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Stormarn Feierliche Einschreibung in die Handwerksrolle
Lokales Stormarn Feierliche Einschreibung in die Handwerksrolle
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09:33 27.09.2019
Die Stormarnhalle war gut gefüllt. Alle warteten gespannt auf die eigentliche Einschreibungszeremonie, hier vorn die Zimmerleute. Quelle: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

„Die Welt war noch nie so unfertig. Verleih ihr Glanz. Bring sie in Schwung. Am Anfang gab es Himmel und Erde – den Rest haben wir gemacht. Das Handwerk“, war auf den Plakaten in der Stormarnhalle zu lesen. „Ich repariere keine Motoren, ich lasse Herzen höher schlagen“ stand auf dem T-Shirt der Kfz-Mechatroniker, „Wir schalten den Strom ab, aber auch wieder an“ auf dem der Elektroniker. Alles Werbung für handwerkliche Berufe.

442 Ausbildungsanfänger, 12 Prozent mehr als im Vorjahr

Dass diese auch Erfolg hat, zeigte sich jetzt bei der sechsten Einschreibungsfeier der Auszubildenden des Handwerks im Kreis Stormarn in der Stormarnhalle. „442 Ausbildungsanfänger aus über 200 Betrieben haben wir in diesem Jahr, das sind wieder zwölf Prozent mehr als 2018“, verkündete Kreishandwerksmeister Björn Felder freudestrahlend in seiner Rede.

Bereits zum sechsten Mal richtete die Kreishandwerkerschaft Stormarn die Einschreibungsfeier in der Stormarnhalle aus. Über 250 Lehranfänger schrieben sich dabei in die Handwerksladen ein.

Mehr als 250 von ihnen nahmen an der feierlichen Veranstaltung teil und marschierten zu stimmungsvoller Musik gemeinsam mit ihren Obermeistern in die Halle, um sich in die Laden ihrer Handwerksinnungen einzutragen.

„Ohne Handwerk läuft bei uns nichts!“

Leider verbindet man heute mit dem Begriff Handwerk nur schwere Arbeiten und altbackene Traditionen. „Dabei muss Althergebrachtes nicht immer schlecht sein. Und die Verbindung des traditionellen Handwerks mit Tablets, 3D-Scannern und Onlinedokumentationen vermittelt Stabilität und Innovationskraft“, betont Felder weiter. Von daher müsse jetzt umgedacht werden. „Tatsächlich ist das Handwerk eine tragende Säule unseres Wirtschaftslebens. Denn: Ohne Handwerk läuft bei uns nichts“, schlägt auch Bürgermeister Jörg Lembke in die gleiche Kerbe. „Was wären wir denn ohne Friseure, Bäcker und Heizungsmonteure, um nur einige zu nennen?“ Leider sei es heutzutage so, dass jeder nur noch das Abitur machen und studieren will.

Ausbildung in diesem Jahr in 12 Gewerken

Bei der sechsten feierlichen Einschreibungs-Veranstaltung der Kreishandwerkerschaft Stormarn trugen sich über 250 Ausbildungsanfänger in die Handwerksladen von zwölf verschiedenen Gewerken ein. Die jungen Leute erlernen dabei folgende Berufe: Bäcker, Metallbauer, Kfz-Machatroniker, Anlagenmechaniker, Tischler, Zimmerer, Maurer, Elektroniker, Fliesenleger, Straßenbauer, Maler- und Lackierer und Friseur.

Noch freie Plätze

Leider gibt es in vielen Handwerksbetrieben immer noch freie Ausbildungsplätze. Wer eine handwerkliche Ausbildung absolvieren möchte, kann sich bei der Kreishandwerkerschaft Stormarn, Mommsenstraße 10, 23843 Bad Oldesloe, unter Telefon 04531-80 98-0, Telefax 04531-80 98-10 oder per E-Mail: info@handwerk-stormarn.de näher informieren. SF

„Aber tatsächlich werde ich, wenn ich in der Großstadt im Taxi unterwegs bin, nicht selten von einem Bachelor oder Master gefahren, aber noch nie von einem Meister“, macht Lembke deutlich und hofft, dass das Handwerk in Zukunft wieder mehr gewürdigt wird und seinen wahren Stellenwert findet.

„Sie haben alles richtig gemacht!“

Bereits jetzt fehlen in vielen handwerklichen Betrieben Fachkräfte und Auszubildende. „Daher ist es umso beeindruckender, wenn ich heute eine derart große Anzahl an neuen Auszubildenden sehe. Sie haben alles richtig gemacht!“, betonte Lembke.

Melina wird Elektronikerin, Johny Friseur

Nach Musik von Luisa Kummerfeld und Heiko Schmidt ging es dann an das offizielle Einschreiben: Feierlich öffneten die Obermeister ihre Laden und riefen die neuen Auszubildenden namentlich nach vorn. Eine von ihnen ist Melina Ihle. Die 19-Jährige erlernt bei der Firma Kurt Pagel GmbH in Oststeinbek den Beruf der Elektronikerin für Energie und Gebäudetechnik. „Ich fand das schon immer interessant und mochte immer am liebsten Physik“, erklärt sie ihre Berufswahl. Und Johny Merdaa eifert seiner Mutter nach, indem er den Friseurberuf ergreift. „Zudem mag ich es, mit Menschen zu kommunizieren“, erklärt der 35-jährige, der im Salon Haarmonie in Zarpen unter anderem „waschen, schneiden, föhnen und frisieren“ lernt.

Förderpreis der Otto Löw-Stiftung

Doch auch drei Handwerker, die in ihren Abschlussprüfungen besonders hervorstachen, wurden an diesem Abend besonders gewürdigt. In diesem Jahr erhielten Zimmerer Thorsten Dietze von der Firma Holzbau Gehrmann GmbH in Hoisdorf, Kfz-Mechatroniker Jan Szekendy von Auto Nova GmbH in Glinde und Maurerin Sophie Marie Thiel von der vom Baugeschäft Herbert Höppner aus Rümpel den Förderpreis der Otto-Löw-Stiftung. „Eigentlich wollte ich nur ein Maurer-Praktikum machen und dann hat es mir so viel Spaß gemacht, dass ich direkt die Ausbildung angetreten habe“, so die 23-jährige aus Bad Oldesloe. Trotz „Frau im Männerberuf“ wurde sie in ihrem Betrieb von den Kollegen sofort akzeptiert und hat in ihren Lehrjahren nur positives Feedback erhalten. „Das Material zu tragen, war allerdings schon manchmal anstrengend“, schmunzelt Sophie Marie, die ihre Ausbildung um ein Jahr verkürzt und als Jahrgangsbeste in Theorie und Praxis mit der Note 1 abgeschlossen hat.    

Von Sandra Freundt

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