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Stormarn Ein Eisenbahnwaggon für das Hospiz
Lokales Stormarn Ein Eisenbahnwaggon für das Hospiz
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18:26 15.10.2019
Die Drehgestelle für den Eisenbahnwaggon sind da und lassen sich leicht schieben: Hospiz-Chefin Sabine Tiedtke (r.) und Katja Balkenhol vom Fördervereinsvorstand. Quelle: SUSANNA FOFANA
Bad Oldesloe

Im Rohbau des Hospiz-Neubaus werden gerade Kabel verlegt, damit der rund 3,5 Millionen Euro teure Neubau für den Kreis Stormarn im kommenden April öffnen kann. Sämtliche Putzarbeiten sind bereits erledigt. Für den Außenbereich werden bis Weihnachten noch riesige Teile per Kran oder Schwertransport angeliefert. Den Anfang machten am Montag zwei alte DB-Drehgestelle, im November wird ein Eisenbahnwaggon der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft Niebüll gebracht, der derzeit noch als Materiallager dient und auf Böcken steht. Zudem wird im November eine zehn Meter hohe Sumpfeiche vor das Gebäude am Bad Oldesloer Sandkamp gepflanzt.

Das stationäre Hospiz Lebensweg wächst beständig. Auch im Außenbereich tut sich etwas.

Die Kontakte für die Spenden von Bundesbahn und NEG-Niebüll hatte einer der mittlerweile vielen Ehrenamtler des Vereins Lebensweg Stormarn geknüpft, Ingenieur Thomas Hemsing aus Bargfeld-Stegen. Mit einem gelben Kran wurden die 1,5 Tonnen schweren Drehgestelle morgens angeliefert und aufs Industriegleis gesetzt. Per Schwertransporter folgt nächsten Monat der mehr als 20 Tonnen schwere und rund 20 Meter lange Waggon der Baureihe 628.

Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen im Waggon

„Er ist wirklich noch gut erhalten und für die Arbeit, die wir damit machen wollen, gut geeignet“, sagt Lebensweg-Chefin Sabine Tiedtke. Gedacht ist der ausgeschlachtete ehemalige Regionalwaggon mit dem kleinen Fahrerstand und den vier Abteilen für die spätere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das erste Projekt wird eine passende Spray-Aktion sein. Spenden für Transport und Innenausbau sind willkommen.

Der Bau-Waggon soll links vom Hospiz-Gebäude seinen endgültigen Standort erhalten und Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich kreativ mit den Themen Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Und so – räumlich getrennt vom Hospiz – das Tabu-Thema in das Leben von Kindern und Jugendlichen bringen.

Die Sumpfeiche sieht aus wie das Lebensweg-Logo

Im November ist dann auch rund um die Anlieferung der 35 Jahre alten Sumpfeiche, die eine Baumschule aus Hamburg spendet, eine Pflanzaktion geplant. Die Eiche selbst ist vier Tonnen schwer. Sabine Tiedtke durfte sie selbst aussuchen und fühlte sich von genau dem Baum angesprochen, der nun zum Oldesloer Sandkamp umgepflanzt wird. „Ich bin gespannt“, sagt Sabine Tiedtke. „Er sieht echt aus, wie unser Baum, unser Logo.“ Zwei Säulen-Eichen sind zudem als „Wächter“ am Grundstückseingang geplant.

Schon ausgesucht sind die drei Alpakas, mit denen die Hospiz-Gäste später spazieren gehen können. Sie wurden nach ihrem Charakter und der Eignung als Therapietiere ausgewählt. „Cremchen“ ist weiß, „Enjo“ hellbraun und „Bernd“ dunkelbraun. Ehrenamtler, die Lust haben, mit Tieren zu arbeiten, werden sich um die robusten Alpakas, die im Winter einen offenen Stall bekommen, kümmern.

Sabine Tiedtke kommt alles immer noch unwirklich vor

„Mir kommt es immer noch total unwirklich vor, dass meine Idee real wird“, betont Tiedtke bei einem Rundgang durch das Gebäude. Vor zehn Jahren hatte sie bei einem Spaziergang durchs Oldesloer Naturschutzgebiet Brennermoor mit ihrem Mann über ihre Vision gesprochen. Damals habe er sich dann schließlich auch vorstellen können, dass sie ihr Ziel erreichen wird.

2013 wurde der Verein Lebensweg mit 26 Mitgliedern gegründet. Mittlerweile zählt er mehr als 300 Mitglieder, sind Sparkassenstiftung, Kreis Stormarn, Politiker und ein ganzes Netzwerk mit im Boot. Mitsamt Schirmherr, Schauspieler und Regisseur Detlev Buck, der von dem Stormarner Hospiz-Projekt gerne mal unterwegs berichtet.

Jetzt wird das Personal für das Oldesloer Hospiz-Team gesucht

Nun geht es bereits an die Personalsuche. 40 bezahlte Stellen wird es wegen der vielen Teilzeitkräfte geben. Zudem arbeiten etliche Ehrenamtler auf Dauer mit. Zum Beispiel auch am Empfangstresen. Draußen wird es unter anderem einen kleinen Kräutergarten geben und Apfelbäume – mit einem Direktzugang zur Küche. Oben auf der Dachterrasse, wo schon der Bodendecker gepflanzt ist, wird ein Bienenvolk später sein Zuhause bekommen, ist eine Sonnenecke mit Strandkorb gen Süden und mit Blick ins Grüne eingeplant.

Am Sonnabend, 19. Oktober, 11 bis 17 Uhr, beim „bunten Tag über das Leben rund ums Sterben“ auf dem Oldesloer Friedhof wird es die neue Broschüre „Leben bis zuletzt“ geben. Sie stellt sämtliche Stormarner Hospiz-und Palliativangebote vor. Das Palliativnetz Travebogen hat sein Büro im künftigen stationären Hospiz Lebensweg. Derzeit gibt es in Schleswig-Holstein sechs stationäre Hospize mit 66 Plätzen. Die Anzahl der Plätze soll sich in den nächsten Jahren verdoppeln. Das Hospiz in Bad Oldesloe wird wohl das Erste von ihnen sein, das in Betrieb geht.

Infos: www.lebensweg-stormarn.de

Zum Thema:

https://www.ln-online.de/Lokales/Stormarn/Richtfest-fuer-Oldesloer-Hospiz

https://www.ln-online.de/Lokales/Stormarn/Land-foerdert-Oldesloer-Hospiz-mit-360-000-Euro

https://www.ln-online.de/Lokales/Stormarn/Die-Hospiz-Anfaenge

https://www.ln-online.de/Lokales/Stormarn/Der-Grundstein-fuer-das-Hospiz-in-Bad-Oldesloe-ist-gelegt

Von Susanna Fofana

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