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Stormarn Faszination auf den zweiten Blick
Lokales Stormarn Faszination auf den zweiten Blick
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20:10 13.08.2014
Janine Gerber zeigt Landrat Klaus Plöger eine ihrer aktuellsten Kreationen, die fast monochrom wirkt. Quelle: Fotos: von Dahlen
Klein Barnitz

Nein, „plakative Hingucker für übers Sofa“ sind Janine Gerbers Gemälde gewiss nicht. Ihre großformatigen Arbeiten in Öl kommen eher zart und leise daher. Sie bilden einen Kontrast zur schrillen Welt der Großstadt, die die 39-Jährige vor einigen Jahren hinter sich gelassen hat. Seit Herbst 2010 bewohnt sie mit ihrem Mann die beschauliche alte Schmiede in Klein Barnitz.

„Hier ist mehr Ruhe als in Berlin. Der Blick wird nicht so stark abgelenkt. Ich mag auch die Weite der Landschaft“, sagte die Künstlerin gestern im Gespräch mit Landrat Klaus Plöger, der die Komplimente an den Kreis Stormarn nur zu gern vernahm. Auf seiner Sommertour hatte er es sich nicht nehmen lassen, die „Neuentdeckung“ einmal persönlich kennenzulernen, begleitet von Dr. Katharina Schlüter, der Vorsitzenden der Kulturstiftung Stormarn. Schließlich beteiligt sich Janine Gerber auch an der Kunstschau „Offene Ateliers Stormarn“.

Ein kräftiger Geruch von Ölfarbe lag in der Luft, als die Künstlerin gestern einige aktuelle Arbeiten in ihrer Werkstatt präsentierte. „Ich arbeite Nass-in-Nass in drei Farben“, erklärte Janine Gerber. Ihre Werke müssen denn auch spätestens binnen zwei bis drei Tagen fertig sein, da sonst die Strukturen des Pinsels schon erhärtet sind und sich nicht mehr so leicht verändern lassen.

Schließlich modelliere sie eher, als dass sie male, sagte die Künstlerin.

Die in mehreren Farbschichten aufgetragenen Bilder wirken fast monochrom. Erst nach längerem Hinschauen fällt auf, dass unter der pastelligen Oberfläche dunklere Nuancen durchschimmern. „Ich studiere, wie sich Räume durch den Lichteinfall verändern. Die Reflexion der Ölpigmente wird dann umso stärker“, erzählte Gerber und verwies auf eine Bilderzyklus, den sie in der Slowakei gefertigte hat. Sie beobachtete, wie sich die Donau zu verschiedenen Tageszeiten veränderte und hielt dies auf mit Jute bespannten Leinwänden fest. Ein wenig erinnern Gerbers Bilder an die in strahlendem Weiß

gehaltenen Ölgemälde des chinesischen Künstlers Qiu Shihua. Bei näherem Hinsehen schimmern zarte Farbschatten durch, bizarre Formen, die der Betrachter vor seinem geistigen Auge zu Landschaften formt. Und vielleicht war es auch diese künstlerische Verwandtschaft, die dazu führte, dass Gerber eine Einladung nach China bescherte. 2012 stellte sie in der College Library in Harbin aus.

Auf den ersten Blick mögen sich Gerbers Bilder denn auch nicht erschließen. Und so postierte sich Plöger einige Zeit vor den großrahmigen Ölgemälden oder einer Papierinstallation, die sie 2013 in der Hamburger Galerie xpon-art ausgestellt hatte. Die mehrere Meter lange, von der Decke hängende Papierbahn ist mit Rissen und Einschnitten versehen. Durch das Spiel von Licht und Schatten entsteht eine räumliche Struktur.

„Ist das auch Kunst oder einfach so passiert?“, wollte der Landrat wissen. Gerber erklärte ihm, dass sie mit der Riss- und Schneidetechnik Bewegungen festhalten will. Das Motiv, das der Installation zugrunde liege, sei eine alte Frau, die läuft. Dass sie die Installation in ihrem Atelier habe, sei im übrigen nur dem Umstand zuzuschreiben, dass sie die Bandbreite ihres künstlerischen Schaffens zeigen wolle. Normalerweise fertige sie die Installationen nur direkt am Ausstellungsort, wie etwa das in Öl getränkte Papier, das sie in der Akademie für Wissenschaft und Kultur in Mölln schuf.

Janine Gerber war 2007 Stipendiatin bei der Gedok in Lübeck. Sie stellte ihre Werke bereits in Berlin, Hamburg, Kiel sowie in Japan und China aus.

Per Rad ins Atelier
Kunstfreunde dürfen sich freuen: Zum zweiten Mal öffnen sich die Ateliers im Landkreis Stormarn. Am Wochenende 20. und 21. September heißen 45 Künstlerinnen und Künstler an 23 Kunst Orten im ganzen Kreis Besucher willkommen. Die Gäste können dort Kunst in zwangloser Atmosphäre studieren.



Die reizvolle Landschaft kann genießen, wer das Auto zu Hause stehen lässt. Denn die Ateliers in Seefeld, Klein Barnitz, Bargteheide, Ammersbek, Ahrensburg, Hoisdorf, Trittau, Grande, Reinbek oder Oststeinbek lassen sich auch per Fahrrad erkunden.

Dorothea von Dahlen

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