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Stormarn Fachtag für Geflüchtete und Ehrenamtliche
Lokales Stormarn Fachtag für Geflüchtete und Ehrenamtliche
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17:44 05.02.2019
Laden zum großen Fachtag „Engagierte Beteiligung“ mit dem Thema Flüchtlingsbegleitung ins Oldesloer KuB ein: Oliver Lövenforst, Ursula Frömming-Gallein und Karin Linnemann. Quelle: Foto: Dorothea von Dahlen
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Bad Oldesloe

Die turbulente Anfangsphase ist vorbei. Die aus Kriegsgebieten und vor Verfolgung geflüchteten Menschen haben in Stormarn bereits Fuß gefasst, Sprachkurse besucht und einen Wohnsitz gefunden. Viele Ehrenamtliche aus dem Kreis haben sie dabei unterstützt. Nun stehen neue und auch komplexere Herausforderungen an, wie etwa die Suche nach Arbeit oder die soziale Eingliederung der Geflüchteten. Da die Betroffenen selbst, aber auch ihre ehrenamtlichen Helfer in vielen Fragen überfordert sind, veranstaltet der Kreis Stormarn gemeinsam mit der Volkshochschule Bad Oldesloe (VHS) als anerkannter Träger der Integrationskurse am Sonnabend, 16. Februar, eine große Fachtagung, an der jeder kostenlos teilnehmen kann.

Hochkarätige Referenten am Start

„Die Zahl der Geflüchteten ist rückläufig und die öffentlichkeitswirksame Welle ist vorüber. Doch jetzt kommt die Kleinarbeit. Die jetzt anstehenden Fragen sind sehr vielfältig“, sagt Ursula Frömming-Gallein von der Service- und Beratungsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe. Seit zwei Jahren knüpft sie mit zwei Kolleginnen an einem Netzwerk, dem lokale Initiativen, aber auch professionell tätige Experten in Sachen Integration angehören. Letztere werden beim Fachtag unter dem Motto „Engagierte Beteiligung: Jetzt erst recht“ allen Besuchern beratend zur Seite stehen. 22 Trägerinstitutionen aus ganz Stormarn und Nachbarkreisen entsenden hochkarätige Referenten, die kurze Workshops anbieten.

Kontaktbörse gegen Isolation

Eingeladen, daran teilzunehmen, sind indes nicht nur die ehrenamtlichen Helfer. „Unsere Zielgruppe besteht zudem aus Geflüchteten, die das B2-Niveau erreicht haben und schon recht gut Deutsch sprechen“, sagt VHS-Chefin Karin Linnemann. Sie würden hausintern von der VHS zur Tagung eingeladen. „Viele von ihnen sind schon sehr selbstständig geworden, aber schwer zu erreichen. Sie leben oft eher isoliert und haben Schwierigkeiten, Kontakte zu deutschen Mitmenschen zu knüpfen“, fügt Frömming-Gallein hinzu. Auf dieser Ebene gebe es aber vielfältige Möglichkeiten der Beteiligung, sei es, sich als Ersthelfer bei den Johannitern ausbilden zu lassen oder bei einer politischen Organisation mitzuwirken. Der Fachtag sei also durchaus als Börse zu verstehen, um Menschen zusammenzubringen. Ehrenamtler könnten zudem von einem Wissenstransfer profitieren und erfolgreiche Angebote von anderen Initiativen übernehmen.

Hilfe für Traumatisierte

Zu den Themen Bleiberecht und Beruf informieren etwa die Migrationsberatung der Diakonie, aber auch Arbeitsagentur, Ausländerbehörde sowie die Kammern von Industrie- und Handel, Handwerk und Landwirtschaft. Das IQ-Netzwerk gibt wertvolle Hinweise, was die Anerkennung von Ausbildungs- und Studienabschlüssen in Deutschland betrifft. Die Ahrensburger Initiative Tandem-Buddies stellt vor, wie sich Kontakte zwischen jungen Geflüchteten und deutschen Jugendlichen anbahnen lassen. Ebenfalls mit im Boot sind die Senior-Trainer, das Beratungsteam gegen Rechts, das Familienzentrum Bad Oldesloe, der Verein Frauen helfen Frauen, die Integrationslotsen im Sport und einige andere mehr. Thematisiert werden aber auch gesundheitliche Fragen. Das Zentrum für integrative Psychiatrie etwa erklärt, wie Geflüchtete Hilfe bekommen können, die unter traumatischen Erfahrungen leiden.

Open-Space als neues Format

Die Veranstalter rechnen mit 80 bis 100 Teilnehmern. Um ihren vielfältigen und mitunter individuellen Bedürfnissen möglichst entgegenzukommen, haben sich die Veranstalter für ein neues Format entschieden. Open-Space heißt das innovative Konzept. So werden die Teilnehmer nicht mit einer zuvor schon detailliert ausgearbeiteten Tagesordnung konfrontiert, vielmehr bestimmen sie bis zu einem gewissen Grad selbst, welche Schwerpunkte innerhalb der angebotenen Themenkreise behandelt werden. „Das hört sich einfach an, ist aber auch für uns eine große Herausforderung. Wir sind gespannt, wie es funktioniert“, sagt VHS-Chefin Karin Linnemann. Das Format erfordere eine hohe Flexibilität seitens der Referenten, da sie sich binnen kurzer Zeit auf die spontan aufgeworfenen Themen einstellen müssten. Die Besucher selbst könnten sich in den Räumen des KuBs und des Historischen Rathauses wie auf einem Marktplatz bewegen, um aus den Beratungsangeboten das herauszupicken, was sie tatsächlich interessiere. Während der Pausen könnten Fragen an den Info-Tischen der Trägerorganisationen gestellt werden. Möglichkeiten für Einzelgespräche gebe es ebenfalls. Eine Teilnahme über den gesamten Tag sei nicht nötig. Anzuraten sei aber, die morgendliche Einführung um 10.30 Uhr zu besuchen, um über den Ablauf informiert zu sein.

Anmeldungen zur Fachtagung sind bis zum 12. Februar möglich unter Telefon 04531/160 11 55 oder unter ehrenamt@kreis-stormarn.de

Open Space in drei Phasen

22 Institutionen und Initiativen wirken beim Fachtag mit: Agentur für Arbeit, Ausländerbehörde, Beauftrage für Flüchtlings- Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landtags, Beratungsteam gegen Rechts, Diakonie – Migrationsberatung, Diffairenz, Familienzentrum Bad Oldesloe, Frauen helfen Frauen, Handwerkskammer Lübeck, IHK, IQ-Netzwerk, Jobcenter, Kirchengemeinde Bad Oldesloe, Krankenkasse DAK, Landwirtschaftskammer, Lebenslinien e.V., Senior-Trainer, Tandem-Buddies, VHS, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen, Zentrum für integrative Psychiatrie

Die Open-Space-Tagungbeginnt um 10.30 Uhr mit einer Einführung sowie der Begrüßung von Landrat Henning Görtz. Ab 12 Uhr starten jeweils die unterschiedlichen 45-minütigen Workshops, drei Arbeitsphasen sind insgesamt angesetzt. Die gemeinsame abschließende Zusammenfassung ist für 16 Uhr vorgesehen.

Dorothea von Dahlen

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