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Stormarn Dreieinhalb Jahre Haft für Einbrecher
Lokales Stormarn Dreieinhalb Jahre Haft für Einbrecher
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17:32 10.04.2019
Der Prozess fand vor dem Amtsgericht Lübeck statt.  Quelle: mc
Bad Oldesloe

Die anderen Delikte konnte ihm das Lübecker Amtsgericht nicht zweifelsfrei nachweisen.

Die Vorgeschichte

Herbst 2017: Der 26-jährige Leo M. lebt mit Frau und Kind in Albanien. Sie ist Friseurin, er verdingt sich als Kellner oder Hilfskoch. Gewisse Kontakte bringen ihn dazu, mit einem Kumpel per Bus nach Deutschland zu fahren. Vor Gericht sagte er, er wollte in Hamburg Arbeit suchen, um seiner Familie irgendwann ein besseres Leben bieten zu können.

Allerdings konnte der Angeklagte das kaum glaubhaft belegen, seine Bemühungen diesbezüglich hielten sich stark in Grenzen. Stattdessen war er wohl engagiert worden, innerhalb kürzester Zeit mit mehreren Wohnungseinbrüchen zu viel Geld zu kommen.

Angeklagt war er jetzt wegen acht Taten zwischen dem 29. September und dem 8. Oktober 2017 in Ammersbek, Elmenhorst, Bargfeld-Stegen, Bargteheide und Tremsbüttel. Er und sein Kumpel, der von den Ermittlungsbehörden gesondert verfolgt wird, sollen dabei mit viel krimineller Energie eingebrochen sein, alles durchwühlt und Wertgegenstände in Höhe von insgesamt mehr als 30.000 Euro erbeutet haben.

In mehreren Fällen waren auch wertvolle Erbstücke wie Taschenuhren oder Perlenketten darunter. Die meisten Dinge sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Selbst vor einem Kinderzimmer machten die Diebe nicht halt, guckten in jedes Döschen und jede kleine Schachtel.

Die erste Verurteilung

Erwischt wurde das kriminelle Duo zunächst nicht. Die Polizei nahm Leo M. und seinen Komplizen jedoch wegen eines anderen Einbruchs am 11. Oktober in Delingsdorf fest, also kurz nach den anderen Taten und ebenfalls bei Bargteheide. Dort entwendeten sie nicht nur wertvollen Schmuck, sondern auch etwa 1000 Euro in bar, knackten zudem ein Sparschwein mit 346 Euro.

Noch am gleichen Tag klickten die Handschellen, beide kamen in Untersuchungshaft und wurden im Januar 2018 vom Amtsgericht Lübeck zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Ausgesetzt wurde diese zur Bewährung, beide mussten jedoch das Land verlassen unter der Bedingung, nie wieder nach Deutschland einzureisen. Schon am nächsten Morgen hob der Flieger Richtung Albanien ab.

Der zweite Prozess

Im Laufe der weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei Ahrensburg verdichteten sich die Hinweise, dass die beiden Albaner noch für mehr Einbrüche verantwortlich sind. Um Leo M. erneut vor Gericht stellen zu können, wurde ein europäischer Haftbefehl ausgestellt. Am 20. Oktober 2018 wurde dieser schließlich vollstreckt, als der heute 28-Jährige gerade die albanisch-griechische Grenze überqueren wollte.

„Ich wollte für 20 Tage in Griechenland auf dem Feld arbeiten, wollte Orangen pflücken“, ließ er vor Gericht über seine Dolmetscherin mitteilen. Dazu kam es nicht. Der Angeklagte saß erst einen Monat in Auslieferungshaft in Griechenland, wurde dann nach Deutschland überstellt.

Das Urteil

In der Hauptverhandlung wurden jetzt diverse Zeugen gehört: Polizisten, Einbruchsopfer und Bekannte des Angeklagten. Er selbst hatte nur einen versuchten Einbruch zugegeben. So blieben am Ende nur drei Taten, die Leo M. zugeordnet werden konnten, zwei auch nur über Indizien – unter anderem in Form eines Schraubendrehers mit der DNA des Angeklagten.

Seine Verteidigerin sah ihn dadurch noch lange nicht überführt, war damit jedoch nicht erfolgreich. „Ihr Auftritt hat uns hier überhaupt überzeugt“, sagte Richterin Ulrike Prahl, der zwei Schöffen zur Seite standen, in Richtung des Angeklagten. „Sie konnten nicht konkret schildern, was Sie hier wollten. Sie sind eingereist, um Wohnungseinbruch-Diebstähle zu begehen. Auch nach einem gescheiterten Versuch haben Sie mit ungebremster Energie weitergemacht, um maximale Beute zu erzielen.“

Ähnlich hatte sich zuvor auch Staatsanwalt Martin Peterlein geäußert. Er sprach von einer hohen kriminellen Energie sowie einer professionellen Vorgehensweise und verwies zudem auf die längerfristigen psychischen Belastungen auf Seiten der Einbruchsopfer.

Auch Richterin Prahl nahm diesen letzten Aspekt in ihre Urteilsbegründung auf. „Es ist nicht nur ein hoher Schaden entstanden, einige Betroffene leiden immer noch unter den schwerwiegenden Folgen.“ Einige Opfer berichteten, dass sie auch heute noch zu Hause vor allem abends ein mulmiges Gefühl bekommen.

Markus Carstens

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