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Stormarn Großes Fest mit Tradition: Schützen haben die Zukunft im Visier
Lokales Stormarn Großes Fest mit Tradition: Schützen haben die Zukunft im Visier
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12:21 30.07.2019
In Trittau wird drei Tage lang Schützenfest gefeiert. Quelle: Bettina Albrod
Trittau

Das Schützenfest stammt aus einer Lebenswelt, die man mit Tracht, Kapelle, Spielmannszug und Feiern verbindet. Das Schützenfest in Trittau hat die alten Werte beibehalten, ergänzt sie aber um Bands, Sport, Serenade mit Fackelträgern und Bürgernähe. Damit ist es dem Schützenverein Trittau, der in zwei Jahren 100-jähriges Bestehen feiert, gelungen, seine Ziele in die heutige Zeit zu transportieren. Wo andernorts Schützenfeste wegen Mangels an Beteiligung ausfallen, feiern die Trittauer vom 16. bis zum 18. August drei Tage lang ihr 85. Volks- und Schützenfest, das als größtes im Kreis gilt.

Bürger werden einbezogen

„Die Betonung liegt auf Volksfest“, erklärt Norbert Weber, der seit fünf Jahren jedes Mal 1. Ritter wird und deshalb jetzt eine Rittersperre eingeführt hat, damit auch mal andere drankommen. Er betont „Volks“ besonders, denn der Trittauer Schützenverein will alle Trittauer mitnehmen. „Wir machen das Schützenfest für die Bürger“, erklärt auch Jürgen Hinsch, der zum Organisations-Team gehört. Ein Bürgerkönig wird ausgeschossen, der Jahrmarkt ist mit Auto-Scooter, Karussells und Fahrgeschäften für Familien attraktiv, die Abendserenade im Fackelschein auf dem Europaplatz und das Abschlussfeuerwerk, das es seit den 60er Jahren gibt, locken immer sehr viele Besucher an, Musikbegleitung und Umzug durch den Ort mit 800 Teilnehmern sind ein Ereignis, bei dem viele Trittauer zuschauen. Dazu kommen ein Preisschießen für jedermann und verschiedene Tanzveranstaltungen im Festzelt für das ganze Dorf, bei dem die 1000 Plätze stets besetzt sind. „Die Gemeinde unterstützt uns sehr bei unserem Schützenfest“, lobt Weber, „auch Bürgermeister Oliver Mesch ist die Traditionsveranstaltung wichtig.“

Das Schützenfest in Trittau ist das größte im Kreis. Quelle: Bettina Albrod

Den Namen Weber hört man häufiger im Schützenvorstand, denn die Vereinstätigkeit ist oft Familiensache. Pressewart Philip Weber zeigt ein kurzes Video, in dem die Band „Tin Lizzy“ aus Flensburg sich auf ihren Auftritt am Sonnabend in Trittau freut – auch beim Marketing ist der Verein in der Moderne angekommen. Mit 185 Mitgliedern gehört der Trittauer Schützenverein zu den großen Sport- und Traditionsvereinen in Stormarn, der über moderne Schießanlagen verfügt. Dennis Weber sieht in dem jährlichen Schützenfest ein Highlight: „Dann ist in Trittau mal etwas los. Sonst gibt es hier eigentlich keine großen Feste“, sagt der junge Mann.

Lügenbarone streuen Gerüchte

Damit das Schützenfest gelingt, sind die Organisatoren schon seit einem Jahr mit den Vorbereitungen beschäftigt. „Wir beobachten mit den Jahren, dass man den Leuten immer mehr bieten muss“, sagt Hinsch. Das Fest solle begeistern, verdienen könne der Verein daran nicht. „Es läuft meistens darauf hinaus, dass die Unkosten gedeckt werden.“ Hinsch möchte auch die alten Traditionen weiterleben lassen. Die „Lügenbarone“, wie die Königskommission heißt, streuen Gerüchte, wer König wird, und erschrecken dabei die, die es gar nicht werden wollen. Bei Norbert Weber klebte auch schon mal eine Krone an der Tür, um ihn in die Irre zu führen. „Bei uns gibt es aber noch genügend Anwärter“, betont Norbert Weber, „mindestens zehn Schützen wetteifern um die Königswürde.“ Dadurch gebe es auch in Trittau noch die Königssperre, wo andere Vereine verzweifelt nach Anwärtern suchten.

Noch-König Patrick Lanquillon zeigt die Königskette. Quelle: Bettina Albrod

Die Ernennung ist stets mit allerlei Unfug verbunden; so wurden zuletzt mehrere Kandidaten mit Wasser begossen, nur beim König kam Konfetti aus der Gießkanne. „Das war noch schlimmer“, erinnert sich Patrick Lanquillon, der den Titel „Der Unerwartete“ trägt, „das Zeug färbte ab.“ Wenn er sich bewegt, klimpert er leise, denn zur Königswürde gehört die schwere Kette mit Silbermünzen. Jeder König ergänzt sie um eine Münze und darf das Motiv selber wählen. Bei Lanquillon ist es die „Gorch Fock“. Der neue König wird beim Katerfrühstück am Sonnabend proklamiert, das mit einer Show mit vielen Sketchen und Musik begleitet wird.

Musik für alle Altersklassen

Bei der Musik ist für alle Altersklassen was dabei. „Die Oldie-Disco am Freitag heißt so, weil eine Discothek im Ort mal den Namen hatte“, erläutert Hinsch, „gespielt wird Musik für Junge und Alte.“ Auch Tin Lizzy holt alle auf die Tanzfläche, und die „Bigelos“, die seit 30 Jahren live auf der Bühne spielen, gehören zum lieb gewonnen Inventar des Festes. „Wir bieten Begegnung und Geselligkeit“, fasst Norbert Weber zusammen, „auf dem Schützenfest trifft man sich und kann am Tresen ganz unkompliziert ins Gespräch kommen.“

Drei Tage Programm

Das Programm des Trittauer Schützenfestes kann man unter www.schuetzen-trittau.de im Internet nachlesen. Die Oldie-Disco spielt am Freitag, 16. August, ab 20 Uhr in der Schützenhalle, „Tin Lizzie“ ist dort am Sonnabend, 17. August, zu hören, und am Sonntag, 18. August, gehört die Bühne ab 19 Uhr den „Bigelos“.

Damit läuft es in Trittau gegen den Trend. „Die Schützenfeste werden immer weniger“, hat Rolf-Peter Fröhlich, Vorsitzender des Kreisschützenverbandes, beobachtet. „Die Traditionsschützen werden langsam zu alt.“ Zuwachs gebe es dennoch bei den Vereinen. „Viele Jüngere treten als Sportschützen ein.“ Die wollten aber nicht mehr in Tracht durch den Ort marschieren, sondern sich vor allem sportlich betätigen. Deshalb fielen viele Schützenfeste aus. „Auf dem Dorf ist das noch anders“, sagt Fröhlich, „aber allgemein steht bei den Schützen heute der Schießsport im Mittelpunkt, vor allem das Bogenschießen. Wir sind als Kreisverband Mitglied im Deutschen Sportverband.“

Bettina Albrod

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