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Stormarn Fliegende Mähnen und rasante Ritte — wie in der Prärie
Lokales Stormarn Fliegende Mähnen und rasante Ritte — wie in der Prärie
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18:59 26.06.2015
Petra Fiedler mit „Aladin“ zeigt einen Sliding Stopp. Quelle: hfr
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Fischbek

Weite Prärien und riesige Herden sucht man rund um Fischbek vergeblich. Und doch hat sich hier das Western-Reiten etabliert, eine Sportart, die sich aus dem mitunter harten Arbeitsleben amerikanischer Cowboys und deren vierbeinigem Untersatz entwickelt hat.

Spektakuläre Sprints, Stopps und kreiselnde Drehungen auf der Stelle entlocken dem Publikum sicher ein Staunen, wenn der American Stable am 3. bis 5. Juli die Tore für das große EWU American Quarter Horse Qualifikationsturnier öffnet. Dabei können sich Ross und Reiter für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Etwa 200 Teilnehmer und 1000 Besucher werden für das Wochenende in der kleinen Gemeinde bei Bargteheide erwartet.

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Die Veranstalter des Turniers, Tom Klein und Petra Fiedler, sind seit mehr als 20 Jahren in Zucht und Ausbildung von Quarter Horses aktiv, einer amerikanischen Pferderasse, die durch ihren kompakten Körperbau geradezu prädestiniert ist für diese Sportart. Wie sie berichten, sind die einzelnen Disziplinen des Westernreitens aus der Gebrauchsreiterei entlehnt. Für Cowboys waren immer schon Verlasspferde wichtig, die nervenstark sind, eine schnelle Reaktion zeigen, geschmeidige Gänge haben und besonders wendig sind.

Die erste Westernreiter Union Deutschland als Dachverband unterscheidet zehn verschiedene Disziplinen, darunter das Reining, welches im Galopp absolviert wird, gekrönt von Spins (Drehungen) und einem rasanten Sliding Stopp oder den Trail, bei dem das Pferd einen Hindernisparcours überwindet. Alle Disziplinen zeichnen sich dadurch aus, dass die Reiter mit minimalen Hilfen auf das Pferd einwirken und beide nur als perfektes eingespieltes Team Aussicht auf Erfolg haben.

Tom Klein, begann mit klassischer Dressur und Springen und reiste 1983 in die USA. In New York lernte er Richard A. Fisher III. kennen. Dieser bot ihm eine Ausbildung zum Westernreittrainer an. Die Sportart war damals in Deutschland nahezu unbekannt. Binnen drei Jahren absolvierte er seine Trainerlizenz und kehrte in die Heimat zurück. Doch er kam nicht allein. Mit im Gepäck hatte er damals einen Quarter-Horse-Hengst, einen der ersten, den es damals in Deutschland überhaupt gab. Kurz nach seiner Rückkehr eröffnete er auch schon den American Training Stable.

Petra Fiedler ist gelernte Steuerfachkraft und entschied sich vor 20 Jahren, aufs Westernreiten umzusatteln, um ihr Hobby zum Beruf zu machen. Bereits als Kind hatte sie auf dem elterlichen Hof mit Pferden gearbeitet und so langjährige Erfahrung im Umgang mit Pferden und Menschen erworben. Heute bildet sie am American Training Stable in Fischbek Pferd und Reiter in verschiedenen Westernreitdisziplinen aus. Sie ist erfolgreiche, platzierte Teilnehmerin in Westernreitturnieren auf Landesebene, Bundesebene und im internationalen Wettbewerb.

Infos zum Turnier
Mehr Informationen zum Westernreiten und zum Quarter Horse in Deutschland sind zu finden unter http://www.westernreiter.com/westernreiten/.


Das vorläufige Programm und der Turnierablauf kann eingesehen werden unter http://www.ewu-westernreiten.de/index.php/Turniere.html.

LN