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Stormarn Fridays for Future: Bad Oldesloes Greta heißt Frederike
Lokales Stormarn Fridays for Future: Bad Oldesloes Greta heißt Frederike
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17:59 26.08.2019
In Bad Oldesloe wurde bisher dreimal für den Klimaschutz demonstriert. Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide/Bad Oldesloe

Frederike Wrohn will auch künftig nicht locker lassen in Sachen Klimaschutz: Die 17-jährige Schülerin organisiert die Fridays-for-Future Streiks in der Kreisstadt. Sie ist quasi Bad Oldesloes Greta. Gemeinsam mit dem Bargteheider Orga-Team der Klimaschutzstreiks – hier ist Nils Bollenbach der Sprecher – soll am Freitag, 20. September, eine gemeinsame Aktion der Gruppen in Oldesloe und Bargteheide stattfinden.

Auftakt ist eine Radtour von Bad Oldesloe nach Bargteheide, dort soll es dann mit einem Gang durch die Stadt, Musik und Kundgebung weitergehen.

Veranstaltung für ganz Stormarn

„Das wird dieses Mal eine Stormarn-weite Veranstaltung“, erklärt Frederike Wrohn, die hofft, damit wieder mehr Unterstützer zu aktivieren. Der 20. September sei gleichzeitig auch der Weltkindertag. „Es ist schwer, die Leute begeistert zu halten“, hat sie die Erfahrung gemacht. Waren es bei der ersten Demonstration in Bad Oldesloe noch gut 500 Leute, die mitliefen, kamen bei der zweiten 250 Teilnehmer und beim dritten Mal nur noch 100. Seitdem gab es keine Aktionen mehr.

„Der erste Hype ist vorbei. In Bad Segeberg protestieren jeden Freitag fünf Leute von Fridays for Future, aber wir planen jetzt lieber eine große Aktion.“ Die spielt in Bargteheide, weil dort die Unterstützung durch die Schüler größer sei als in Bad Oldesloe. Ohnehin seien die beiden Städte bei dem Thema die einzigen aktiven im Kreis. „In Ahrensburg oder Reinfeld ist nichts.“

Frederike Wrohn organisiert die Fridays-for-Future Streiks in Bad Oldesloe. Quelle: Bettina Albrod

Unterstützung bekommen die Schüler am geplanten Aktionstag von Vertretern der Naturschutzverbände und vom ADFC (Allgemeinder Deutsche Fahrrad Club). Unterstützen will auch so manche Partei, aber die sind dieses Mal nicht dabei. „Wir wollen die politischen Parteien erstmal draußen lassen“, erklärt Frederike Wrohn, „die Streiks sollen überparteilich bleiben, deshalb wird auch kein Politiker dort reden.“

Gespräch mit Schulen suchen

Das Gespräch suchen will die Klimaschützerin dagegen mit verschiedenen Schulleitern. „Mit der Radtour wollen wir wieder mehr Leute gewinnen, aber es wäre auch schon gut, wenn am Freitag wenigstens Unterricht zum Thema Klimaschutz stattfinden würde.“ Immerhin gebe es Lehrer, die die Aktion unterstützten. Während Greta noch segelt, behält ihre Idee weiter Rückenwind. „Das Segeln ist eine gute Alternative zum Fliegen“, sagt Frederike Wrohn, auch wenn sie weiß, dass jetzt nicht jeder nach Amerika segeln kann. „Es ist eine gute Idee, um zu zeigen, worauf es ankommt.“

Demo für Klimaschutz

Nach dem Vorbildder Initiatorin Greta Thunberg gehen Schüler freitags während der Unterrichtszeit auf die Straßen und demonstrieren für den Klimaschutz. Der Protest findet weltweit statt und wird von Schülern und Studenten organisiert. Für den 20. September ruft die Bewegung erneut zu einem weltweiten Klimastreik auf. In Stormarn treffen sich alle Unterstützer in Bargteheide.

Die Stormarner Klimaschützer haben eigene Forderungen, die sie auch am 20. September wieder stellen wollen. Mehr ÖPNV in Bad Oldesloe, die Radwege ausbauen, mehr Solarmodule auf die Dächer bringen und mehr Windparks gehören dazu. Länder wie Indien oder Asien brauchten eine klimapolitische Entwicklungshilfe, um zur Vermeidung von CO2 beitragen zu können, sagt Frederike Wrohn. Man müsse allen klar machen, dass es nicht um Länderinteressen, sondern um die gemeinsame Welt gehe. „Man kann das nicht der Regierung überlassen, sondern muss die Gesellschaft mitnehmen“, betont Frederike Wrohn. Im Kleinen habe sie bereits Veränderungen bemerkt.

Rund 250 Schüler hatten sich zur Demo in Bargteheide vor dem Rathaus versammelt. Quelle: Bettina Albrod

So sei der Klimaschutz in der Klasse schon Thema, einige seien auf wiederverwertbare Trinkflaschen umgestiegen, und es werde mehr über Klimaschutz geredet. „Gegner gibt es immer“, sagt die Oldesloerin. Einige würden den Klimawandel leugnen, eine Frau habe ihnen mal gesagt, sie würden manipuliert. Manchen Leuten sei das Thema auch egal. Den engagierten Fridays-for-Future-Gruppen liegt daran, möglichst viel Aufmerksamkeit für ihre Aktionen zu bekommen, deshalb wird der 20. September als Generalstreiktag für sie ein wichtiges Datum. Demonstriert wird dabei zur Schulzeit.

Bargteheider Grüne wollen „Sofortprogramm Klima“

Auch wenn die Veranstaltung unpolitisch sein soll, greifen doch Parteien die Forderungen der Jugendlichen auf. So wollen die Bargteheider Grünen gemeinsam mit der SPD auf der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima, Energie am 4. September den Antrag stellen, dass sich die Bargteheider Kommunalpolitik mit einem „Sofortprogramm Klima“ verpflichten soll, alles Menschenmögliche zur Eindämmung der Erderwärmung zu tun. Es fehlt dabei nicht der Verweis auf die Impulse aus der Schüler-Bewegung „Fridays for Future“. Auch ein „Stadtfest for Future“ in Bargteheide steht auf der Tagesordnung, ebenso wie der Antrag, sämtliche Bargteheider Schulen mit Trinkwasserspendern auszustatten.

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Von Bettina Albrod

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