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Stormarn Schon wieder: Falscher Kommissar erbeutet mehrere zehntausend Euro
Lokales Stormarn Schon wieder: Falscher Kommissar erbeutet mehrere zehntausend Euro
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16:02 22.01.2019
Ein Schriftzug auf der Jacke reicht nicht aus: In den letzten Wochen häufen sich die Vorfälle, bei denen Betrüger sich als Polizisten ausgeben und Vermögenswerte erbeuten. Quelle: imago
Glinde

Es ist schon wieder passiert: Ein bislang unbekannter Täter hat sich als Kriminalbeamter ausgegeben und so am Montag mehrere Zehntausend Euro von einem 84-Jährigen aus Glinde erbeutet. Die Polizei fahndet nach dem Täter. Wie viel Geld es genau war, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen.

Polizeitrick: Betrug mit gleichem Muster

Die Masche der falschen Beamten ist in den meisten Fällen gleich: Der Glinder erhielt einen Telefonanruf von einem Mann, der sich als Kriminalbeamter ausgab. Er berichtete dem 84-Jährigen von der Festnahme eines Einbrechers in der Nachbarschaft, bei dem ein Zettel mit Namen und Adresse des Rentners gefunden worden sei. Anschließend erkundigte er sich nach seinen Vermögenswerten. Bei einer Vorgehensweise wie dieser sprechen die Ermittler von dem sogenannten Polizeitrick.

Der Anrufer warnte das Opfer vor einem Mitarbeiter seiner Hausbank, der mit Kriminellen gemeinsame Sache mache. „Um die Täter überführen zu können“, so behauptete der Anrufer, sollte der alte Herr „bei Ermittlungen der Polizei mitwirken“. Dazu sollte er einen größeren Bargeldbetrag abheben und in seine Wohnung bringen. Der Senior glaubte dieser Lüge leider. Nachdem er der Aufforderung des Betrügers nachgekommen war, erschien wenig später an der Tür ein angeblicher Kriminalbeamter. Nach der Übergabe des Geldes, sollte es einer Echtheitsüberprüfung unterzogen werden, die „nur in einem speziellen Fahrzeug der Polizei durchgeführt“ werden könne. Der Täter verließ daraufhin mit dem Bargeld die Wohnung des 84-Jährigen in unbekannte Richtung.

Ähnlicher Fall am Landgericht Kiel

Und die Vorfälle häufen sich: Vor dem Landgericht Kiel begann am Montag der Prozess um einen 89-Jährigen aus Norderstedt (Kreis Segeberg), dem zwei Täter 185 000 Euro abgenommen haben sollen. Sie gaben sich als falsche Beamte aus und behaupteten, dass der solvente Senior auf einer Liste von Einbrechern aus Süddeutschland stehe. Im Anschluss sollte dieser als Lockvogel agieren und einen Geldkoffer mit seinem Geld aushändigen. Hier lesen Sie mehr zu dem Prozessauftakt am Kieler Landgericht.

Im Fall der Fälle

Im Falle eines verdächtigen Anrufs rät die Polizei Folgendes: Übergeben Sie niemals Geld an Unbekannte. Machen Sie keine Angaben über ihre Wertgegenstände im Haus oder ihre Bankdaten. Halten Sie Rücksprache mit vertrauenswürdigen Personen, wenn Sie solch einen Anruf erhalten, oder rufen Sie im Zweifelsfall selbst bei einer Polizeidienststelle unter der 110 an.

Im Fall des 84-Jährigen aus Glinde hat die Polizei nun die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Mithilfe durch die Bevölkerung. Bei dem Täter soll es sich nach Angaben um einen circa 1,75 Meter großen Mann, südeuropäischen Typs handeln. Das geschätzte Alter liege bei 30 Jahren und er sprach während des Vorfalls fließend hochdeutsch. Er trug schwarzes, kurzes Haar und einen schwarzen Oberlippenbart. Zur Tatzeit soll er einen dunklen, schwarzen Anorak getragen haben.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Die Polizei bittet um Hinweise von Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge am Montag gegen 16 Uhr im Bereich der Straße Groothegen in Glinde oder in der näheren Umgebung wahrgenommen haben. Die ermittelnde Kriminalpolizei in Reinbek nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 040/ 72 77 07 0 entgegen.

Immer wieder warnt die Polizei vor falschen Beamten. In den vergangenen Wochen gab es mehrere Fälle von versuchten Trickbetrügen von Ostholstein bis Hamburg. „Wir gehen davon aus, dass es mehrere Tätergruppen sind“, sagt Sandra Kilian, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. Zudem weist die Polizei noch einmal darauf hin, dass sie niemals am Telefon nach Ihren Vermögenswerten fragen wird oder Sie bittet, Bargeld von der Bank abzuheben.

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Fabian Boerger

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