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Stormarn Die jungen Wölfe von Zarpen
Lokales Stormarn Die jungen Wölfe von Zarpen
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12:36 12.06.2019
Als Sebastian Dette (l.) hörte, dass es mit den Pfadfindern in Zarpen losgeht, war er sofort Feuer und Flamme. Auch Sohn Elias ist begeisterter Pfadfinder. „Dass man hier Freundschaften schließen kann, zusammen in der Gruppe was unternimmt und viel draußen in der Natur ist, das finde ich toll“, so Elias. Quelle: Britta Matzen
Zarpen

Es ist Freitag, 16 Uhr. Vor dem Gemeindehaus in Zarpen haben sich Mädchen und Jungen versammelt. Alle tragen Jeans, flaschengrüne Hemden und Halstücher, fast wie eine Uniform. Unter ihnen Pastor Nils Wolffson in der gleichen akkuraten Kluft, der gerade ein neues Mitglied begrüßt. „Wie heißt du?“, fragt Wolffson. „L-I-R-O-N“, buchstabiert Liron, damit der Pastor seinen Namen gleich in die Liste eintragen kann.

Liron ist ganz neu bei den Zarpener Wölfen dabei. Der Achtjährige freut sich dabei zu sein. Gerade probiert er sein nagelneues Fahrtenhemd an. Quelle: Britta Matzen

Er hat gerade mit Stolz sein Pfadfinderhemd entgegen genommen, dass er sofort anprobiert. Dazu bekommt er noch ein Halstuch und vier verschiedene Abzeichen. „Der große runde Aufnäher kommt vorn auf die Tasche, der lange, schmale Aufnäher gehört über die Tasche. Und damit alle wissen, zu welchem Stamm du gehörst, kommt das Stammesabzeichen mit der Zarpener Kirche und den Wölfen oben auf den linken Arm. Denn wir sind ja die Zarpener Wölfe“, so der Pastor. Dazu bekommt Liron noch ein Fledermaus-Abzeichen, weil er bei der Fledermaus-Gruppe mitmacht.

Ab acht Jahren darf man mitmachen

Liron ist acht Jahre alt geworden. „Wenn man acht ist, darf man bei den Pfadfindern mitmachen“, weiß der Junge. Darauf hat er sich schon riesig gefreut. „Mich interessiert bei den Pfadfindern eigentlich alles. Heute helfe ich, die Zelte zu beschriften.“ Lirons Mutter ist an diesem Tag auch dabei. „Ich finde es toll, dass es hier in der Gemeinde angeboten wird. Die Pfadfinder sind eine gute soziale Gruppe, und der Zusammenhalt ist super“, sagt Nadine Schreiber. Ihr Sohn habe ADHS, ihm tue die Gemeinschaft sehr gut. „Er ist auch gerne viel in der Natur unterwegs, deshalb denke, dass es ihm bei den Pfadfindern richtig viel Spaß macht.“

Pfadfindergruppen in der Umgebung

Gemeindepfadfinder gibt es in vielen Gemeinden der Nordkirche. Neben Zarpen in Bargfeld-Stegen, Boostedt, Büchen, Lübeck, Krummesse, Henstedt-Ulzburg und Rickling. Adressen und Informationen gibt es beim Ring evangelischer Gemeindepfadfinder unter www.regp.de

In Bad Segeberg gibt es die christlichen Pfadfinder Royal Rangers, www.pfadfinder-segeberg.de. Daneben ist die Freie Pfadfinderschaft aktiv. Treffen finden immer donnerstags im Hotel am Kalkberg statt. Die Jüngeren (fünf bis elf Jahre) von 17 bis 18.30 Uhr, die Älteren von 17 bis 19 Uhr.

Nach dem Einkleiden geht es an die Arbeit. „Wir singen und lesen heute nicht, aber wir werden unser Material angucken und beschriften, damit wir für das Pfingstlager vorbereitet sind“, lautet die Ansage von Pastor Wolffson. Zelte, Heringe, Holzstangen – einen ganzen Anhänger voll hat der oberste Zarpener Stammeshelfer mitgebracht. Im Garten wird das ganze Material ausgebreitet, jedes Zubehörteil der typischen Schwarzzelte soll mit dem Buchstaben Z und orangefarbenem Klebeband markiert werden.

