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Stormarn Einsatzkräfte üben: Zahlreiche Verletzte im Lidl-Zentrallager
Lokales Stormarn Einsatzkräfte üben: Zahlreiche Verletzte im Lidl-Zentrallager
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11:26 27.04.2014
An der Sammelstelle wurden die Patienten zunächst untersucht, dann nach einer kurzen Behandlung vor Ort abtransportiert
An der Sammelstelle wurden die Patienten zunächst untersucht, dann nach einer kurzen Behandlung vor Ort abtransportiert Quelle: jeb
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Siek

Das Szenario hatte sich Übungsleiter Holger Wollmer, Gemeindewehrführer der Feuerwehr Siek, ausgedacht: Durch ein Feuer ist im Maschinenraum und in der Warenannahme eine starke Rauchentwicklung entstanden. Die Sprinkleranlage hat das Feuer im Maschinenraum gelöscht. Ob in der Warenannahme ein Feuer ist, ist nicht bekannt. Der Betriebsleiter hat das Gebäude geräumt, allerdings fehlen acht Mitarbeiter. Zudem hat der Betriebsleiter vom Hausmeister gehört, dass es stark nach Ammoniak riechen soll.

Wenige Minuten nach dem Alarm für die Feuerwehren Siek, Meilsdorf, Braak und den Löschzug Gefhargut (LZG), dem hauptamtlichen Rettungsdienst (RVS) sowie dem ASB mit den Einheiten der Schnellen Einsatzgruppe (SEG) trifft die Freiwillige Feuerwehr Siek am Einsatzort ein. Ortswehrführer Kai-Willi Bredenkamp lässt den Bereich zunächst weiträumig absperren, lässt einen Trupp unter Atemschutz nach dem Hausmeister suchen. Gleichzeitig richtet er einen Einsatzabschnitt für den Rettungsdienst und den LZG ein. Inwischen sind auch die Wehren aus Meilsdorf und Braak eingetroffen. Sie übernehmen den Einsatzabschnitt zwei, „Wareneingang“.

Plötzlich dröhnt der Notruf : "Mayday Mayday Mayday" aus den Lautsprechern der Funkgeräte. Offenbar haben sich Einsatzkräfte der Feuerwehr im Innern des Gebäudes verletzt. Auch aus den übrigen Räumen des Lagers sind Notrufe zu hören. Die Feuerwehrmänner haben die acht vermissten Mitarbeiter, zum Teil mit schweren Verletzungen, gefunden. In einer aufwändigen Aktion werden die Verletzten ins Freie gebracht und an die inzwischen zahlreichen Rettungsdienstkräfte übergeben.

Parallel dazu machen sich die Spezialisten des LZG in Chemikalienschutzanzügen daran, das Leck an der Kälteanlage abzudichten und das ausgelaufene Ammoniak aufzufangen.

Spezialisten des Löschzug Gefahrgut (LZG) fangen das ausgelaufene Ammoniak auf und dichten die Kälteanlage ab. Nebenher wurden auch einzelne Feuerwehrmänner aus dem Gefahrenbreich gerettet und dabei über die Außentreppe aus dem zweiten Obergeschoss nach unten zur Verletztensammelstelle gebracht.

Am Ende zeigten sich die Verantwortlichen mehr als zufrieden. „Zu Beginn war es etwas chaotisch, aber dann hat sich das schnell eingepegelt und die Einsatzkräfte haben ihre Aufgaben gut abgearbeitet“, erklärte Gemeindwehrführer Wollmer. Zufrieden zeigte sich auch der Zuführer des Löschzug Gefahrgut, Claus Havemann: „Ich habe das hier ja nur beobachtet und muss sagen, das Zusammenspiel der einzelnen Einheiten hat gut funktioniert. Das freut mich besonders im Bezug auf die RVS-Mitarbeiter, die noch in der Ausbildung sind. Die haben das gut gemacht.“ 

jeb