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Stormarn Ganz friedlich: Legionäre erobern Bargteheide
Lokales Stormarn Ganz friedlich: Legionäre erobern Bargteheide
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20:32 09.03.2015
Der Römer Lukas Czerwinski wusste die Lateinschüler des Kopernikus-Gymnasiums mit seinen Ausführungen und Erzählungen zu fesseln.
Bargteheide

„Wir gestalten Geschichtsunterricht so, wie wir ihn als Schüler auch gerne gehabt hätten. Die Welt der Römer ist für uns schon ein bisschen mehr als Hobby. Das ist schon eher Leidenschaft“, sagt Walter Dieckmann, der als Legionär Cato der internationalen Gemeinschaft Legio XXI Rapax eine stattliche Figur abgibt. Eine ganze Kiste voller Relikte aus der Vergangenheit hatten der Polizeibeamte aus Norderstedt im Kreis Segeberg und sein Mitstreiter „Lucian“ Lukas Czerwinski, der im wahren Leben sein Geld als Historiker und Rettungsassistent verdient und in Scharbeutz im Kreis Ostholstein zu Hause ist, mit nach Bargteheide ins Kopernikus-Gymnasium gebracht.

Vor ihnen saßen 33 Schüler der beiden Lateinklassen des sechsten Jahrganges. Gespannt schauten sie auf die imposanten Legionäre, die ihnen vom alten Rom und von den damaligen Lebensverhältnissen erzählten. Dabei freilich kamen die Bargteheider Germanen gar nicht gut weg. Entsprechend beeindruckt waren die Schüler, als ihnen bewusst wurde, welche Errungenschaften auf die alten Römer zurückzuführen sind, die heute selbstverständlich sind. „Rom ist immer noch lebendig, auch in Bargteheide, auch an dieser Schule“, sagte der Legionär, der geschickt Antworten aus den Schülern lockte und immer wieder lateinische Vokabeln in seine Ausführungen einfließen ließ.

Befestigte Straßen, Kanalisation, das Rechtssystem und die Erfindung des Zements hatten die Römer schon zu deren Zeitrechnung ein ansehnliches Leben gegenüber den Germanen führen lassen. In die Rolle der Germanen mussten dabei Alex und Monika schlüpfen, während Lukas und Ines Römer sein durften. Der Unterschied war deutlich: Zur damaligen Zeit lebten die Germanen noch in Holzhütten mit Dächern aus Stroh. Das Wasser musste mit Eimern vom Fluss oder dem Brunnen nach Hause geschleppt werden. Das Brot musste die Germanin Monika am eigenen Feuer backen. Die Römerin Ines dagegen lebte in einem Stadthaus aus Stein. Das Brot kaufte sie beim Bäcker, und wenn sie Wasser brauchte, öffnete sie nur eben den Wasserhahn. Daneben interessierten die Schüler auch die Rüstungen und Waffen sowie das Leben der Legionäre — eine weitere Seite des römischen Imperiums. Es eroberte mit seinen Legionen den größten Teil der damals bekannten Welt. Doch bis Bargteheide sind die Römer damals nie gekommen.

„Das hier ist besser als jede Latein-Doppelstunde“, sagte Lasse. „Das ist total interessant, was die Beiden erzählen“, meinte auch seine Mitschülerin Lea. Zustimmung fand sie bei den beiden Lehrern Yvonne Siefke und Rainer Richard. Der Latein- und Geschichtslehrer war begeistert: „Die Gäste wecken die Neugierde der Schüler, die richtig mitgehen. Ich war schon beim ersten Besuch der Legionäre begeistert. Sie machen eine richtig tolle Werbung für Latein.“

Mehr als 100 Mitglieder fühlen sich einer alten militärischen Tradition verbunden
Die Legio XXI Rapax ist eine internationale Gemeinschaft Gleichgesinnter, die den Alltag, das Aussehen, die Ausrüstung, die militärischen Fertigkeiten, das Selbstverständnis und die Traditionen des römischen Militärs der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts nach Christus so authentisch wie möglich rekonstruiert und nachempfindet. Dabei orientiert sich die 2003 gegründete Gruppe an aktuellen archäologisch-wissenschaftlichen Forschungserkenntnissen und überlieferten Quellen. Legio XXI Rapax zählt mehr als 100 Mitglieder aus Deutschland, Polen, Österreich, Italien, Luxemburg, Weißrussland und der Ukraine. Höhepunkte sind die Zusammenkünfte an verschiedenen Orten Europas. pd
• Infos unter www.legioxxirapax.de

Petra Dreu

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