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Stormarn Das Logenhaus in Bad Oldesloe
Lokales Stormarn Das Logenhaus in Bad Oldesloe
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07:08 25.05.2019
Hoch über dem Bürgerpark erhebt sich in Bad Oldesloe das Gebäude der Johannisloge. Uwe Möllnitz ist seit 2016 Logenmeister. Quelle: Lothar Kullack
Bad Oldesloe

Uwe Möllnitz, dem Logenmeister der Johannisloge Stormarn, erging es 1998 mit diesem repräsentativen Bau so wie Vielen, die zum ersten Mal auf dem Oldesloer Exer parkten: „Was ist das nur für ein reizvolles Gebäude dort hoch oben über dem Bürgerpark?“ fragte sich Möllnitz, der Neu-Oldesloer. Mit Freimaurerei hatte er nichts im Sinn und mit dem Begriff „Johannisloge“ konnte er schon gar nichts anfangen. Heute ist er der Logenmeister und als solcher der Vorsitzende des eingetragenen Vereins.

16 Freimaurer

„Mein Interesse für die Loge kam also tatsächlich über das tolle Gebäude zustande“, sagt er heute. Erbaut wurde es 1904 in nicht einmal einem Jahr. Zwei Jahre zuvor hatte sich die Loge gegründet. Denn die 16 Freimaurer, die damals in Bad Oldesloe wohnten, mussten vorher nach Hamburg oder Lübeck zu ihren Treffen. In beiden Hansestädten gab es bereits seit dem 18. Jahrhundert einige Logen. Aber von Oldesloe nach Lübeck oder Hamburg – das war so kurz nach der Jahrhundertwende keine Fahrt, sondern eine Reise.

Loge im Stil des Historismus

Der Bau des Logenhauses dauerte nicht einmal ein Jahr, geleitet vom Logenbruder Heinrich Comdühr, Baumeister und Mitglied der Johannisloge von 1902 bis 1952. „Damals waren die Voraussetzungen ganz andere als heute“, sagt Uwe Möllnitz. „Dass Bauherr, Architekt und ausführende Firma alle aus einer Hand kamen, war damals eine Selbstverständlichkeit. Auch hemmten keine unabänderlichen Vorschriften die Bauwilligen.“

Vier Stormarner Logenmeister auf einem Bild -eine seltene Aufnahme von 2001. Johannisloge Bad Oldesloe Quelle: ST

So entstand auf einer Anhöhe, damals am Rande Oldesloes, heute im Zentrum der Stadt gelegen, der eingeschossige Bau im Stil des Historismus. Im großen Mittelteil finden wir ein zweites Geschoss. Die Satteldächer sind flach geneigt, insgesamt gibt es drei Giebel.

1936 von Nazis enteignet

Rasch entwickelte sich ein reges Logen-Leben, das über die Jahrzehnte andauerte – bis die Nazis in Deutschland die Macht übernahmen, denen die Freimaurerei unheimlich war. Im Jahr 1936 wurde die Johannisloge enteignet, das Haus für einen Spottpreis der Stadt überantwortet. Wo zuvor über Freiheit und Toleranz gesprochen wurde, hatten nun die Braunhemden der Hitlerjugend das Sagen. Im Krieg diente das Haus auch als Lazarett, nach 1945 quartierte sich im Logenhaus die britische Stadtkommandatur ein. Die Loge bekam das Gebäude am Exer erst 1952 zurück – in stark renovierungsbedürftigem Zustand. Doch die Loge befand sich erst im Wiederaufbau – Geld für eine grundlegende Renovierung war nicht vorhanden, das Haus verfiel immer weiter. Als das einst so prächtige Bauwerk kaum noch nutzbar war, entschloss sich die Loge 1992 zu einer groß angelegten Sanierung unter Leitung der Lübecker Architekten Mai, Zill und Kuhsen.

In der Tradition der Zünfte

Freimaurerei hat nichts mit Geheimbünden oder Weltuntergangstheorien zu tun, wie es einschlägige Historienkrimis vielleicht vermuten lassen. Der Begriff ist aus der Tradition der freien Maurer des Mittelalters entstanden – Handwerker, die unabhängig waren, die das Recht hatten, sich zu versammeln und frei zu sprechen. Also ganz im Sinne der Handwerkerzünfte, den Vorläufern der heutigen Innungen.

Heute aber gehören Männer aus ganz unterschiedlichen Berufen zu den Freimaurern. Sie alle eint das Ideal der Toleranz, der freien Rede und der selbst bestimmten Entwicklung innerhalb der Gemeinschaft. Traditionell sind nur Männer zugelassen. Die Ehefrauen der Stormarner Freimaurer nehmen zwar am Johannisfest teil, nicht aber an der alljährlichen Stiftungsfeier. Bei den Logentreffen alle zwei Wochen schlägt der Logenmeister traditionell wie einst mit einem Hammer auf den Tisch. Mit diesem Signal bricht für die Logenbrüder ihre eigene Ordnung an: Der Alltag wird bewusst abgestreift, man hört offen und vorurteilsfrei dem anderen zu. Umschichtig werden zum Beispiel Vorträge zu selbst gewählten Themen gehalten.

Der Einzugsbereich der Stormarner Johannisloge reicht über ganz Schleswig-Holstein und Hamburg, denn einige ehemals Ortsansässige leben jetzt in anderen Städten. Regel ist zwar, dass Logenbrüder auch andernorts bei Treffen willkommen sind, doch zieht es viele inzwischen Auswärtige immer wieder ins Haus am Exer. Die Loge hat 37 Mitglieder, gut die Hälfte davon immer noch aus Stormarn.

Damit das Logenhaus außerhalb der Treffen nicht leer steht, kümmern sich Mieter, die im Anbau wohnen, um das Gebäude. Der schöne alte Festsaal im Ostflügel wird auch vermietet, zum Beispiel für Hochzeiten und andere Familienfeiern. Die Freimaurer selbst nutzen ihn vor allem zu zwei Gelegenheiten, dem Johannisfest um den 24. Juni herum und dem Stiftungsfest am 9. November, dem Gründungstag der Loge.

Lothar Hermann Kullack

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