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Stormarn Der Blick in die moderne Arbeitswelt
Lokales Stormarn Der Blick in die moderne Arbeitswelt
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15:03 14.11.2018
Florian Ripke und Melanie Knorr führten die Besucher durch die Produktionshallen. Quelle: M. Thormählen
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Bad Oldesloe

Um Informationen über Ausbildungschancen in den kaufmännischen und technischen Berufen sowie den Einstieg in duale Studiengänge ging es während eines Betriebsbesuches bei der Firma Hako in Bad Oldesloe. Er war gemeinsam mit dem Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit organisiert worden, und rund 20 Teilnehmer warfen bei einem Rundgang durch die Produktionshallen auch einen Blick in die Ausbildungspraxis und die Arbeitswelt.

Praxisnähe in den Betriebsstätten an der Hamburger Straße vermittelten zwei junge Mitarbeiter, die selbst bei Hako ihre Ausbildungswege eingeschlagen hatten. Florian Ripke absolvierte eine Ausbildung als Industriemechaniker und möchte sich beruflich weiterbilden, um auch neue Aufgaben zu übernehmen. Der 24-Jährige ist mit seiner Berufswahl zufrieden: „Das ist das, was ich wollte.“ Melanie Knorr stieg bei dem Unternehmen als Azubi ein, um zunächst Industriekauffrau zu werden. Mittlerweile hat die 28-Jährige erfolgreich ein Studium als Wirtschaftsingenieurin absolviert: „Da habe ich das Ziel, die Montage zu optimieren.“ Die junge Frau ist eine bisher meistens von Männern dominierten Domäne eingebrochen. „Ich möchte auch andere Frauen dazu animieren: Macht das, da gibt es viel Kreativität in den technischen Berufen“, so die Erfahrungen von Melanie Knorr.

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Hohe Standards setzen

Den hohen Ausbildungsstand bei Hako unterstrich Dietke Gruber, die für den beruflichen Nachwuchs im kaufmännischen Bereich verantwortlich ist. Das Unternehmen bilde seit mittlerweile 60 Jahren aus: „Wir haben sehr erfahrene Mitarbeiter, die schon lange dabei sind.“ Hako gehört zu den führenden Maschinenherstellern für die Industrie, Gebäude- und Außenreinigung sowie die Grundstückspflege und den Winterdienst. „Die Firma ist in Bad Oldesloe groß genug, so dass wir alle Bereiche haben, die wir für die Ausbildung brauchen. Aber wir sind noch nicht so groß, dass es unpersönlich werden könnte“, sagte Dietke Gruber.

Wenn auch die Produktion von Reinigungsmaschinen, multifunktionalen Geräteträgern oder Transportern strukturiert und durchorganisiert ist, so muss sich das Unternehmen weiterhin auf das handwerkliche Geschick seiner Mitarbeiter verlassen. Viele Maschinen oder Kehrgeräte würden als Unikate hergestellt, bestätigte Florian Ripke. Damit könne auf Wünsche und Vorstellungen der Kunden eingegangen werden. Einzelteile werden dabei nicht nur von technischen Anlagen zusammengesetzt – sondern auch immer noch in Handarbeit montiert. In einer Halle wird nach dem Prinzip „Ein Mitarbeiter, eine Maschine“ gearbeitet. Das heißt, ein neues Gerät wird vom Anfang bis zum Ende von einem Kollegen zusammengesetzt. „Da sieht man jeden Tag, was man geschaffen hat“, betonte Florian Ripke.

Gesamtpaket soll stimmen

„Wir legen Wert auf ein gutes Gesamtpaket. Dazu gehört auch ein angenehmes Betriebsklima“, warb Dietke Grube um Interesse bei Kandidaten, die nach einer beruflichen Perspektive suchen. Denn auch Hako müsse sich bemühen, um qualifizierten Nachwuchs auszubilden – dies vor allem für den technischen Bereich. Die Vielseitigkeit der Ausbildung ermögliche es schon Azubis, Netzwerke zu bilden und sich in verschiedenen Einsatzbereichen als künftige Mitarbeiter zu empfehlen, so Dietke Gruber.

Auf die aktuelle Situation bei den Lehrstellen ging Sylvia Freund von der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe ein. Nach wie vor sei die Zahl der Ausbildungsplätze in Stormarn größer als die der Bewerber. Auch aus diesem Grund sei das Angebot von Betriebsbesichtigungen ein guter Weg, um den Einblick in die Praxis zu ermöglichen. „Es zeigt sich immer wieder, dass Interessenten, die zu Ausbildungsmessen und Besichtigungen kommen, Kontakte knüpfen können und dann von den Betrieben eingestellt werden“, fasste Sylvia Freund zusammen. Wichtig sei, den jungen Leuten Berufe zu empfehlen, die ihren Interessen und Neigungen entsprächen: „Das kann auch für Mädchen ein technischer Beruf sein, wenn sie dafür das Verständnis aufbringen.“

Viele Perspektiven

Hako bietet in Bad Oldesloe Ausbildungen zu Industriekaufleuten, Fachlageristen und Fachkräften für Lagerlogistik an. Es gibt einen dualen Studiengang für Wirtschaftsingenieure und Betriebswirte. Im technischen Bereich lernen angehende Industriemechaniker, Fertigungsmechaniker, Mechatroniker und Elektroniker für Betriebstechnik ihr Handwerk. Infos unter www.hako.com, Mails für den Ausbildungsbeginn zum 1. September 2019 an jobs@hako.com.

M. Thormählen