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Stormarn Eltern fordern Ampel für sicheren Schulweg
Lokales Stormarn Eltern fordern Ampel für sicheren Schulweg
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18:27 12.09.2019
Katrin Vagt (r.) und Karolin Schell an der gefährlichen Stelle der L 90. Quelle: Bettina Albrod
Todendorf

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz wird demnächst Post aus Todendorf bekommen. Dort hat Katrin Vagt Unterschriften gesammelt, um die Einrichtung einer Ampel oder eines Zebrastreifens im Ort zu erreichen. Das soll den Weg für Kita- und Schulkinder sicherer machen. Innerhalb eines Tages haben 90 Unterstützer unterschrieben – viel für die Gemeinde mit rund 1200 Einwohnern.

Kita-Kinder müssen die Straße überqueren

Die meisten der Unterstützer sind Eltern. Denn um die Kindertageseinrichtung in Todendorf zu erreichen, muss die eine Hälfte des Ortes, zu der die Bewohner eines Neubaugebietes gehören, über die Hauptstraße (L 90). Auch der Kindergarten selbst muss mit den Gruppen die L 90 überqueren, um den Waldkindergarten auf der anderen Seite zu erreichen. Schließlich liegt ein großer Spielplatz, der häufig Ausflugsziel ist, ebenfalls auf der anderen Seite der Straße. Vor der Kita befindet sich außerdem die Bushaltestelle für die Fahrt zur Grundschule Mollhagen, die die Todendorfer Kinder nach dem Kindergarten besuchen.

„Überall liest man, dass die Eltern ihre Kinder unterstützen und alleine loszuschicken sollen, statt mit Elterntaxi zu kutschieren“, erklärt Katrin Vagt. „Aber solange die Straßenquerung so gefährlich ist, wird das keiner machen.“

Zumal direkt vor der Übergangsstelle eine scharfe Kurve liegt, die den Blick der Kinder auf den Verkehr erschwert. „Hier wird auch oft schneller als 50 Stundenkilometer gefahren, weil die Straße der Zubringer für B 404 und A 1 ist“, hat die Todendorferin festgestellt, die selber zwei kleine Kinder hat.

Schon früher Ampel beantragt

„Anlässlich der Stormarner Kindertage 2017 hatte die Kita mit den Kindern Gefahrenpunkte im Ort ermittelt“, erklärt Katrin Vagt. Dabei kristallisierte sich als Schwerpunkt die L 90 heraus. Per Antrag habe die Gemeindeverwaltung versucht, einen Zebrastreifen zu installieren. „Seit 2008 oder 2009 hat die Gemeinde immer wieder mal eine Ampel oder einen Zebrastreifen für die L 90 beantragt“, bestätigt Bürgermeister Philipp Lemke.

Bisher aber ohne Erfolg. „Es soll eine Verkehrszählung gegeben haben, nach der die Zahl der Autos dafür zu gering ist“, sagt Katrin Vagt. „Aber morgens und nachmittags herrscht starker Berufsverkehr, wenn alle zur Autobahn wollen oder zurückkommen.“ Das sei auch die Zeit, wenn die Kinder zur Kita und zum Schulbus müssten. Grundsätzlich werde auf der Hauptstraße zu schnell gefahren. Deshalb ärgert sie das Argument, bisher sei ja noch nichts passiert.

Todendorfer wünschen sich eine Ampel. Quelle: LN-Archiv

Wie entspannt es sein könnte, hat Katrin Vagt erlebt, als im Zuge des Ausbaus der B 404 und der damit verbundenen Umleitung eine Bedarfsampel an der gefährlichen Stelle den Übergang regelte. „Die Kinder konnten wegen der Ampel alleine über die Straße gehen, das war dann sicher.“ Inzwischen ist die Bedarfsampel wieder abgebaut, und Katrin Vagt engagiert sich jetzt mit der Unterschriftensammlung für ihr Anliegen. „Das ist kein Bürgerbegehren, sondern eine private Initiative“, betont sie.

Ortstermin 2018 ergab keine Gefahren

Die Entscheidung über die Anordnung einer Ampel liegt bei der Straßenverkehrsbehörde des Kreises. Diese beteiligt bei ihrer Entscheidung die Polizei und den Straßenbaulastträger. „Es liegt kein entsprechender Antrag für die Anlage eines Fußgängerüberweges vor“, teilt Hans-Jürgen Zimmermann vom Fachdienst Straßenverkehrsangelegenheiten beim Kreis mit. Auch gebe es sonst keine Erkenntnisse der Polizei oder von anderen Stellen über besondere Gefahren bei der Querung der vorhandenen Fahrbahnen.

„Mit den Erzieherinnen des Kindergartens und einigen Vorschulkindern wurden im Rahmen eines Ortstermines im Mai 2018 die empfundenen Gefahrenstellen angeschaut. Hierbei wurde festgestellt, dass unter Einhaltung der Sorgfaltspflichten die benannten Gefahrenstellen keine besonderen Gefahren begründen“, so Zimmermann weiter.

Sollte ein entsprechender Antrag gestellt werden, müsste zunächst eine amtliche Verkehrszählung zur Ermittlung der tatsächlichen Verkehrsstärken angeordnet werden.

Ampel bei Unfallschwerpunkt

„Der LBV.SH Kiel ist zuständige Fachaufsichtsbehörde und überprüft in Zweifelsfällen die Recht- und Zweckmäßigkeit der von den Verkehrsbehörden getroffenen Entscheidungen“, teilt Ministeriumssprecher Harald Haase mit.

Grundsätzlich dürften Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs beispielsweise durch Ampeln und Fußgängerüberwege nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage bestehe, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der in der StVO genannten Rechtsgüter Sicherheit und Gesundheit erheblich übersteigt. „Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn ein Unfallschwerpunkt vorliegt. Ein hohes Verkehrsaufkommen spricht aber noch nicht zwingend für das Erfordernis einer Ampel.“

Ein Zebrastreifen könnte die Situation verbessern. Quelle: LN-Archiv

Vielmehr komme es dann darauf an, ob eine besonders gefährliche Situation vorliege, die eine Ampel erforderlich erscheinen lässt. Fußgängerampeln kämen überhaupt erst in Betracht, wenn mindestens 50 Fußgängerquerungen bei einer gleichzeitigen Verkehrsstärke von mindestens 450 Kfz pro Stunde gezählt würden, so Haase. Ausnahmen seien nur in besonders begründeten Ausnahmefällen möglich.

Von Bettina Albrod

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