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Stormarn Einstige GOK-Chefin gibt ihren Laden auf
Lokales Stormarn Einstige GOK-Chefin gibt ihren Laden auf
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11:35 29.12.2018
Nach 35 Jahren zieht sich die engagierte Geschäftsfrau Eva Bruszies zurück und schließt ihren Laden in der Oldesloer Fußgängerzone. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

Eigentlich wollte Eva Bruszies ihren Laden in der Oldesloer Fußgängerzone noch zwei weitere Jahre führen. Doch es kam alles anders. Eine unter normalen Umständen gut behandelbare Erkrankung wuchs sich zu einem echten medizinischen Notfall aus. Von einer Minute auf die andere musste sie alles stehen und liegen lassen, um sich einer OP zu unterziehen. Und als wäre das noch nicht genug, traten weitere Komplikationen auf. Dass sie noch einmal mit dem Leben davon kam, war wohl einem guten Schutzengel und dem Geschick der Klinik-Ärzte zu verdanken.

Ausstieg früher als geplant

„Ich hatte wahnsinniges Glück“, sagt die Oldesloerin. Die brenzlige Situation, die letztlich zu ihren Gunsten ausging, gab ihr aber zu denken. „Aufgrund der rückläufigen Geschäfte hatte ich geplant, erst 2020 oder 2021 aufzugeben. Ich hatte mir schon einen Kopf gemacht, wer den Laden vielleicht übernehmen könnte“, erzählt die 66-Jährige. Doch die Erfahrung, wie schnell das Leben vorbei sein könne, habe sie dazu bewogen, schon im kommenden Frühjahr den Schlüssel zum B & K Baby-Paradies ein letztes Mal im Schloss zu drehen und sich stattdessen mehr der Familie zuzuwenden. „Früher habe ich immer gedacht, ich kann bis 70 arbeiten. Aber das ist vorbei“, sagt sie. Sinkende Umsätze hätten ihren Teil dazu beigetragen, dass sich das Geschäft nicht mehr lohne. „Bad Oldesloe stirbt langsam aus. Da kann ich nicht mehr gegen ankämpfen“, sagt sie.

 Erst Minimax dann Einzelhandel

Dabei hatte alles vor 35 Jahren mit viel Elan begonnen. Die gelernte Kontoristin war damals beim Feuerlöschgerätehersteller Minimax beschäftigt und zur Direktionssekretärin aufgestiegen. Sie hatte viele Jahre im Im- und Export gearbeitet und Kontakte zum Großhandel geknüpft. Da keimte in ihr der Wunsch auf, sich selbständig zu machen. Nur wenige Tage vor ihrer Hochzeit machte sie Nägel mit Köpfen und entschied sich für den Einzelhandel. In der Hindenburgstraße war ihr ein kleiner Laden ins Auge gefallen. „Den habe ich mit meinem Mann gemietet. Wir haben ihn dann um das vordere Geschäft, in dem mal ein Bäcker saß, erweitert. Nach Einführung des Euros aber haben wir uns wieder verkleinert“, erinnert sich Bruszies. „Ich war schon damals überzeugt, dass die Vermieter zu viel Geld haben wollen.“ Das Ladenlokal habe damals horrende 14 000 Mark gekostet. Insgesamt sechs Mal zog die Geschäftsfrau mit ihrem Geschäft in der Fußgängerzone um. Das Grundsortiment von Kleidung und Zubehör für Kinder und Babys blieb aber konstant. „Ich habe aber immer Wert auf Markenartikel gelegt“, erzählt Bruszies.

Streit um Parkplätze

Schon Ende der 1990er Jahre zeichnete sich allmählich ab, dass die Zeiten für den Handel nicht mehr so rosig waren. Eva Bruszies arbeitete deshalb so wie 85 weitere Mitglieder kräftig in der Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK) mit, die angetreten war, um dem Handel gegenüber der Politik eine Stimme zu geben. Damals war der Verkehrsplan der Stadt ein großes Thema. Die Händler forderten mehr Parkplätze und gar eine Öffnung von Besttorstraße und Hude für den Fahrzeugverkehr. Verkaufsoffene Sonntage als Mittel, die Binnenkonjunktur mit werbewirksamen Aktionen anzukurbeln, standen nicht in Frage. Für die Publicity der GOK sorgte ein Fähnchen. 1998 wurde Eva Bruszies zur Vorsitzenden gewählt, nachdem sie dieses Amt schon zweit Jahre lang kommissarisch innegehabt hatte.

Internet löst Shopping-Malls als Konkurrenz ab

Inzwischen sind wieder 20 Jahre vergangen und es sind nicht mehr die großen Shopping-Malls wie einst, die den Händlern der Innenstadt als Konkurrenz gegenüber stehen. „Mit dem Online-Handel können wir einfach nicht mithalten“, sagt Eva Bruszies. „Wenn es den Kindersitz im Netz günstiger gibt, weil die Absatzzahlen höher sind, haben wir Geschäftsinhaber hier keine Chance.“ Dabei müsse sie eine hohe Miete aufbringen und ständig für die Kunden präsent sein. „Du berätst sie zwei Stunden lang und dann siehst Du sie mit dem Kinderwagen rumlaufen, den sie anschließend online gekauft haben. Manche fotografieren die Artikel im Laden sogar, um sie leichter bestellen zu können“, sagt die Kauffrau verärgert.

Leih-Oma und Mandatsträgerin

Das alles bleibt ihr bald erspart. Wenn der Ausverkauf beendet ist, will sie erst einmal verreisen, mehrere Wochen Urlaub auf Mallorca machen. „Aber zu viel Freizeit ist ja auch nicht gut“, räumt Eva Bruszies ein. In ihrem neuen Lebensabschnitt will sie sich als Mandatsträgerin der FBO stärker politisch stärker engagieren und vielleicht als Leih-Oma agieren. „Ich will auf jeden Fall etwas mit Kindern machen“, sagt sie mit leuchtenden Augen.

Dorothea von Dahlen

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