Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Furcht vor dem Elektrosmog
Lokales Stormarn Furcht vor dem Elektrosmog
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 23.01.2015
Aufmerksam verfolgten etwa 100 Bürger die Diskussionsbeiträge (links). Im Gemeinschaftshaus wurden die aktuellen Pläne vorgestellt. Vertreter von Unternehmen und Landesregierung erläuterten Details. Quelle: Fotos: mt
Mönkhagen

Einen höheren Geräuschpegel sowie eine zusätzliche Belastung durch elektrische und magnetische Felder — das fürchten Bürger, wenn die geplante 380-kV-Leitung, die „Stromautobahn“, kommt. Bei einer Anhörung in Mönkhagen äußerten sie jetzt ihre Bedenken zur Planung der Leitung, die in unmittelbarer Nähe des Ortes gebaut werden könnte.

Vor etwa 100 Besuchern wies Tobias Goldschmidt vom schleswig- holsteinischen Energiewendeministerium im Gemeinschaftshaus auf die von der Bundesnetzagentur festgestellte Notwendigkeit für den Bau einer 380-kV-Leitung hin. Bisher sei Lübeck mit der Hamburger Region nur durch eine 220-kV-Leitung verbunden. Diese reiche allerdings für den Transport des künftig dank des Ausbaus der Windenergie erzeugten zusätzlichen Stroms nicht mehr aus. Die geplante Ostküstenleitung sei wichtig, um in Zukunft Versorgungssicherheit zu garantieren.

Nach den Worten von Tobias Goldschmidt wird in etwa zehn Jahren die dreifache Menge Windenergie anfallen — und die müsste weitergeleitet werden. Zu der von Bürgern geäußerten Kritik, die neue 380-kV-Leitung sei nur zwischen knapp neun und 30 Prozent ausgelastet, sagte Goldschmidt: „Die Stromtrassen sind dazu ausgelegt, im Vergleich zum Normalbetrieb die doppelte Energiemenge transportieren zu können, um das Netz bei Störungen stabil zu halten.“

Uwe Herrmann erläuterte für das Unternehmen Tennet als künftigen Bauherren und Betreiber der „Stromautobahn“ den Planungsstand. Zudem stellte er die bereits bekannten Varianten der neuen Trasse vor:

an der A 20, an der bestehenden 220-kV-Leitung sowie an der 110-kV-Leitung und der A 1. Nach den vorliegenden Daten werde ein 500 Meter breiter Korridor an der 220-kV-Leitung favorisiert — und der würde in der Nachbarschaft von Mönkhagen sowie der umliegenden Dörfer ausgewiesen. Die Planer setzen weiterhin auf das sogenannte Bündelungsprinzip. Das heißt: Wo bereits Projekte zur Infrastruktur wie Stromleitungen oder Straßen existieren, könnten auch neue geplant werden. Außerhalb dieser Bündelung gebe es keine Alternativen.

Bürger machen sich angesichts dieser Vorstellungen Sorgen. „Ich wohne nur 300 Meter neben der 220-kV-Leitung entfernt, und die macht bei der aktuellen Wetterlage Geräusche ohne Ende. Was passiert dann mit einer 380-kV-Leitung? Fängt die etwa an zu glühen?“, fragte ein Langniendorfer. Ein anderer merkte an, dass schon von einer Leitung mit nur 220 Kilovolt permanenter Lärm ausgehe.

Die Fachleute gestanden zu, dass bei „bestimmten Wetterlagen die Leitungen laut sind“. Allerdings habe eine 380-kV-Leitung den Vorteil, weniger Geräusche zu verursachen als eine Leitung mit geringerer Kapazität. Für die Belastungen durch elektrische und magnetische Felder habe der Gesetzgeber strenge Auflagen gemacht: Nach aktuellen Erfahrungen seien diese Belastungen in einer Entfernung von 150 Metern kaum noch relevant — und Messungen, die direkt unter den Masten einer 380-kV-Leitung erfolgten, hätten gezeigt, dass selbst in dieser Nähe nur noch ein Prozent des zulässigen Höchstwertes erreicht werde.

Kritisiert wurde von Teilnehmern, dass der Zeitrahmen bis zur Vorlage von Anregungen zu knapp bemessen sei. Bis Mitte März sei dies nicht möglich — in Rehhorst habe sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dem Thema beschäftigt. Vertreter der Landesregierung sicherten zu, Vorschläge könnten auch später berücksichtigt werden.

In drei Jahren genehmigt
Die Ergebnisse des Bürgerdialogs in Mönkhagen sollen während einer öffentlichen Veranstaltung am Mittwoch, 22. April, in Bad Oldesloe vorgestellt werden. Als Protokollführer nimmt der stellvertretende Mönkhagener Bürgermeister Jens Kittelmann weitere Anregungen entgegen.



Nach Abschluss der noch fälligen Planungsverfahren könnte der Bau der 380-kV-Leitung im Jahr 2018 genehmigt werden. Sie wird als Freileitung errichtet — dem aktuellen Stand der Technik.

Michael Thormählen

Das Werk von Carl Orff soll im Juli in Bad Oldesloe aufgeführt werden.

23.01.2015

Wie geht es weiter mit der Betreuung von gefährdeten Jugendlichen in der Stadt Bad Oldesloe? Diese Frage wird auf der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Montag, 26.

23.01.2015

Festakt und Grillfest im August geplant. Ungewöhnlich hohe Zahl von Fehlalarmen.

23.01.2015