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Stormarn Ein Gespenst spukt im Maislabyrinth
Lokales Stormarn Ein Gespenst spukt im Maislabyrinth
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14:20 30.07.2019
Mathias Arp schleicht als Gevatter Tod durch den Mais. Quelle: Bettina Albrod
Jersbek

Mathias Arp ist der letzte Schrei, und oft auch der erste: Immer, wenn das Maisgespenst im Jersbeker Labyrinth aus den Pflanzen auftaucht, bekommen die Besucher einen Schreck. Gleichzeitig ist er der Hit, und vor allem Kinder sind ihm immer auf der Spur. Jeden Sonntag spukt Arp als Gevatter Tod im Maislabyrinth herum und lebt damit sein Hobby aus, denn Arp ist Mitglied im Erschrecker-Trupp „Scream Team“.

„Das Herumspuken und Erschrecken machen Spaß“, erläutert der Hamburger seinen Job, während er sein Gesicht in der Garderobe totenbleich schminkt. In der Ecke lehnt eine rostige Sense und aus einer Tüte ragen knochige Handschuhe – gruselige Utensilien eines Jobs, der ihn in verschiedene Vergnügungsparks und unter anderem auf den Hamburger Sommer-Dom führt. „Dort spuke ich derzeit in einer Geisterbahn.“ Vergangenes Jahr hat das Fernsehen einen Beitrag über das Scream-Team gedreht, und seitdem nehmen die Aufträge zu. „Firmenfeiern, Studentenpartys – das Angebot ist breit gefächert“, sagt Arp. Er lächelt und zeigt dabei braun gefärbte Zähne – Gevatter Tod hat keine Zeit für den Zahnarzt.

Gespenst seit sieben Jahren

Den Job im Maislabyrinth von Karsten Eggert macht Arp schon seit sieben Jahren. „Ich bin an der frischen Luft, habe viel Bewegung, und es ist ein Ausgleich zu meinem Schreibtischjob.“ Der Informatiker hat bei der Kostümierung freie Hand und derer sogar drei, denn auf dem Tisch liegt noch ein abgetrennter Arm. „Mein Outfit muss nur zum Motto des Labyrinths passen.“ In diesem Jahr ist dort alles zum Totlachen, weil es um Comedy geht, und deshalb wandelt Arp mit schwarzem Flatter-Umhang und Sense als Gevatter Tod durch die Wege. Allzu erschreckend will er trotzdem nicht sein: Die rote Nase erinnert an einen Clown, und das Kunstblut bleibt zuhause. „Es geht auch blutiger, aber das ist nicht Sinn der Sache. Die Kinder sollen keine Angst bekommen“, erklärt Arp, „es soll eher ein unterhaltsames Maisgespenst sein, das auch mal lustig ist. Es geht um ein familienfreundliches Erschrecken.“

Mathias Arp gehört zum "Scream Team" und tritt auch auf dem Hamburger Sommer-Dom auf. Quelle: Bettina Albrod

Arp greift in den Schminkkoffer. „Ich habe mehr Schminkutensilien als meine Frau“, sagt er und zeichnet sich eine Narbe ins Gesicht. Das Make Up muss sitzen, vor allem, wenn es so heiß ist, dass auch der Tod sich fast zu Tode schwitzt. Wenn sich die Leute verlaufen haben, ist er es, der ihnen den rechten Weg weisen kann, und häufig kommt es vor, dass Kinder sich gezielt auf die Suche nach ihm machen. „Dann stehen einige auf dem Aussichtsturm und geben den anderen Anweisungen, wo ich bin. Das finden sie alles sehr aufregend. Da fühle ich mich wie ein Rattenfänger.“ Ruth und Marco Schöning aus Bargteheide waren schon im Vorjahr hier. „Das ist eine Superidee“, loben sie das Labyrinth. Ihre Töchter Marie und Lea sind dabei, und ein bisschen gruselig finden sie die Figur dann doch, bis Arp den Mund aufmacht. „Wir wussten gar nicht, dass sonntags das Gespenst umgeht“, sagt Ruth Schöning.