Vom schüchternen Mädchen zur Gruppenleiterin

Auch Denise ist bei den Pfadfindern dabei. „Ich wollte so was immer schon machen“, sagt die 15-Jährige. Im Konfirmationsunterricht seien sie von Pastorin Isabelle Wolffson gefragt worden, ob sie Lust hätten, bei den Pfadfindern mitzumachen. Denise war sofort begeistert. „Ich bin selbst eigentlich schüchtern. Aber ich dachte, wenn ich als Gruppenleiterin mitmache, komme ich ein bisschen aus mir raus.“

Denise ist Gruppenleiterin bei den Zarpener Pfadfindern. Sie hat Verantwortung übernommen und dabei ihre Schüchternheit überwunden. Quelle: Britta Matzen

Jetzt leite sie die Kleinen in der Fledermausgruppe, und das habe ihr schon viel mehr Selbstbewusstsein verliehen. Lagerfeuer, Geländespiele – alles Mögliche veranstalteten sie bei ihren wöchentlichen Treffen. „Wir haben auch schon mal Apfelmus mit selbst gepflückten Äpfeln gemacht.“ Nur in der Kohte oder Jurte hat Denise noch nicht geschlafen. Kohten und Jurten nennt man die schwarzen Zelte der Pfadfinder. „Das kommt aber jetzt im Pfingst- und Sommerlager, wenn wir mit unserem Stamm auf Fahrt gehen.“

Wer will mitmachen?

Die Pfadfinder in Zarpen freuen sich immer über Zuwachs. „Da wir jetzt zu einem Kirchspiel Nordstormarn geworden sind, sprechen wir bewusst auch Kinder und Jugendliche aus den anderen Kirchengemeinden an, bei uns mitzumachen“, so Pastor Wolffson. Die Zarpener Wölfe treffen sich jeden Freitag von 16 bis 17.30 Uhr vor dem Gemeindehaus in Zarpen gegenüber der Kirche. Mitmachen darf jeder und jede ab acht Jahre. Wer dreimal dabei war, bekommt ein Halstuch verliehen und darf sich ein Fahrtenhemd für 25 Euro kaufen.

Spendenaktion: Die Zarpener Pfadfinder brauchen Ausrüstung: Halstücher für jedes Kind, Stammesabzeichen und weitere Aufnäher, Liederbücher, Kothen (Schlafzelt für vier bis fünf Kinder) und eine Jurte. Die Pfadfinder freuen sich über jede Spende.

Infos unter www.kirche-zarpen.de

Alle Generationen machen mit

Bei den Zarpener Wölfen sind alle Generationen vertreten. Nicht nur Kinder und Jugendliche, auch einige Eltern und Großeltern machen mit.

Laurin hat seinen Opa als Unterstützung mit dabei. "Ich komme aus einem grünen Beruf und war schon immer gerne draußen", berichtet Christian Brechlin. Beim ersten Pfadfindertreffen sei er dabei gewesen und dann "hängen geblieben". Quelle: Britta Matzen

Sebastian Dette zum Beispiel. „Ich hatte einfach Lust dazu. Ich bin ein Outdoormensch, draußen schlafen, Lager bauen, das war immer schon mein Ding. In meiner Jugend gab es die Pfadfinder nicht.“ Deshalb macht Dette jetzt zusammen mit Sohn Elias bei den Zarpener Wölfen mit. „Als ich hörte, dass es hier losgeht, war ich sofort Feuer und Flamme. Mehr noch als mein Sohn.“ Mittlerweile gefällt es Elias genauso gut wie seinem Vater. „Dass man hier Freundschaften schließen kann, zusammen in der Gruppe was unternimmt und viel draußen in der Natur ist, das finde ich toll“, so Elias. Sogar seine Mutter sei inzwischen vom Pfadfinder-Virus angesteckt.

"Der Zusammenhalt ist so toll", sagt Stephanie Regus mit den Kindern Max und Hanna. Quelle: Britta Matzen

Unterwegs in der Natur

Die Zarpener Wölfe gehören zum Ring evangelischer Gemeindepfadfinder (REGP). „Wir bieten den Kindern eine Gemeinschaft, in die sie hineinwachsen können und in der sie spielerisch lernen, mit sich und der Umwelt umzugehen“, sagt Pastor Nils Wolffson. Man setze mit der Pfadfinderarbeit auf ein gemeinsames Learning-by-doing. „Wir sind draußen in Natur unterwegs – im Pfarrgarten oder Priesterbusch, wir singen gemeinsam, entdecken Bibelgeschichten, schnitzen, lesen Spuren, bauen Zelte auf und noch viel mehr“, ergänzt Pastorin Isabelle Wolffson.

Außerdem verstehen sich die evangelischen Gemeindepfadfinder als Teil ihrer Kirchengemeinde. Sie beteiligen sich an sozialen und umweltethisch relevanten Aktionen der Umgebung, wie etwa Müllsammelaktionen auf den Dörfern.

Britta Matzen

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