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Stormarn Durchbruch für den Autohof?
Lokales Stormarn Durchbruch für den Autohof?
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21:10 05.01.2017
Rechts der A 1 Richtung Norden möchte die WAS den Autohof erschließen, westlich der Straße könnten Windkraftanlagen entstehen. Quelle: Manfred Giese
Bad Oldesloe

Gipfeltreffen am Donnerstag in der Kreisverwaltung: Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), hatte neben Landrat Henning Görtz auch Stormarns Landespolitiker plus den CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann eingeladen, um auf die großen Verkehrsprobleme entlang der Autobahn 1 zwischen Lübeck und Hamburg hinzuweisen.

Stormarns Landespolitiker sichern Wirtschaftsförderung und Kreis Unterstützung zu.

Wichtigste Erkenntnis nach munterer anderthalbstündiger Debatte: Der seit langem geplante Autohof am Kreuz Bargteheide kann wohl gebaut werden. Dann können dort zusätzliche Stellplätze für Lastwagen entstehen. Das Projekt war in Gefahr geraten, da das Land plötzlich genau an dieser Stelle Eignungsflächen für Windkraftanlagen ausgewiesen hat.

„Das Bauleitverfahren ist angeschoben, Fachingenieure sind beauftragt, vielleicht noch dieses Jahr sollen wir Baurecht bekommen, und dann setzt uns die Landesregierung Windmühlen davor“, sagte Hinselmann. Sollten die Windpläne rechtskräftig werden, wäre der Autohof gestorben, ergänzte Landrat Henning Görtz.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat aus Reinbek wies jedoch auf das laufende Anhörungsverfahren hin und zeigte sich optimistisch, dass die betreffenden Windenergieflächen verkleinert und somit beide Projekte mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand von 400 Metern realisiert werden können.

Das wiederum ist der Kieler Landtagsopposition immer noch zu wenig. Sowohl Tobias Koch (CDU) als auch die FDP-Politiker Anita Klahn und Bernd Buchholz sind ganz gegen Windkraftanlagen in Hammoor und unterstützen die Pläne der Gemeinde Hammoor für ein 30 Hektar großes Gewerbegebiet.

Weiteres wichtiges Anliegen der WAS ist die Entschärfung der gefährlichen A-1-Anschlüsse Siek/Großhansdorf sowie Stapelfeld/Braak. Dort staut sich der Verkehr häufig auf mehreren Hundert Metern auf den Standstreifen. Hier wollen Wirtschaftsförderung, der Kreis Stormarn sowie Stormarns Landespolitiker aller Couleur gemeinsam eine Initiative beim Land starten. „Und zuvor schon mal einen Planungsprozess anschieben, um nicht mit leeren Händen dazustehen“, sagte Detlev Hinselmann.

Das Problem sei nicht das fehlende Geld, sondern die geringen Kapazitäten beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, erklärte Landrat Görtz und berichtete vom jüngsten Treffen mit den Verantwortlichen vor einigen Wochen. Auch Norbert Brackmann bestätigte, dass der Bund genügend finanzielle Mittel für Schleswig-Holstein bereithalte.

„Seit zehn Jahren ist das eine Baustelle und werden die Zuständigkeiten hin- und hergeschoben“, bemängelte Anita Klahn. „Wir wollen nicht erst auf einen schlimmen Unfall warten.“

Die Lösung des Verkehrsproblems sei auch im Interesse des Landes, ergänzte Tobias Koch. Denn das Land profitiere ja auch von der Wirtschaftskraft Stormarns. Auch einige Unternehmen sowie die Gemeinden, allen voran Stapelfeld, fordern die schnelle Erarbeitung von Konzepten.

 Markus Carstens