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Stormarn VHS Reinfeld: Seit 50 Jahren am Puls der Zeit
Lokales Stormarn VHS Reinfeld: Seit 50 Jahren am Puls der Zeit
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08:00 26.10.2019
Bürgermeister Heiko Gerstmann und VHS-Leiterin Gabi Stöver-Marx freuen sich über das 50-jährige Bestehen der VHS Reinfeld. Quelle: Petra Dreu
Reinfeld

Es war am 29. Oktober 1969, als VHS-Leiter Gerd Pleuger und Geschäftsführer Günter Tomaschewski „ergebenst“ zu einer Feierstunde für die Eröffnung der Volkshochschule Reinfeld in die Pausenhalle der Volksschule eingeladen hatten. Seitdem ist viel passiert. Einige Akteure von damals allerdings mischen auch heute noch mit.

Für die Feierstunde hatte Detlev Andresen mit dem Kammerchor Reinfeld „Der Mond ist aufgegangen“ eingeübt. Außerdem war er an der Volkshochschule Leiter des Instrumentalkreises für Streicher und Holzbläser. Auch Bürgervorsteher Gerd Herrmann hatte sich als Kursleiter ein Taschengeld hinzuverdient. 1975 leitete er den Kursus „Englisch für Fortgeschrittene“.

Mit 27 Abendkursen fing alles an

Mit 27 Kursen, die ausschließlich abends stattfanden, begann 1969 das Programm der VHS Reinfeld, die sich zur damaligen Zeit in erster Linie der beruflichen Qualifizierung verschrieben hatte: Algebra, Stenografie, Englisch, Französisch und Maschinen-Schreiben waren klassische Angebote. Aber auch Kochen, Backen, Nähen und Elternseminare fanden ihre Anhänger. Tipps wurden unter anderem für die Erziehung von Kindern gegeben, die von Schulversagen bis hin zur „Strafe bei Unehrlichkeit“ reichten.

„Elternseminare haben wir auch heute noch im Angebot. Im Laufe der Zeit hat sich das jedoch komplett gewandelt“, erzählt VHS-Leiterin Gabi Stöver-Marx. In den 70-er Jahren hatten Kreativitätskurse Hochkonjunktur, in den 80-er Jahren waren es dagegen bedingt durch den Zuzug vieler Spätaussiedler Russischkurse. 1984 gab es die ersten Vormittagskurse, 1988 die ersten Angebote in den Dörfern Westerau und Zarpen, und ab 1989 waren Senioren, Kinder und Frauen drei neue Zielgruppen.

Frauenkurse verletzten Ego eines Reinfelders

In den 1990-er Jahren, als Frauen nach der Kindererziehung verstärkt zurück ins Berufsleben drängten, hatten EDV-Kurse speziell für Frauen Hochkonjunktur. Sehr zum Leidwesen eines streitbaren Reinfelders, der sich ausgeschlossen fühlte. Mit seinen Beschwerden überschüttete er nicht nur die Stadt, sondern sogar der damalige Bundespräsident wurde mit dem verletzten Ego und dem Protest des Reinfelders konfrontiert.

Internet-Führerscheine gab es bei der VHS-Reinfeld

Computerkurse und Kreativangebote waren in den 1990-er Jahren angesagt. In den 2000-er Jahren begann das Internet-Zeitalter. In 500 Orten konnten Internet-Führerscheine gemacht werden, auch in Reinfeld. Von 2006 an leistete die VHS Aufbauarbeit für die offenen Ganztagsangebote der Reinfelder Schulen. Seit 2010 hält die verstärkte Nachfrage nach Gesundheitskursen an.

Auch wenn die VHS Reinfeld mit heute 90 bis 100 Kursen pro Semester das Angebot von 1969 mit 27 Kursen pro Jahr um ein Vielfaches erhöht hat, bereitet der VHS-Leiterin eine Entwicklung Kopfzerbrechen: Das Angebot an Kursusleitern geht zurück. Die Zeiten, in denen sie dabei aus dem Vollen schöpfen konnte, sind vorbei.

Kursusgebühren nur geringfügig teurer geworden

Erstaunlich ist die Entwicklung der Kursusgebühren: 1969 waren drei D-Mark (rund 1,50 Euro) für eine Unterrichtsstunde fällig, heute sind es 2,20 Euro. Entspannt hat sich inzwischen die Raumsituation. Im neuen Bürgerzentrum kann die VHS zwei Räume nutzen. Noch keine Lösung gibt es für Gesundheitskurse, die im Bewegungskindergarten stattfinden. „Das reicht aber nicht“, sagt Gabi Stöver-Marx, die seit immerhin 33 Jahren das Gesicht der VHS Reinfeld ist.

Froh ist die fünffache Mutter, dass die VHS in Reinfeld von der Kommunalpolitik nie infrage gestellt worden sei. Für sie ist VHS mehr als ein Ort der Erwachsenenbildung: „Fortbilden kann man sich auch im Internet. Die VHS aber ist ein Ort der Begegnung, über den Kontakte geknüpft werden.“

Von Petra Dreu

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