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Stormarn Ein Schutzraum mit vielen Möglichkeiten
Lokales Stormarn Ein Schutzraum mit vielen Möglichkeiten
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19:26 04.09.2015
Axel Richter hat ein Baumhaus neben dem Café gebaut, in dem nicht nur Pilger eine Herberge finden. Quelle: ba
Ammersbek

„Viele Besucher halten die für echt“, hat Axel Richter, Leiter des Kunsthauses am Schüberg, die Erfahrung gemacht. „Kunst irritiert und regt zum Nachdenken an, wer hierher kommt, beginnt eine innere Reise.“ Die hat mit Skulpturen-Park, Bienenweide, einem Baumhaus, dem Seminarhaus mit Kreuzgang-Galerie und Innenhof, dem Kräutergarten, dem literarischen Friedhof oder der Café-Bar im Haus viele Stationen, denn Kunst, Einkehr, Bildung und Natur sind in Ammersbek eng vermischt.

„Wer hierher kommt, braucht einen Mittelpunkt“, findet Axel Richter. Den gibt es im Haus, dessen Träger der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Hamburg-Ost ist, seit 15 Jahren mit einer Café-Bar, in der man sich selbst an einem großen Automaten bedient. „Ich träume noch von Butterkuchen“, sagt Richter, „den gibt es bislang nur, wenn man sich vorher anmeldet.“ Und irgendwann möchte er auch einen Biergarten haben.

Bis dahin gibt es zum Kaffee vor allem Eindrücke, denn Sitzplätze ziehen sich vom Haus über die Terrasse durch den Park bis zum neu angelegten Kräutergarten. Es duftet nach Thymian und Minze, und im verglasten Kräuterhaus warten Kräuter-Büschel an der Decke darauf, in der Küche verarbeitet zu werden. In der wird auch der Honig geschleudert, der auf den Wiesen rund ums Haus gesammelt wird. Beim Honig, so Richter, hat sich der Kreislauf geschlossen: „Der kommt von den Bienen hier und wird von den Imkern geschleudert.“ Der Kaffee wird fair gehandelt und kann jetzt auch mit Blick auf ein Baumhaus genossen werden. „Damit wird der alte Gedanke der Pilger-Herberge bedient“, erläutert Richter, der das Baumhaus mit zwei Betten und kleiner Küche gebaut hat. Auf der Terrasse darunter lädt ein riesiger Holztisch zum gemeinsamen Tafeln ein.

Das Kunsthaus am Schüberg ist modernes Kloster, Galerie, Bildungsstätte und Begegnungsort, in dem Geistliches und Kunst gemeinsam Platz haben. „Im Hof gibt es einen Raum, den jeder zur Besinnung nutzen kann“, so Richter weiter. „Der Raum gibt nichts vor, je nach Bedarf kann man sich Kerzen oder Klangschalen mitnehmen.“ In die andere Richtung erstreckt sich eine riesige Obstwiese, die seit kurzem zum Haus, das energieeffizient gebaut ist, dazu gehört. „Hier wird ein Erfahrungsfeld als außerschulischer Lernort eingerichtet“, kündigt Axel Richter an. Schüler sollen demnächst in der Natur lernen und arbeiten, ein Konzept dafür wird gerade entwickelt. „Das hier ist ein offener und einladender Ort“, beschreibt Axel Richter das Kunsthaus, „ein Schutzraum mit vielen Möglichkeiten.“

Geöffnet hat das Kunsthaus am Schüberg in Ammersbek an jedem Tag der Woche von 10 bis 18 Uhr.





Hofcafés und
Bauernläden
Ausflugstipp: Radwandern zu Eisvogel und Himmelsziege
In Quellental, Moor und Brook erlebt man ein Stück ursprünglicher Natur und trifft auf seltene Tiere und Pflanzen. Der Weg führt auf schmalen Straßen und Radwanderwegen durch die Walddörfer im Nordosten von Hamburg und durch Naturschutzgebiete.
Vom U-Bahnhof Hoisbüttel gelangt man über kleine Straßen durch die sogenannten Walddörfer im Nordosten von Hamburg zum Naturschutzgebiet Rodenbeker Quellental am Oberlauf der Alster. Ein kleines Stück bergan muss man schon kräftig in die Pedale treten, um den eiszeitlichen Grundmoränenzug im Sarenweg von der Brücke über die Alster an der Straße Trillup zu erklimmen. In den Uferböschungen brütet der Eisvogel.
Weiter geht es durch Haselhohlwege im Olenreem und durch Hamburger Wohngebiete bis zum Naturschutzgebiet Wittmoor, einem Hochmoor, das noch bis in die 1950er Jahre zur Torfgewinnung genutzt wurde. Heute finden sich im renaturierten Wittmoor wieder typische Hochmoorpflanzen. Auch viele Falter und Frösche, Kreuzottern und Mooreidechsen sowie die beim Balzflug meckernde Bekassine, daher auch Himmelsziege genannt, bewohnen das Moor.
Über den Mesterbrookweg gelangt man nach Duvenstedt. In den ausgedehnten und urwüchsigen Naturschutzgebieten Duvenstedter und Hansdorfer Brook empfängt einen ein moosgrün-graues Farbenspiel aus Gräsern, weiß-schwarzen Birkenstämmen und verwunschenen Eichen. Über den Bunsbach hinweg führt der Weg nach Bünningstedt und zu den Bredenbeker Teichen, wo ein Sprung ins Wasser des Freibades oder ein Besuch im Skulpturenpark am Haus am Schüberg lockt.
• Info:
www.tourismus-stormarn.de

Bettina Albrod

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