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Stormarn Feuerwehr-Wünsche im Fokus der Politik
Lokales Stormarn Feuerwehr-Wünsche im Fokus der Politik
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15:14 08.03.2019
Gemeindewehrführer Olaf Klaus (l.) zeigt den Mitgliedern im Finanzausschuss das Fahrzeug des Feuerwehr-Nachwuchses. Quelle: SUSANNA FOFANA
Bad Oldesloe

Fehlende Schutzkleidung, verschlammte Feuerlöschteiche, nicht zeitnah ausgezahlte Aufwandsentschädigungen und Einsatzpauschalen gehörten unter anderem zu den Kritikpunkten der Oldesloer Wehren bei ihren Jahreshauptversammlungen. Der Finanzausschuss der Stadt Bad Oldesloe sah sich jetzt in der Oldesloer Feuerwache um. Einige der angesprochenen Probleme konnten bereits geklärt werden.

Dazu gehört die Schutzkleidung für die Jugendfeuerwehr, die bereits am 20. August 2018 bestellt worden war. Sie sei jetzt eingetroffen, versicherte Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak. Gemeindewehrführer Olaf Klaus hatte sich wegen der fehlenden Kleidung für den Feuerwehrnachwuchs schon den Unmut der Eltern zugezogen. Nun müsse die Kleidung nur noch gekennzeichnet werden.

Schutzanzüge für die aktive Wehr wurden allerdings erst Anfang Februar bestellt. Nach jedem Brandeinsatz werden die Anzüge geprüft, gewaschen, getrocknet und imprägniert. Wie Ortswehrführer Kai-Uwe Gatermann betonte, ist die Oldesloer Feuerwehr sehr zufrieden mit dem neuen Trockenschrank, der nach der Wäsche in der daneben stehenden Waschmaschine mit einem schonenden Verfahren zum Einsatz kommt. Früher mussten die Schutzanzüge in Nütschau oder gar Bad Segeberg gereinigt werden.

Oldesloer Finanzausschuss tagt in der Feuerwache

Schon zehn Jahre alt ist die „Königin“ im Stall der Oldesloer Feuerwehr, die Drehleiter. Sie muss jetzt bei der Pflichtwartung nach zehn Jahren unter anderem an der Hydraulik überholt werden, damit sie noch weitere zehn Jahre störungsfrei läuft. 80 000 Euro soll die Wartung kosten, die zehn Tage dauern wird. Ein Ersatzfahrzeug kostet 400 Euro am Tag. Die Drehleiter kommt pro Jahr 150 bis 180 Mal zum Einsatz, darunter mehr als 90 Mal für den Brandschutz.

Ausgewechselt werden soll dagegen turnusmäßig das Tanklöschfahrzeug. Es ist bereits bestellt und soll 2020 geliefert werden. Doch solange nicht wieder alle Feuerlöschteiche in den Ortsteilen funktionsbereit oder ersatzweise wartungsgünstigere Zisternen angeschafft sind, wird das zur Ausmusterung vorgesehene Tanklöschfahrzeug weiter genutzt – bis der Ersatz eintrifft. Eine zukünftig optimale Löschwasserversorgung und Sicherstellung des Brandschutzes soll gemeinsam zwischen Tiefbauamt und Feuerwehr beraten werden. Bürgermeister Jörg Lembke schätzt, dass die Lösung im großen Stil, Schritt für Schritt umgesetzt, etwa zehn Jahre dauern wird. Die dringendsten Maßnahmen sollen kurzfristig erfolgen. In Seefeld soll ein Löschteich eingezäunt werden.

Die Einsatzzentrale der Feuerwehr muss nach einem Entstehungsbrand im vorigen Jahr dringend saniert und umgebaut werden. Die Maßnahme hätte eigentlich schon zeitnah 2018 erfolgen sollen. In diesem Jahr soll noch ein Lageraum für Feuerwehr und Stadt entstehen, um im Falle eines Stromausfalls gewappnet zu sein. Derzeit wird der angedachte Lageraum noch als Lagerraum genutzt. „Wind, Wasser, Strom werden in Zukunft die größten Probleme sein“, befürchtet Klaus. Angedacht ist eine mobile Notstromversorgungsanlage. Wilfried Janson (Grüne): „Ein mobiles Gerät kann man auch woanders einsetzen, wenn Bedarf ist.“ Zudem solle man darauf achten, dass das Notstromaggregat heizölfähig ist, da Diesel nicht so lange lagerfähig sei und eine Entsorgung Geld koste.

Eine Lösung für fehlende Telefonanschlüsse im Feuerwehrgerätehaus Seefeld und fehlendes Internet in der Feuerwache Poggensee gibt es auch schon. Die Ortswehren sollen an eine große Oldesloer Feuerwehr-Telefonanlage angeschlossen werden und bekommen neue Telefonnummern. Die Wachen seien dann auch bei einem Stromausfall telefonisch erreichbar. Klaus versichert: „Das läuft.“

„Nie wieder“, so forderte Manfred Lieder (FBO), solle es passieren, dass die Feuerwehrleute auf ihr Geld warten. Eine zeitnahe Zahlung müsse für die Zukunft sichergestellt werden. Die Aufwandsentschädigungen für 2018/2019 sowie die Einsatzpauschalen 2018 sind nach Angaben der Verwaltung jetzt im Februar angewiesen worden.

Einig waren sich Feuerwehr und Politik, dass künftig wieder einmal im Jahr in der Feuerwache getagt werden soll. Olaf Klaus betonte: „Bei uns ist jeder willkommen.“ Im Besuch des Finanzausschusses sah er eine Wertschätzung für die Oldesloer Feuerwehr, die 2018 rund 400 Einsätze fuhr. Personell sind die Wehren mit 259 Feuerwehrleuten gut aufgestellt. Dennoch gibt es weiterhin freie Plätze, eine Werbekampagne sei geplant.

Susanna Fofana

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