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Stormarn Junge Oldesloerin mischt auf der Weltbühne mit
Lokales Stormarn Junge Oldesloerin mischt auf der Weltbühne mit
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12:31 27.06.2019
Carolina Claus aus Bad Oldesloe und Felix Kaminski aus Köln waren die deutschen Vertreter beim G20-Jugendgipfel. Quelle: hfr
Bad Oldesloe/Tokio

Am Freitag und Sonnabend Juni ist es wieder soweit: Die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten treffen sich im japanischen Osaka, um über Themen wie internationale Wirtschaftspolitik und Handelsbeziehungen, aber auch Klimapolitik, Migration oder Frauenrechte zu diskutieren.

Während das Gipfeltreffen in den Medien präsent ist, findet über die Vorbereitung weitaus weniger Berichterstattung statt. Denn auf dem Gipfeltreffen wird zwar eine gemeinsame Abschlusserklärung unterschrieben, die Arbeit beginnt jedoch viel früher und auf unterschiedlichen Ebenen.

„So gibt es beispielsweise einen G20-Frauengipfel oder einen G20-Gesundheitsgipfel, um auch zivilgesellschaftliche Gruppen in den G20-Prozess einzubinden“, erklärt Carolina Claus (25), die aus Bad Oldesloe stammt (TMS-Schülerin, Leichtathletik und Handball beim VfL), mittlerweile in Flensburg ihr Lehramtsstudium abgeschlossen hat und einer von zwei deutschen Vertretern beim G20-Jugendgipfel vor kurzem in Tokio war.

Drei große Themenkomplexe

Beim sogenannten Youth-20-Summit (Y20) verhandeln jeweils zwei junge Vertreter aus jedem G20-Staat über Schwerpunktthemen des „großen“ Gipfels. „Ziel ist es, Politikempfehlungen der Jugend and die Staats- und Regierungschefs zu erarbeiten“, sagt Felix Kaminski aus Köln, der zweite deutsche Vertreter. Beide wurden vom Deutschen Nationalkomitee für Internationale Jugendarbeit (DNK) entsendet, Carolina Claus für die Deutschen Sportjugend und Felix Kaminski für den Deutschen Bundesjugendring.

Auf dem Y20-Gipfel wurde über drei übergeordnete Themenblöcke diskutiert: Zukunft der Arbeit, Unternehmen und Umwelt und Internationaler Handel. In den Wochen vorher hatten die beiden über Online-Konsultationen Meinungen, Stimmen und Ideen aus Deutschland eingeholt.

„Nach mehreren Verhandlungsrunden, die zum Teil bis tief in die Nacht gingen, war es dann soweit und wir hatten ein Kompromiss für unsere Empfehlungen“, berichtet Carolina Claus. Es sei nicht immer ganz einfach gewesen, aber am Ende „haben wir es geschafft, eine gemeinsame Abschlusserklärung zu verfassen“, sagte die gebürtige Oldesloerin den LN. „Neben den Verhandlungen waren Experten anwesend, denen wir Fragen stellen konnten.“ Am Ende des Gipfels wurde die Abschlusserklärung schließlich an den japanischen Premierminister Shinzo Abe übergeben, dem Gastgeber des G20-Gipfels.

CO2-Steuer und weniger Plastik

„Uns war allen wichtig, dass das Leben auf unserem Planeten nachhaltiger gestaltet wird. Deshalb haben wir die Staats- und Regierungschefs in unsere Abschlusserklärung dazu aufgerufen, zeitnah wirksame Maßnahmen gegen die Klimakrise einzuleiten und auch andere planetare Belastungsgrenzen nicht zu überschreiten“, so Felix Kaminski.

So fordern die Jugenddelegierten eine CO2-Bepreisung sowie eine starke Reduzierung der Produktion und des Konsums von Plastik. Ferner werden die G20-Staaten dazu angehalten, herkömmliche Bildungsangebote durch extra-curriculare zu erweitern. So soll lebenslanges Lernen ermöglicht werden, was den jungen Delegierten insbesondere hinsichtlich des sich stetig wandelnden Arbeitsmarktes wichtig erscheint.

Weiterhin soll fairer und nachhaltiger internationaler Handel, unter besonderer Berücksichtigung der Wahrung der Menschenrechte, gefördert werden, indem in internationalen Handelsabkommen verpflichtend ein sogenannter „Paragraf für Nachhaltige Entwicklung“ eingeführt wird.

Gebannter Blick auf den echten Gipfel

„Obwohl junge Menschen unter 30 Jahren mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, sind sie in politischen Entscheidungsprozessen weltweit erheblich unterrepräsentiert“, sagt Carolina Claus. „Dass sie starke politische Meinungen haben und politisch interessiert sind, zeigen unter anderem die Fridays-for-Future-Proteste.“ Jugendpartizipation müsse jedoch auf allen politischen Ebenen stattfinden und ernst genommen werden. „Nicht zuletzt deshalb werden wir den G20-Gipfel sehr genau verfolgen und sind gespannt, ob die Empfehlungen der Jugend von den Staats- und Regierungschefs gehört werden“, so die Oldesloerin.

Sie selbst ist sich noch unschlüssig, ob sie wirklich als Lehrerin in der Grundschule arbeiten will. Jetzt steht erstmal ihre Promotion in Erziehungswissenschaften an. Vielleicht geht es also in die Wissenschaft, vielleicht aber auch in die Politik. Nur: Eine passende Partei hat die 25-Jährige noch nicht gefunden. Aber politisches Engagement gehe ja auch ohne Partei.

mc

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