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Stormarn Schlagabtausch zum Bürgerhaus
Lokales Stormarn Schlagabtausch zum Bürgerhaus
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14:53 25.09.2018
Der Flur im obersten Stock des  Oldesloer Bürgerhauses, das derzeit von vielen Vereinen genutzt wird.
Der Flur im obersten Stock des Oldesloer Bürgerhauses, das derzeit von vielen Vereinen genutzt wird. Quelle: Dorothea von Dahlen
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Bad Oldesloe

Der Streit um die Zukunft des Oldesloer Bürgerhauses hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Hajo Krage (SPD) hatte in der Stadtverordnetenversammlung den Dringlichkeitsantrag gestellt, einen Beschluss gegen die vom Bürgermeister geplante, einseitige Kündigung der darin niedergelassenen Vereine zu fassen. Wie berichtet, beabsichtigt die Verwaltung, die obere Etage selbst zu nutzen und dort Büros einzubauen.

Bürgermeister Jörg Lembke konterte mit Paragraf 34 der Gemeindeordnung. „Die Dringlichkeit ist nur dann gegeben, wenn bei einer späteren Beschlussfassung der Stadt wesentliche Nachteile entstehen. Ich sehe keine Nachteile, wenn es im November beschlossen wird“, sagte er.

Dass das Ansehen der Stadt leide sei schon ein erheblicher Nachteil, entgegnete Krage. Im Übrigen sprächen auch monetäre Erwägungen eine Rolle. Die derzeitigen Nutzer zahlten Miete, die nach der Kündigung verloren gehe. Die Politik habe das Geld für den Umbau in Büros wiederum nicht freigegeben, so dass die Etage nach dem Auszug leer stehe.

Während sich die FBO-Fraktion komplett dagegen stellte und zum Teil enthielt, stimmten 26 Stadtverordnete für den SPD-Antrag. Nachdem Lembke dem Beschluss widersprochen hatte, kündigte Krage an, dass im kommenden Hauptausschuss die Nutzung des Bürgerhauses klar festgeschrieben werden solle "und zwar nicht im Sinne des Bürgermeisters." Diakon Wolfgang Schmidt zeigte sich entsetzt über die Konfrontation. "Ich finde fatal, dass es nicht mehr um die Sache geht, sondern um Machtspiele zwischen Verwaltung und Politik. Diese Art der Zusammenarbeit funktioniert nicht. Das ist nicht zum Wohle der Stadt", sagte er.

Dorothea von Dahlen

25.09.2018
25.09.2018
25.09.2018