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Stormarn Feldhorsterin kämpft gegen Windräder
Lokales Stormarn Feldhorsterin kämpft gegen Windräder
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14:19 22.12.2018
In Feldhorst stehen bereits einige Windkraftanlagen. Nicht alle finden diese so romantisch wie hier in der Abenddämmerung. Quelle: foto: mc
Feldhorst

„Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich vor drei Jahren nicht hergezogen“, sagt Christine von Zedlitz. Besorgt schaut sie über den Acker hinter ihrem Haus, auf dem sich eines Tages ein 200 Meter hohes Windrad drehen könnte, wenn die Landesregierung grünes Licht gibt. Nicht nur, dass die Feldhorsterin ein solch massives Bauwerk in Sichtweite ihres Hauses als störend empfindet, sie fürchtet auch gesundheitliche Beeinträchtigungen und einen erheblichen Verlust an Lebensqualität, wenn sich erst die Rotoren in Bewegung setzen sollten.

Bad Oldesloe und Feldhorst betroffen

Die Fläche ist Teil des insgesamt 22,5 Hektar großen Vorranggebiets, welches die Landesregierung als geeignet für den Bau solcher Anlagen ansieht und zur Aufnahme in den neuen Regionalplan vorschlägt. Etwas über vier Hektar liegen auf Feldhorster Seite, der Rest auf der Gemarkung des Oldesloer Ortsteils Schadehorn. Durchschnitten wird das Areal der Länge nach von der Poggenbek. Zurzeit läuft noch das öffentliche Beteiligungsverfahren, bei dem auch Bürger ihre Bedenken und Anregungen äußern können.

Massive Schlafstörungen beklagt

„In unserer Nachbarschaft haben wir erst sehr spät von den Plänen erfahren und uns gewundert, dass kein Widerstand da ist“, berichtet Christine von Zedlitz. Dabei zeige die Erfahrung von Menschen, die schon längere Zeit in der Nähe solcher Anlagen wohnten, wie schädlich sich der Betrieb auf den menschlichen Organismus auswirke. „Es ist erschütternd, welches Leid mancher Harvighorster durchmachen muss. Die Anlagen dort stehen schon seit fast 15 Jahren“, sagt die Feldhorsterin. Ein Betroffener von dort sei von massiven Schlafstörungen gezeichnet. Er habe sein Haus komplett umgestalten müssen, um sein Bett auf der vom Windrad abgewandten Seite aufstellen zu können. Schier unerträglich seien auch die permanenten Schlagschatten der Rotorblätter und das mitunter heulende Geräusch, das sie je nach Stellung zum Wind erzeugten. „Das ist eine ganz drastische Tonlage, so als ob jemand gequält wird“, schildert die Diplom-Ingenieurin. Völlig unberücksichtigt bei der Zulassung von Windrädern sei bislang auch der Infraschall, der von ihnen ausgehe, geblieben. Ihm seien die Anwohner schutzlos ausgeliefert.

Unterschriften gegen Vorranggebiet

Als Christine von Zedlitz erfuhr, dass betroffene Anwohner der in Frage kommenden Gebiete das Recht haben, sich dazu noch bis zum 3. Januar zu äußern, startete sie gemeinsam mit ihren Nachbarn eine Unterschriftenaktion im Ort. In ihrer Stellungnahme fasste die Gruppe zunächst die ihrer Auffassung nach negativen Aspekte der Vorrangfläche mit der Bezeichnung „PR3_STO_304“ zusammen. Sie reicht vom geringen Abstand zu den Häusern über die Zerstörung des Landschaftsbildes, bis hin zu Lärmbelästigung und Gefahr für Seeadler und andere geschützte Arten. Dieses Schreiben im Gepäck zogen sie von Haus zu Haus. 123 Bewohner erklärten sich mit dem Inhalt einverstanden und unterzeichneten. „In 75 Prozent der Fälle haben die Leute aufgeschlossen auf unsere Initiative reagiert, selbst sehr konservativ anmutende Leute haben gleich ihre Unterschrift geleistet“, berichtet Christine von Zedlitz. Zusammen mit der Stellungnahme werde nun alles ans zuständige Ministerium geschickt. Zudem gebe es aber noch die Möglichkeit, sich online am Verfahren zu beteiligen.

Investoren stehen Schlange

Während sich also Protest in Feldhorst regt, stimmten die Oldesloer Stadtverordneten unlängst dem Vorschlag der Landesregierung, die Vorrangfläche auszuweisen, mehrheitlich zu. „Dabei müsste die Betroffenheit dort doch sogar größer sein, weil auf Oldesloer Seite 18,4 Hektar einbezogen sind“, sagt von Zedlitz verwundert. Sie hält es für mehr als wahrscheinlich, dass sehr rasch hohe Türme errichtet werden, wenn das Gebiet erst einmal im neuen Regionalplan steht und damit scheint sie tatsächlich recht zu haben. Wie die LN berichteten, hofieren Windkraftfirmen die Eigentümer der in Frage kommenden Grundstücke schon mit Vertragsangeboten. Fällt die Auswahl tatsächlich auf das Gebiet, so wird es nur noch eine Frage des Preises sein, dass sich beide Partner handelseinig werden.

Dorothea von Dahlen

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