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Stormarn Weniger Beteiligung bei Demos in Bargteheide und Bad Oldesloe
Lokales Stormarn Weniger Beteiligung bei Demos in Bargteheide und Bad Oldesloe
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16:49 29.11.2019
Deutlich weniger Schüler als sonst zogen bei der Demonstration durch Bargteheide. Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

So wenige waren es noch nie: In Bargteheide hatte die Bewegung Fridays for Future kurz vor der UN-Klimakonferenz am 2. Dezember wieder zur Demo unter dem Motto „Neustart Klima“ aufgerufen, aber diesmal blieb die Zahl der Protestler mit rund 80 Teilnehmern überschaubar. Zu Beginn um 9 Uhr hatten sich vor dem Bargteheider Rathaus deutlich weniger Schüler als bei den vorangegangenen Klima-Demos eingefunden. Dabei feierte Organisator Nils Bollenbach mit der Demo gleichzeitig den Geburtstag der Bewegung.

Fünfte Demo zum Klima in Bargteheide

„Am 20. Dezember 2018 war der Start in Bargteheide“, erklärte er, „in einem Jahr ist das die fünfte Demo, die wir veranstalten.“ Auch im kommenden Jahr solle es damit weitergehen. „Dieses Mal hatten wir keine Probleme, dafür die Rathausstraße gesperrt zu bekommen“, sagte Bollenbach, der von der geringen Teilnehmerzahl enttäuscht war. „Es ist vielleicht nicht gut genug bekannt gemacht worden“, überlegte er. Von Mitschülern gebe es viel Unterstützung, aber auch Kritik.

Hier geht’s zum FFF-Liveticker zum Nachlesen

„Es stehen nicht alle dahinter, und viele sind auch nicht bereit, dafür die Schule zu schwänzen“, erklärte Bollenbach. Viele Lehrer hätten dagegen Verständnis, und in der Schule werde das Thema Klimaschutz inzwischen aufgegriffen. „In dem Jahr, in dem wir demonstrieren, hat sich was getan.“ Ziel sei es, die Politiker zum Handeln zu bewegen. Mittlerweile seien sie beim Kreis zur Sitzung des Umweltausschusses eingeladen worden, und es sei mehr zum Klimaschutz passiert. Bollenbach: „Aber den Worten sollen auch Taten folgen. Darauf wollen wir hinweisen.“

Nils Bollenbach (Mitte) leitete die Demo in Bargteheide. Quelle: Bettina Albrod

Mit bunten Plakaten, Bannern, einem Transparent und Megafon zog der Zug der Demonstranten einmal durch die Rathausstraße, die von der Polizei dafür gesperrt worden war. „Das muss man unterstützen“, erklärte eine Frau, die mit ihren kleinen Kindern gekommen war. Schließlich gehe es um die Zukunft der Kinder. Rosemarie Böhmer war aus dem Nachbarort Bargfeld-Stegen gekommen und hängte sich ein Schild „Oma for Future“ um. „Ich bin bisher bei jeder Demonstration dabei gewesen“, betonte sie. Auch Vertreter der Grünen und der Linken waren erschienen und machten teils mit eigenen Tafeln auch auf ihre Ziele aufmerksam.

Kundgebung vor dem Rathaus

„Wir sind hier, wir sind laut ...“, skandierten die Demonstranten auf ihrem Zug durch die Straße und absolvierten das bekannte Programm. Anschließend versammelten sie sich vor dem Rathaus, wo Bollenbach noch einmal die Bedeutung des Klimaschutzes betonte. „Wer von Euch jetzt etwas zum Thema sagen möchte, kann das Megafon haben“, bot er an, aber keiner wollte. Stattdessen wurde noch einmal gesungen, und Bollenbach nutzte den Moment zur Konsumkritik anlässlich des „Black Friday“. Es sei nicht in Ordnung, dass viele zurückgeschickte Waren vernichtet würden, auch das belaste das Klima. Dafür gab es Beifall von den Zuhörern. Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht schaute auf dem Weg zu einem Termin kurz vorbei. Sie begrüßte die erneute Demonstration. „Dieses Thema ist unendlich“, sagte sie, „es braucht immer wieder Sensibilisierung und Bewusstmachung. Hier sind alle gefragt, ihr Verhalten täglich auf Nachhaltigkeit zu hinterfragen.“

Rosemarie Böhmer hat bisher jede Demo unterstützt. Quelle: Bettina Albrod

Bei der nächsten Fridays-for-Future-Demo wird Nils Bollenbach nicht mehr der Sprecher der Gruppe sein. Der Abiturient will sich auf seinen Abschluss vorbereiten und übergibt das Zepter an Josephine Strehmel und Lea Grobareck. Nils Bollenbach hatte die Stormarner Fridays-for-Future- Bewegung in Bargteheide ins Leben gerufen. In der Gruppe will er weiter aktiv bleiben.

Fahrrad-Demo in Bad Oldesloe

Auch in Bad Oldesloe waren deutlich weniger Demo-Teilnehmer unterwegs als bei den Kundgebungen davor. Bei frostigen Temperaturen hatten die Organisatoren zu einer Fahrradtour durch die Innenstadt aufgerufen, die von elf Polizeibeamten und sechs Fahrzeugen begleitet wurde. Zum Treffpunkt am Marktplatz konnten die Organisatoren Friederieke Wrohn und Tom Petersen, beide sind Schüler der Ida-Ehre-Schule, rund 80 Teilnehmer zählen. Unterwegs schlossen sich weitere 20 Personen dem Fahrradtross an.

Fahrrad-Demo der FFF-Gruppe in Bad Oldesloe. Quelle: Petra Dreu

Unter den Radfahrern waren nicht nur Schüler, sondern auch Erwachsene. Für den Klimaschutz traten auch Vertreter der Kommunalpolitik in die Pedale. „Wir müssen die Klimakrise überwältigen und endlich weiterkommen. Das, was die große Koalition als Klimapaket vorgelegt hat, verdient den Namen nicht. Damit können wir das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens nicht erreichen. Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien auf 65 Prozent bis 2030 ist ernsthaft in Gefahr“, sagte Willi Janson von den Grünen. Klaudia Rahmann (Grüne): „Wir müssen weiter Druck machen, damit etwas passiert.“ „Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend“, sagte Janson.

Mit der Resonanz auf ihren Aufruf sind die Organisatoren zufrieden. „Dafür, dass es so kalt ist, sind viele gekommen“, freute sich Tom Petersen. Ihm schloss sich Friederieke Wrohn an: „Ich habe gar nicht mit so vielen gerechnet. Uns hat sich sogar eine Frau mit Kinderwagen angeschlossen.“

Nächste Demo am 17. Januar

Einen weiteren Termin für den Klimaschutz gibt es bereits, der dann sogar offiziell eine Bildungsveranstaltung sein solll. Grund dafür ist die Teilnahme der Politökonomin Maja Göpel, Expertin für Klimapolitik und Hochschullehrerin an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie hat sich den „Scientists for Future“ angeschlossen, die die FFF-Schülerstreiks unterstützen. Hauptberuflich ist sie Generalsekretärin des „Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen“ (WBGU). Sie wird am 16. Januar in Kooperation mit der Oldesloer FFF-Bewegung einen Vortrag im Kultur- und Bildungszentrum (KuB) halten und am Tag darauf die Schüler bei ihrer nächsten Kundgebung unterstützen.

Von Bettina Albrod

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