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Stormarn Drugscouts wollen der Sucht vorbeugen
Lokales Stormarn Drugscouts wollen der Sucht vorbeugen
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21:39 09.07.2018
Lobten das Engagement der Jugendlichen: Juana Feistkorn-Schwiebert und Heinz Hartmann.
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Bargteheide

Der Verein Therapiehilfe und der Bereich Sekundärprävention des Kreises Stormarn bieten seit einigen Jahren das sogenannte Drugscout-Projekt an – übersetzt in etwa Fährtenleser für Drogen. Die Initiatoren gehen davon aus, dass mit dem Beginn der Pubertät der Einfluss Erwachsener auf die Jugendlichen geringer wird und sie stattdessen eher auf ihr Gleichaltrige hören wollten – auch als Miterzieher.

An vier Schulen

Die Drugscouts besuchen vier Schulen in Stormarn: die Theodor-Mommsen-Schule (Gymnasium in Bad Oldesloe), die Dietrich-Bonhoeffer- Schule (Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe in Bargteheide), die Selma-Lagerhöf-Gemeinschaftsschule in Ahrensburg und die Mühlenredder-Schule (Gemeinschaftsschule in Reinbek).

Stormarns stellvertretender Kreispräsident Heinz Hartmann bestärkte die neuen Drugscouts während der Vergabe der Urkunden darin, ihren Weg auf jeden Fall weiter zu gehen. Deshalb werde der Kreis dieses Vorhaben weiterhin unterstützen. Junge Menschen seien gerade in der heutigen Zeit immer mehr äußeren Einflüssen ausgesetzt. Dank einer besseren Prävention solle versucht werden, den Einstieg in das Suchtverhalten zu verhindern, sagte Heinz Hartmann.

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Juana Feistkorn-Schwiebert von der Therapiehilfe wies darauf hin, dass seit 2007 die Drugscouts in Stormarn ausgebildet werden. Der Kreis finanziere das Projekt, während der gemeinnützige Verein die Sachkosten übernehme. Jungen und Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren engagierten sich für das Projekt – und seit 2015 wurden sie als Drugscouts an vier Schulen ausgebildet. „Die Jugendlichen haben viel von ihrer Freizeit geopfert, um Gleichaltrige für Probleme zu sensibilisieren und ihnen die Auswege aus der Sucht aufzuzeigen“, betonte Juana Feistkorn-Schwiebert. Dieses ehrenamtliche Engagement sei unverzichtbar für die Gesellschaft.

Die jetzt geehrten Schüler absolvierten eine einjährige Ausbildung und arbeiteten anschließend an eigenen Projekten. Sie konnten sich über Suchtverhalten und dessen Folgen informieren. An der Urkundenvergabe im Bargteheider Schulforum nahmen neben Freunden und Angehörigen auch Schulleiter und weitere Lehrer teil.

Therapiehilfe-Mitarbeiter hoben hervor, dass gerade die Phase der Pubertät als Alter gelte, in dem junge Leute verstärkt die Wirkung von Rauschmittel ausprobierten. Nach aktuellen Untersuchungen sei in der Gruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen der Tabakkonsum deutlich geringer geworden als noch vor wenigen Jahren. Auch werde mittlerweile weniger Alkohol konsumiert – die Zahlen der Fälle mit so genanntem Komasaufen und einen anschließenden Krankenhausaufenthalt seien rückläufig. Auch hier zeichne sich eine positive Tendenz ab. Allerdings, so die Beobachtungen der Experten, der Konsum von Cannabis sei dagegen gestiegen.

Für die Berater der Therapiehilfe kommte es vor allem auf Beobachtungen an, die Jugendliche bei Gleichaltrigen machten. Wenn ein junger Mensch durch den starken Konsum von Alkohol oder anderen Drogen besonders auffalle, dann sollte sich ein Drugscout rasch an die Therapiehilfe wenden – dies sei ein Kern des Projektes.

Michael Thormählen