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Stormarn Qualitativ sehr gut – Alle Prüflinge haben bestanden
Lokales Stormarn Qualitativ sehr gut – Alle Prüflinge haben bestanden
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16:43 06.09.2019
Mit ihrem Sitzmöbel gewann Louisa Kalkmann den Wettbewerb "Die gute Form" auf Kreisebene. Quelle: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

Ausbildung zum Tischler erfolgreich abgeschlossen! 15 Junggesellinnen und -Junggesellen wurden jetzt im feierlichen Rahmen im Good Morning+ Hotel von der Tischler-Innung Stormarn freigesprochen. Neben den Abschlusszeugnissen erhielten einige von ihnen auch besonderes Lob für ihre gefertigten Gesellenstücke.

Im feierlichen Rahmen erfolgte jetzt die Freisprechung von 15 Tischler-Gesellen. Viele der Gesellenstücke waren dabei ausgestellt. Das beste Gesellenstück kam dabei von Tom Sickmann (Tischlerei Uwe Nagel).

„Ein Aufwärtstrend ist erkennbar!“

Das Anfertigen eines Gesellenstücks ist neben schriftlicher und praktischer Prüfung Teil drei der Abschlussarbeit. „Die Auszubildenden haben dafür 100 Stunden Zeit, müssen vorab einen genauen Entwurf mit detaillierter Zeichnung einreichen. Erst, wenn dieser genehmigt ist, darf gebaut werden – natürlich nur im Ausbildungsbetrieb“, erklärt Helge Kujat. Der Tischlermeister aus Bad Oldesloe sitzt mit im Prüfungsausschuss und bildet in seinem Betrieb auch selbst aus. Die Nachwuchssorgen im Handwerk sieht er auch, erklärt: „Es gibt immer noch zu wenige von uns Tischlern“, hat aber schon eine Wende erkannt: „Im letzten Jahr haben sich dreißig neue Auszubildende angemeldet, das ist ein erster Aufwärtstrend.“ Die Zahl von jetzt 15 freigesprochenen Gesellen ist so gesehen zwar schon niedrig, doch wurde dies durch die guten Ergebnisse der Prüflinge wettgemacht. „Alle haben sehr detailgetreu gearbeitet und waren mit viel Herz bei der Sache“, lobte Klassenlehrer Thomas Schlüter seine Schützlinge.

Tischler wie der Großvater

Das beste Gesellenstück – bewertet mit der Note 1 – lieferte dabei Tom Sickmann von der Firma Uwe Nagel aus Ahrensburg. Der 24-jährige aus Ammersbek schuf ein TV-Lowbord, welches demnächst in seinem Wohnzimmer zu finden sein wird. „Ich hab vorher viel im Internet geforscht, wollte etwas schaffen, was man so nicht im Möbelhaus findet“, betonte Sickmann. Mit dem Beruf des Tischlers folgt er einer Familientradition, übte doch bereits sein Großvater dieses Handwerk aus. „Man lernt in der Ausbildung Fertigkeiten fürs Leben“, strahlt der frischgebackene Geselle, der demnächst noch einen Küchenschrank und ein Bett bauen will und in naher Zukunft die Meisterschule besuchen wird.

„Ich hab als Kind schon gern gewerkelt“

Beim Sonderwettwerb der Tischler-Innung im Kreis Stormarn „Die gute Form“ schnitt Louisa Kalkmann von der Bargteheider Tischlerei Dohmen & Ardelt mit einem von ihr gefertigten Sitzmöbel am besten ab. Den Ausschlag für den ersten Preis gab dabei wohl die harmonische Gesamtheit aus Metall, Holz, Stoff und der filigranen Teile. Die heute 23-jährige hatte schon als Kind Spaß daran, mit ihren beiden Brüdern und dem Vater gemeinsam zu werkeln und baute mit Vorliebe Ikea-Schränke und-Regale auf. Daher war für sie klar, nach dem Abitur erst mal etwas Handwerkliches zu machen. „Am Tischlern fasziniert mich, dass man den Fortschritt beim Bauen direkt miterleben kann“, erklärt sie. Zweifel an ihrer Berufswahl hatte sie dabei nie – selbst beim Schleppen schwerer Fenster nicht. „Der zufriedene Kunde macht alles wieder wett“, strahlt die junge Frau, die demnächst ein duales Architekturstudium beginnt.

„Als Frau auf dem Bau muss man sich durchsetzen“

Den zweiten Platz im Innungswettbewerb belegte mit Griseldis Heinze von Tischlerei Helge Kujat aus Bad Oldesloe die einzig weitere Junggesellin in diesem Jahr. Nachdem sie ihr Berufsgrundschuljahr - bei einer Tischler-Ausbildung ist das erste Lehrjahr immer rein schulisch – noch in ihrem Heimatort Augsburg absolviert hatte, zog es die heute 23-jährige in den Norden und in die Kreisstadt. Die Entscheidung, Tischlerin zu werden, fiel dabei ganz spontan. „Ich wusste erst mal nur, dass ich nach dem Abi etwas Praktisches machen wollte“, erklärte sie. Als man ihr dann nach dem Praktikum direkt den Lehrvertrag anbot, nahm sie an. „Am Anfang hat mich schon geärgert, wenn man als Frau auf dem Bau nicht akzeptiert worden ist oder jemand meinte, ich könne keine schweren Sachen tragen“, so Griseldis. Daher freut sie sich besonders, wenn sie inzwischen von den Mitgesellen Rückendeckung bekommt: „Lassen Sie mal, die kann das schon“, wird den Kunden dann gesagt. Ihr Gesellenstück, ein Sideboard, sollte ursprünglich einen angeschrägten Korpus haben. „Das war dann aber doch zu kompliziert“, stellte sie schon bei der Planung und in Gesprächen mit ihrem Chef Helge Kujat fest. Kurz vor Abgabe des Entwurfs entschied sie sich daher für einen normalen Schwierigkeitsgrad, überzeugte die Prüfer aber mit einer selbstgefertigten Schubkastenführung, der Verwendung und dem Einbau besonderer Halbzeuge und dem eigens geschweißten Metallgestell ihres Sideboard. Wie Louisa bleibt auch Griseldis der Tischlerbranche nicht erhalten: Ab nächster Woche studiert die zierliche blonde Frau „Informationstechnologie und Design“ an der Technischen Hochschule in Lübeck. Dem Norden bleibt sie damit treu.

Freisprechung von 15 Gesellen im Tischlerhandwerk des Kreis Stormarn

Nach erfolgreicher Prüfung im Ausbildungsberuf „Tischler“ wurden jetzt folgende Gesellen freigesprochen (Ausbildungsbetrieb in Klammern): Jendrik Böhling (Jäckstein Ladenbau), Kay Christiansen (Martin von Enckevort), Jonas Ehrich, Lars Gardain (SMF Wohndesign), Felix Gapinski (Grenz), Andree Grimm (Öko-Logisch), Griseldis Heinze (Helge Kujat), Louisa Kalkmann, Gregory Kruse (Dohmen & Ardelt Tischlerei), Tommy Lee Köhn (Pursche Tischlerei und Innenausbau), Benedikt Marschner (Björn Dunkelgut), Vincent-Alain Preiß (Walter Zippert), Jan Schwarz (Kristian Horst), Tom Sickmann (Uwe Nagel), Marvin Schubring (Holzideen Tischlerei).

Von Sandra Freundt

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