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Stormarn Flugzeugabsturz bei Reinfeld als Katastrophenschutzübung
Lokales Stormarn Flugzeugabsturz bei Reinfeld als Katastrophenschutzübung
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17:41 21.09.2019
Bei der Großübung in Wesenberg ging es um einen Flugzeugabsturz. Quelle: SUSANNA FOFANA
Reinfeld/Wesenberg

Es zischt, knallt und raucht rund um einen Flugzeugtorso im Gewerbegebiet Wesenberg/Stubbendorf. Rund 500 Katastrophenschutzkräfte aus dem Kreis Stormarn rücken mit etwa 100 Fahrzeugen an und proben am Sonnabend bei der größten Übung dieser Art seit zehn Jahren den Ernstfall. Das ausgedachte Szenario der Katastrophenschutzübung: Im Luftraum über Reinfeld sind zwei Flugzeuge zusammengestoßen und abgestürzt. Die Verletzten werden aus dem Flugzeugwrack geborgen.

Die Statisten wurden morgens ab 6 Uhr geschminkt

Daria Hasse mimt eine der eingeklemmten Verletzten. Die ausgebildete Schauspielerin und jetzige Rettungsassistentin aus Rostock war mit den anderen rund 70 Darstellern bereits morgens um 6 Uhr vor Ort. Sie wurde als Brandopfer geschminkt – mit Verbrennungen an Hals, Arm und Bein.

Das Szenario: Nach einem Zusammenstoß stürzen zwei Flugzeuge über Stormarn ab. Klicken Sie hier, um zahlreiche Bilder von der Übung zu sehen!

Dr. Bjoern Otto vom DLRG ist es wichtig, dass alles „so nah wie möglich am Ernstfall“ dargestellt wird. Das ist aus seiner Sicht gelungen. Alle Verletzten seien gut versorgt worden. Einige mussten aus dem Wrack herausgeschnitten werden. Die Statisten waren realistische Unfalldarsteller des DLRG, kamen vom Jugendrotkreuz aus Niebüll und aus Berlin.

„Die Vorbereitung der Großübung dauerte fast ein Jahr“

Bernd Link, Amtswehrführer der Freiwilligen Feuerwehren im Amt Nordstormarn, hat das Szenario für die Stormarner Großübung mit seinem Team ausgearbeitet. Eine Gefahrgutlage, die Menschenrettung aus dem Flugzeug, die Brandbekämpfung. „Die Vorbereitung dauerte fast ein Jahr“, so Kreisoberrechtsrätin Christiane Flick. Es musste ein geeignetes Gelände gefunden, Schrott für das Trümmerfeld besorgt und ein Bus zum weißen Flugzeug der Swan-Airlines umfrisiert werden.

Gleich nach der Alarmierung sind schon die ersten Martinshörner zu hören und Blaulichter zu sehen. Weißer, schwarzer und rosafarbener Rauch steigt aus dem Flugzeugwrack auf. Die Statisten schreien aus dem Flugzeugrumpf nach Hilfe.

Die neue Stormarner Drohne erkundete die Lage aus der Luft

Die Pyrotechnik für die Übung stammt aus dem Kreis Stormarn. Der THW hat sie von Newco Safety Technologies aus Trittau geordert, Firmenvertreter beobachten die Katastrophenschutzübung. In der Luft dreht die neue Drohne des Kreises Stormarn ihre Runden. Mit Equipment hat sie rund 50 000 Euro gekostet. Ab 1. Oktober ist die Drohne offiziell im Einsatz und kann einen schnellen Überblick bei Gefahrenlagen bieten oder rasch große Gebiete zur Menschenrettung absuchen.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagt Stormarns Landrat Henning Görtz zur Zusammenarbeit der Rettungskräfte. Es habe „super funktioniert“. Er musste bei dieser Großübung den Katastrophenfall ausrufen und den Katastrophenabwehrstab informieren. Der Schwerpunkt der Übung lag auf der Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften der Hilfsorganisationen im Rahmen einer nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr bei Eintritt eines Großschadensereignisses.

Die genaue Auswertung der Daten erfolgt erst in vier Wochen

Auch auf der Führungsebene sowie im Zusammenspiel mit dem Katastrophenabwehrstab wird die Zusammenarbeit und Kommunikation überprüft und optimiert. Eine Auswertung aller Daten ist erst in vier Wochen bei einem Treffen geplant. Der Dank des Kreises Stormarn gilt unter anderem den ehrenamtlichen Übungsbeteiligten sowie der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft, die die Übung auf dem Gelände in Wesenberg ermöglichte.

Wie schnell im Ernstfall etwas vom Himmel fallen kann, zeigte gerade der Zwischenfall in Pansdorf. Ein Tornado-Kampfflugzeug hatte bei einem Übungsflug zwei leere Metalltanks verloren.

Von Susanna Fofana

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