Ruth und Marco Schöning sind vom Mais begeistert und mit ihren Töchtern Marie und Lea schon das zweite Jahr da. Hinten schleicht sich Mathias Arp an. Quelle: Bettina Albrod

Im Mais lauert es in kleinen Sackgassen und schleicht sich an, wenn jemand kommt. „Endlich hat das Kind Sie gefunden“, wird er da auch schon mal begrüßt. „Meine zweite Aufgabe ist es, auf das Feld aufzupassen, damit niemand durch die Pflanzen läuft und das Labyrinth beschädigt“, erklärt Arp. Nach sieben Jahren Spuken im Mais hat Mathias Arp schon eine Fan-Gemeinde. Manchmal überrascht er im Feld einen Hasen, der sich dann wirklich erschreckt, ansonsten ist er eher Maskottchen als Touristenschreck. „Am Ende der Saison, am 27. und 28. September, ist Gruselnacht im Maisfeld“, kündigt Arp an. Dann wird es wirklich unheimlich, denn das Scream Team erscheint mit acht Leuten, die schocken wollen und das Maislabyrinth in eine Geisterbahn verwandeln.

Comedy als Thema

Ansonsten wird in diesem Jahr im Mais vor allem gelacht: Das Laby-Rind, wie Eggert seinen Nature-Escape-Room nennt, hat das Thema Kuh und Comedy, und beides begegnet einem an der Kuh-Bar Libre und bei der Kuh-Medy auf der Maisfeldbühne. Die wird am 3. August, am 25. August und am 17. September mit Comedy-Shows bespielt. Piero Masztalerz, dessen künstlerische Handschrift man von „Frühstück bei Stefanie“ kennt, hat den Irrgarten mit Cartoons ausgestattet.

Das Maislabyrinth 2019 steht unter dem Motto Comedy. Quelle: Jürgen Müller

Eggert bietet seit 20 Jahren Maisfeld-Labyrinthe in Stormarn an. Auf der Fläche lassen ungefähr 600000 Maisstauden, sechs Kilometer Wege und die Plätze das individuelle Bild des Labyrinths, das Karsten Eggert sich jedes Jahr neu ausdenkt, entstehen. Darin werden Bühne, Strandbar und Bistro sowie Aussichtsturm aufgebaut. Das Labyrinth bietet einen idyllischen Platz mit Bar und Grill. Neben Spazier- und Rätselspaß gibt es viele Spiele in riesigen Formaten wie Jenga, Vier-Gewinnt, Schach, Mühle, Hufeisenwerfen und mehr.

Öffnungszeiten

Das Labyrinth ist vom 20. Juli bis 29. September geöffnet. Einlass ist während der Ferien: Mo., Di., Mi., Do. + So. 10 Uhr - 22 Uhr und Fr. + Sa. 10 Uhr - 24 Uhr. Außerhalb der Ferien (ab 12.8.): Mo. - Fr. ab 14 Uhr und Sa. + So. bleibt 10 Uhr.

Erwachsene zahlen 9 Euro für die Tageskarte und Kinder 7 Euro. Zur Veranstaltungseinrichtung gehören stets gepflegte sanitäre Räume für Damen/Herren.

Sonnabends kann man im Dunkeln in den Mais, sonntags sorgt „Horrible Horsch“ auf der Bühne für Zauber und Unterhaltung. Am Dienstag, 17. September, um 19.30 Uhr gibt es die „Live Cartoon Show – Piero Masztalerz und Freunde” – dann präsentiert Masztalerz seine Live Cartoon Show, mit der er durch ganz Deutschland tourt. Er spricht mit seinen Figuren auf der Leinwand und die Antworten seiner Charaktere sind saukomisch.

Bettina Albrod

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