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Stormarn Familie Warncke kann Karate
Lokales Stormarn Familie Warncke kann Karate
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19:00 11.07.2019
Die Karate-Familie aus Nütschau: Tanja und Thomas Warncke mit den Kindern Maximilian (13) und Miriam (11). Quelle: Susanna Fofana
Bad Oldesloe

„Wir machen gerne Dinge zusammen“, sagt Thomas Warncke (55) und lächelt seine Frau an. Die ist schon seit Langem karateverliebt. Jetzt hat sie damit nicht nur ihre zwei Kinder angesteckt, sondern auch noch ihren Ehemann. Tanja Warncke (48) konnte an ihre Karatekarriere von früher anknüpfen und jetzt die Prüfung zum 1. Dan ablegen. Damit trägt sie nun den schwarzen Gürtel, während ihr Mann mit der weißen Anfänger-Kordel überhaupt erstmals in seinem Leben in einen Sport hineinschnuppert.

Eine Familie aus Nütschau hat sich das gleiche Hobby ausgesucht und trainiert nun in Bad Oldesloe Karate.

In der geräumigen Turnhalle 1 der Oldesloer Theodor-Mommsen-Schule trifft sich an diesem Spätnachmittag die ganze Nütschauer Familie in blütenweißen Karateanzügen. Die Eltern mit dem schwarzen Gürtel und der weißen Kordel. Und die Kinder irgendwo dazwischen mit einem Gürtel in Orange und dem Ziel des Grüngurts vor Augen. Doch damit lassen sie sich Zeit. Denn das Training zwischen Kampf und Katas soll in erster Linie Spaß machen.

Kindertrainer bekam Unterstützung

Beim Kindertraining wird gerade für die Kata Heian Shodan geübt, den Kampf gegen einen imaginären Gegner. „Ichi (gesprochen: itsch), ni, san, shi, go“ werden die einzelnen Schritte vom Trainer mitgezählt. Die Jungen und Mädchen der Mittelstufe in den gelben bis grünen Gürteln werden im SV Wakayama seit 16 Jahren von Ulrich Mirus trainiert. Der Oldesloer hat schon als Jugendlicher Karate geübt und dann „mit 40 wieder angefangen“. Mittlerweile wird der Kindertrainer von Tanja Warncke unterstützt.

„Ich glaube, ich habe eine Assistentin gefunden“, erkannte Mirus sofort, als Tanja Warncke mit ihren Kindern zum Training kam. Der hat die neue Aufgabe ebenso gleich gefallen: „Ich fahre meine Kinder sowieso hierher. Da kann ich mich in der Zeit nützlich machen.“ Ihr Sohn Maximilian (13) war als Erster auf der Karatespur. Er hatte in seiner Grundschule an einem Judokurs teilgenommen und dann zu Hause in Nütschau die Karatepokale seiner Mutter entdeckt.

„Ich bin mitgeschnackt worden“

Der Schüler der Ida-Ehre-Schule und seiner Schwester Miriam (11), die zuletzt die Grundschule West besuchte, waren im Dezember 2017 erstmals beim Probetraining und wurden dann im Januar 2018 Mitglieder im Oldesloer Karateverein Wakayama. Im März folgte dann Thomas Warncke dem Rest seiner Familie. „Ich bin mitgeschnackt worden“, verrät der 55-Jährige lachend. Für ihn ist Sport etwas völlig Neues. Nun arbeitet der technische Angestellte in seiner Freizeit an seinem Körper und seiner Koordination und lässt es langsam angehen. „Mich treibt keiner“, sagt er. Aber Bewegung tue ihm gut.

„Ich lebe und liebe Karate“, sagt seine Frau Tanja. Und da die gelernte Bäckerin und spätere Zerspannungstechnikerin, Fachrichtung Dreher, jetzt „Hausfrau und Mutter sein darf“, hat sie auch Zeit für ihr Hobby. Selbst Disziplin und Etikette gefallen ihr am Shotokan-Karate. „Karate ist faszinierend“ sind sich die Eheleute einig. Vor Berufswechsel, Bauphase und Kinderpause hat Tanja Warncke in Bargteheide Karate trainiert. Dort absolvierte sie auch ihre letzte Prüfung zum dritten Braungurt. „Am 4. Juli 1998 habe ich meinen 1. Kyu gemacht.“

20 Jahre Karate-Pause

1991 errang sie bei der Landesmeisterschaft in Eckernförde den 2. Platz in der Kata einzeln, 1999 holte sie gleich drei Titel bei der Landesmeisterschaft, darunter zwei in Kata und Kumite (Kampf) im Team und einzeln den 1. Platz in Kata. Nach 20 Jahren Karate-Pause sagt Tanja Warncke: „Es geht jetzt weiter. Nicht mit mir, aber mit den Kindern.“

Maximilian hat bereits sein früheres Hobby, das Reiten, zugunsten von Karate und Schule aufgegeben. Die nächste Kata, Heian Sandan, kann er schon. „Ich übe jetzt Heian Godan“, sagt er. Seine Schwester Miriam ist der Isländer-Stute Gáta bisher treu geblieben. Mit dem Verein hat Tanja Warncke übrigens auch den Verband gewechselt. Ihr früherer Verein gehörte dem DKV an, dem deutschen Karateverband. Der jetzige dem SKVD, dem Shotokan Karate Verband Deutschland.

Wakayama hat 73 Mitglieder

Im 1983 gegründeten ältesten Oldesloer Karateverein trainieren 73 Mitglieder, darunter rund 50 Kinder. Die jüngsten Karateka sind sechs Jahre alt, der älteste ist Kassenwart Peter Luckow mit mittlerweile 65 Jahren. Tanja Warncke trat nicht als Einzige aus dem Verein zur Schwarzgurt-Prüfung an. Der Wakayama-Dojo-Leiter Rainer Wittke legte am gleichen Tag die Prüfung zum 4.Dan ab.

Susanna Fofana

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