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Stormarn Einweihungsfeier des Ehrenfriedhofs Klein Wesenberg
Lokales Stormarn Einweihungsfeier des Ehrenfriedhofs Klein Wesenberg
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11:01 07.09.2019
Der Ehrenfriedhof von Klein Wesenberg wurde feierlich eingeweiht. Die Bürgermeister der Gemeinden Barnitz, Groß Wesenberg, Klein Wesenberg und Westerau zerschnitten feierlich das Band. Pastor Erhard Graf sprach den Segen. V.l.:Hans-Joachim Schütt, Reinhard Dörge, Herbert David, Petra Jürß und Pastor Erhard Graf. Quelle: Britta Matzen
Klein Wesenberg

Die Gemeinden des Kirchspiels Klein Wesenberg kümmern sich schon lange um ihre Gefallenen. 1919, vor 100 Jahren, haben sich Klein Wesenberg, Barnitz, Westerau mit Trenthorst und Groß Wesenberg zusammengetan, um am höchsten Platz von Klein Wesenberg direkt neben dem Friedhof eine Gedächtnisstätte für die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten zu schaffen. Später wurde das Gedenken auch auf die im 2. Weltkrieg Gefallenen ausgedehnt. Doch der Zahn der Zeit hatte dem Ehrenfriedhof und den 180 Gedenksteinen zugesetzt, sodass sich die vier Gemeinden entschieden, die Anlage neu instand zu setzen. Jetzt wurde der Ehrenfriedhof von Klein Wesenberg neu eingeweiht und gesegnet.

41 000 Euro von Holsteins Herz

Zahlreiche Gäste waren der Einladung von Klein Wesenbergs Bürgermeister Herbert David gefolgt. Im Gemeindehaus der Kirchengemeinde hielt David eine Ansprache und bedankte sich bei allen Unterstützern. „Ohne Pastor Erhard Graf und Holsteins Herz wäre das Projekt nicht möglich geworden“, so der Bürgermeister. Die Aktivregion Holsteins Herz hatte mehr als die Hälfte der Kosten übernommen. 74 000 Euro kostete die Neugestaltung, davon übernahm Holsteins Herz 41 000 Euro.

Gute Gründe für die Förderung

Die Aktivregion Holsteins Herz unterstützt Projekte im ländlichen Raum mit Mitteln, die aus dem europäischen Landwirtschaftsfond stammen. Die Geschäftsführerin der Aktivregion Holsteins Herz, Silke Hammer, erläuterte, warum der Ehrenfriedhof finanziell unterstützt wurde:

„Durch das Projekt gelingt es, eine Gedenkstätte zu schaffen, die einige wichtige Aspekte vereint. Ein Aspekt, der uns wichtig war, war der Bildungsaspekt. Der ist zum einen durch die Beteiligung der Schüler der Beruflichen Schule Bad Oldesloe gegeben. Die Schüler haben für die Informationstafeln Inhalte recherchiert. Der Bildungsaspekt ergibt sich auch durch die zukünftige Nutzung als Lernort – lebenslanges Lernen für alle Benutzergruppen.“

Der touristische Aspekt sei ein weiterer Punkt. Der Jakobsweg werde durch den neu gestalteten Ehrenfriedhof aufgewertet. Es sei auch ein schöner Platz für Naherholungssuchende. Zudem werde der Aspekt der Barrierefreiheit gewährleistet. Und durch die Zusammenarbeit der Gemeinden, der Kirche und der Beruflichen Schule sei der Aspekt der Kooperation berücksichtigt.

Auch dem ehemaligen Leiter der Beruflichen Schule Bad Oldesloe zollte Herbert David seinen Dank. Unter der Leitung Hildebrandts hatten Schüler den Gedenksteinen ein Gesicht gegeben. Sie hatten Angehörige der Gefallenen interviewt. Ihre Ergebnisse sind an vielen Stellen der Gedenkstätte auf Schautafeln zusammengefasst. „Bei diesen Interviews ist eine große Betroffenheit bei den Jugendlichen entstanden, weil noch mal sehr deutlich geworden ist, dass viele der gefallenen Soldaten in einem Alter waren, in dem die Schüler gerade sind –18-, 19-, 20-Jährige.“

Nach der Ansprache begab sich die Gästeschar zum Ehrenfriedhof, der feierlich eingeweiht und gesegnet wurde. Die Bürgermeister von Klein Wesenberg, Barnitz, Westerau mit Trenthorst und Groß Wesenberg schnitten das Band in Schleswig-Holstein-Farben durch, Pastor Erhard Graf sprach den Segen: „Möge der dreieinige Gott diesen Ort mit seinem Segen erhalten und bewahren.“ Dazu spielte der Posaunenchor.

Nach 74 Jahren: Gedenkstein für Karl Nupnau

Auch Herta Wiebers aus Bad Oldesloe war unter den Gästen. Für die 84-Jährige war es ein sehr besonderer Tag. „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie ich mich freue“, sagte sie zu Bürgermeister David. „Sie haben es möglich gemacht, dass mein Vater einen Gedenkstein bekommen hat. Dafür sind meine Schwestern und ich Ihnen unendlich dankbar.“ Karl Nupnau war Landarbeiter auf dem Gut Trenthorst. Im März 1945 war er im Krieg gefallen. Sein Name wurde nur nie auf dem Gefallenen-Kreuz im Trenthorster Wald eingraviert. Herbert David hatte sich dafür eingesetzt, dass dieses Unrecht wieder gut gemacht wird. „Wenn es auch nur der nackte Stein ist. Aber unser Vater hat es verdient, dass er darauf eingraviert ist. Das kann man Herrn David gar nicht hoch genug anrechnen“, so Herta Wiebers.

Von Britta Matzen

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