Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Bad Oldesloe: Gedenken an den Tag der Befreiung vor 74 Jahren
Lokales Stormarn Bad Oldesloe: Gedenken an den Tag der Befreiung vor 74 Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:42 08.05.2019
Legten einen Kranz auf der Oldesloer Hude nieder in Erinnerung an den Tag der  Befreiung am 8. Mai 1945: Pastor Steffen Paar, Walter Albrecht, Hildegard Pontow, Hendrik Holtz und Luc Salinger.
Legten einen Kranz auf der Oldesloer Hude nieder in Erinnerung an den Tag der Befreiung am 8. Mai 1945: Pastor Steffen Paar, Walter Albrecht, Hildegard Pontow, Hendrik Holtz und Luc Salinger. Quelle: Dorothea von Dahlen
Anzeige
Bad Oldesloe

An den Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus vor 74 Jahren erinnerten gestern Vertreter von Stadt, Kirche sowie dem Bündnis gegen Rechts. An der Oldesloer Hude legten sie einen Kranz nieder. Dass in Deutschland nunmehr Frieden herrsche, sei ein Glück, sagte Bürgerworthalterin Hildegard Pontow. Doch es sei trügerisch zu glauben, dass dies auch so bleibe. Machbesessene Regenten wie in Syrien, der Türkei, Nordkorea, Russland und den USA spielten mit dem Feuer. Das Erstarken rechtsgerichteter und demokratiefeindlicher Kräfte bedrohten den inneren Frieden – hierzulande und auch in Europa. „Vor 80 Jahren begann auch der Zweite Weltkrieg mit einer Lüge. Und da gibt es heute tatsächlich Menschen, die diese Aggressoren noch verherrlichen“, beklagte die Bürgerworthalterin.

„Gebe dem Frieden ein Gesicht“

Sülfelds Pastor Steffen Paar schilderte, wie seine Familie die Kriegszeit erlebt hat und erinnerte an die Mitschuld, die die Kirche daran trug, indem sie Waffen segnete und die Nazis hofierte. Er mahnte an, dass sich auch heutzutage niemand nicht hinter Worten verstecken solle. Denn inzwischen werde wieder gegen Menschen anderer Herkunft, Homosexuelle und Minderheiten gehetzt. „Darum gebe dem Frieden Dein Gesicht. Fang im Kleinem an“, sagte Paar.

Bündnis gegen Rechts warnt vor Rechtsruck

Drastische Worte fand Hendrik Holtz vom Bündnis gegen Rechts. „Es gibt faschistische Strukturen in unserem Land. Leute in unseren Schulen, der Polizei, die sich klar zum Rassismus bekennen“, sagte er. Sie hätten sich von allen Werten, die eine Demokratie ausmachten, verabschiedet. Insofern sei es ein täglicher Kampf, dem etwas entgegenzusetzen. Als jüngster Redner sprach Luc Salinger (17) von der Kreisberufsschule. Er räumte ein, dass die meisten seiner Generation demokratische Werte als selbstverständlich ansähen, was allerdings ein Fehler sei. „Demokratie ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Sie muss im Alltag ausgelebt werden“, sagte er unter Beifall der Umstehenden.

Dorothea von Dahlen