden könnte. Diese Option wurde schon früh gezogen, da sich der Kreis noch vor dem offiziellen Baubeginn dazu entschieden hatte, die obere Etage des Gebäudes zu beziehen. „Nachträglich wäre ein Aufstocken auch zu teuer geworden, abgesehen davon, dass die Amtsmitarbeiter unter dem Lärm und Staub zu leiden gehabt hätten“, sagt Prick van Wely.

Solaranlage auf dem Dach

4,6 Millionen Euro hat der Bau des neuen Amtsgebäudes gekostet. Es verfügt über zwei Etagen plus ein Staffelgeschoss auf dem Dach. Begonnen wurde mit dem Bau am 10. Mai 2017. Der darauf folgende, stark verregnete Sommer und ein später Wintereinbruch 2018 verzögerten die Arbeiten, sodass das Gebäude erst am 25. Februar dieses Jahres bezugsfertig wurde.

 Die Nutzflächebeträgt 1950 Quadratmeter und bietet Platz für 40 Einzel- und Doppelbüros sowie Besprechungsräume. Das Staffelgeschoss wird von der Abteilung Bodenschutz der Kreisverwaltung genutzt. Auf der Dachfläche hat ein privater Investor eine Solaranlage installiert, welche die Amtsverwaltung mit regenerativer Energie versorgt.

Lichte Fassade mit Brise Soleil

Entstanden ist so ein Gebäuderiegel, der jedoch aufgrund seiner vorn spitz zulaufenden Form nicht massiv wirkt. Zur Auflockerung der Fassade trägt auch die Brise Soleil bei, ein fest montierter Sonnenschutz, der aus horizontal verlaufenden Lamellen vor einer Glasfront besteht. Er ist exakt so austariert, dass sich darunter keine Hitze anstaut. „Wir haben extra den Gebäudeteil an der Zufahrtsstraße damit bestückt, in dem sich auch die Konferenzzimmer befinden. Wenn Bürger abends zu Sitzungen kommen, sehen sie die Lichtstreifen schon von Weitem“, erklärt der Architekt.

Baubetreuung bis zur letzten Schraube

Seit 2004 ist der freie Architekt Frank Prick van Wely selbstständig. Er ist verheiratet, Vater von drei Kindern und wohnt in Travenbrück. In seinem Büro in Bad Oldesloe beschäftigt er drei Mitarbeiter.

Spezialisiert hat sich der Architekt auf kommunale Bauprojekte und größere Privatinvestitionen, wobei er das komplette Bauvorhaben von der Planung bis zur Fertigstellung betreut und überwacht. Er konzipierte beispielsweise die Erweiterung der Kita Wichtelhausen, das Feuerwehrgerätehaus in Rümpel. Zurzeit betreut er die Sanierung des alten Kontorhauses von Friedrich Bölck, das die Theodor-Storm-Schule als Verwaltungssitz nutzt. Zudem ist er damit betraut worden, den Wasserturm in Bad Segeberg zu sanieren.

Bahnlärm nicht zu hören

Statt wie früher 21 stehen den Amtsmitarbeitern nun 40 Einzel- und Doppelbüros sowie Besprechungsräume zur Verfügung. Die Räume lassen sich zudem durch Versetzen der Trennwände noch verändern. Auch die Wartezone für Besucher ist großzügiger und lichter gestaltet als am alten Standort. Dass am Tag etliche Züge auf der Rückseite des Amtsgebäudes vorüberfahren, stört offenbar niemanden. „Das ist völlig unproblematisch. Die Fenster sind schallisoliert. Man hört so gut wie nichts. Eine spezielle Lüftung sorgt für gutes Raumklima“, sagt Bauamtsleiter Maltzahn, von dessen Büro der Blick geradewegs auf die Gleise fällt. Um zu verhindern, dass sich die Vibration des Schienenstoßes auf das Gebäude überträgt, wurden die Trennwände zudem gemauert.

Besichtigt werden kann das Amtsgebäude am Sonnabend, 15. Juni, ab 10 Uhr. Der Treffpunkt ist vor dem Haupteingang.

Dorothea von Dahlen

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