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Stormarn Ein Meisterbrief in Gold
Lokales Stormarn Ein Meisterbrief in Gold
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20:10 19.07.2018
Sohn Olaf Göttsche, Jubilar Udo Göttsche (Mitte) und seine Ehefrau Siegrid, die gute Seele der Firma. Das Unternehmen besteht seit 50 Jahren. Quelle: Foto: Jens Burmester
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Feldhorst

Die Freude über den goldenen Meisterbrief wurde ein wenig getrübt, denn die Handwerkskammer in Lübeck steckte die Urkunde in eine schnöde Papprolle und schickte sie mit der Post. „Das ist eine durchaus übliche Methode. Wir können nicht zu jedem Handwerksbetrieb fahren, und persönlich gratulieren. Das ist nicht zu schaffen. Und im Übrigen ist ja auch ein persönliches Anschreiben dabei“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer in Lübeck, Andreas Katschke.

Fast ist es Udo Göttsche schon etwas peinlich, über seine lange Karriere zu erzählen. Der 78-Jährige kam im zarten Alter von fünf Jahren nach Nordstormarn. In Feldhorst fand er schließlich seine Heimat und heiratete seine Frau Siegrid (78), die den Betrieb, den Udo Göttsche nur sechs Tage nach seiner Meisterprüfung gründete, mit ihm gemeinsam führte. „Sie ist noch heute die gute Seele der Firma, so wie von Anfang an“, sagt Göttsche liebevoll.

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Die Firma existiert noch immer, allerdings ist längst Sohn Olaf in die Fußstapfen seines Vaters getreten, hat auch seinen Meister gemacht und beschäftigt einen Gesellen, der schon lange für den Betrieb arbeitet. „Mein Mann ist nach wie vor Gesellschafter und Geschäftsführer, hält die Hälfte der Firma, die andere Hälfte gehört schon unserem Sohn“, erzählt Siegrid Göttsche.

Sie selbst führt immer noch die Bücher. Gern erinnert sie sich an die Zeiten zurück, da ihr Mann auch noch unterwegs war und Tag für Tag Fußböden und Wände mit Fliesen beklebt hatte. „Er war sogar zweimal in den USA, hat dort jeweils einen größeren Auftrag gehabt“, sagt sie stolz.

Im Alter von 63 Jahren hat Udo Göttsche offiziell die Kelle beiseite gelegt. Er habe immer ohne Knieschützer gearbeitet, habe bis heute weder Knie- noch Rückenprobleme, sagt er. Heute kümmert sich der gebürtige Ludwigsluster hauptsächlich um seinen Garten – und bei der Kaffeepause darf eine Zigarette nicht fehlen.

Jens Burmester