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Stormarn Wulfsdorf wie es summt und brummt
Lokales Stormarn Wulfsdorf wie es summt und brummt
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06:03 16.11.2019
Freuen sich über das Zertifikat: Georg Lutz (v.l.), Arne Bilau, Martina Sträßer, Karin Stein-Bachinger und Johannes Hets. Quelle: Bettina Albrod
Ahrensburg/Wulfsdorf

Ein Landwirt steht vor der großen Aufgabe, die Natur zu nutzen und sie gleichzeitig zu schützen. Einerseits sollen Wiesen und Felder Erträge erwirtschaften, andererseits sollen sie als Schutzraum für Flora und Fauna dienen. Wie man beides unter einen Hut bekommt, zeigt das Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“. Das Demeter-Gut Wulfsdorf in Ahrensburg ist jetzt bewertet und mit einer Höchstpunktzahl benotet worden. Biolandwirt Georg Lutz nahm am Mittwoch die Auszeichnung dafür entgegen.

Blühwiesen und Wildkräuter

„Wie kann man mehr Naturschutz in die Fläche bringen?“, fragte 2012 das Leibniz-Zentrum für Agrarwirtschaftsforschung (ZALF) und entwickelte mit zunächst zwölf Pilothöfen einen Maßnahmenkatalog für die umweltbewusste Gestaltung von Acker, Grünland und Landschaft mit über 100 Maßnahmen. Dazu wurde ein Punktesystem erstellt, das die einzelnen Maßnahmen bewertet. Bei Erfolg gibt es ein Naturschutzzertifikat. „Bei dem Projekt können alle Öko-Verbandbetriebe mitmachen“, erläuterte Karin Stein-Bachinger vom ZALF. „Mittlerweile sind bundesweit 100 Betriebe dabei.“

Blühwiesen wie auf Gut Wulfsdorf nützen Insekten und Wildkräutern. Quelle: HRF

Wulfsdorf ist schon lange bei dem Thema aktiv. „Biodiversität wird ein immer größeres Thema“, betonte Lutz. Helfen können Änderungen in der Landwirtschaft, die den Bedürfnissen der Natur Rechnung tragen. „Eine späte Stoppelbearbeitung nach dem 10. September lässt zu, dass die Wildkräuterblüte vorbei ist und Körner nach der Ernte als Nahrung zur Verfügung stehen“, gab Naturschutzberater Arne Bilau ein Beispiel. Blühflächen am Feldrand, der Anbau alter Kulturpflanzen, Mischfruchtanbau oder Getreide, das als Winterfutter stehen bleibt, sind weitere Mittel, wie man der Natur entgegen kommt. Verzicht auf Walzen und Schleppen, wenig Dünger, Hecken, Mauern und sonnige Steinhaufen für Eidechsen, Feuchtflächen und Tümpel für Amphibien, Vogelhabitate in Ställen und Scheunen sind Möglichkeiten, wie man auch seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten kann.

Private Spender helfen

Biel lobte die zusätzlichen Teiche, die in Wulfsdorf mit Finanzierung der Hamburger Umweltbehörde angelegt wurden. „Das schafft Laichgewässer für Amphibien und im Verbund Korridore für die Tiere.“ Zudem bewirtschafte Gut Wulfsdorf Flächen im Naturschutzgebiet, für die es viele Auflagen gebe und die als Weideland genutzt würden. Als jüngste Aktion hat Georg Lutz private Spender dazu aufgerufen, Geld für Saatgut zu spenden, mit dem Blühwiesen gesät werden konnten. „Mit zehn Euro kann man 25 Quadratmeter Blühfläche anlegen“, so Lutz, „wir haben mit 9000 Euro aus Spendenmittel fünf Hektar anpflanzen können.“ Gut Wulfsdorf weise 25 Kilometer Hecken und Knicks, 30 Hektar Naturschutzgebiet und inzwischen 4000 Quadratmeter Teiche auf.

Gut Wulfsdorf

Gut Wulfsdorf bewirtschaftet biodynamisch 360 Hektar Land im grünen Gürtel zwischen Hamburg-Volksdorf und Ahrensburg. Hier werden horntragende Rinder gehalten, der Anbau samenfester Gemüsesorten gefördert sowie der Erhalt alter Obstsorten angestrebt. Dazu engagiert sich der Hof in der Umweltbildung. Das Gut ist seit 1925 im Besitz der Stadt Hamburg. 1989 wurde der Hof an den Landwirt Georg Lutz verpachtet und wird seitdem nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet.

Enttäuscht äußerte sich der Landwirt allerdings über die Agrarpolitik und die starren Förderrichtlinien. „Es gibt für die Blühstreifen beispielsweise keine Agrarprämie wie für das bewirtschaftete Land, weil ja nur Blumen gesät würden.“ Auch die Amphibien-Teiche würden aus der Förderung herausfallen. „Hier ist eine Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz nötig.“

Er will sich auch weiterhin für Biodiversität und Artenschutz einsetzen und hofft auf private Initiativen. „Wir wollen auch künftig Blühflächen anlegen“, kündigte Lutz an. Denkbar sei eine „Green-Card“ im Hofladen, bei der die zwei Prozent Rabatt direkt in einen Biodiversitätsfond fließen könnten. „Eine Schülergruppe betreut die Tümpel und entschlammt sie, man kann Nistkästen aufhängen und Insektenhotels aufbauen.“ Gut Wulfsdorf sei ein großer Betrieb, aber trotz seiner Größe auch ein überschaubarer Naturraum.

Von Bettina Albrod

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