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Stormarn Handball: Beim VfL Oldesloe rumort es kräftig
Lokales Stormarn Handball: Beim VfL Oldesloe rumort es kräftig
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18:07 29.03.2019
Für 70 Jahre Mitgliedschaft im Verein wurden Hartmut Schildmann (Tischtennis) und Renate Steinbach (GRG) von Vereinsvorsitzender Gudrun Fandrey (r.) geehrt. Quelle: Sandra Freundt
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Bad Oldesloe

Ärger im Paradies: Nachdem es in den vergangenen Jahren ruhig geworden war im VfL Oldesloe und die Jahreshauptversammlungen stets friedlich abgelaufen waren, kochten die Emotionen diesmal hoch. Grund war die ungeklärte Situation der Handballer. Der Abteilung des Traditionsvereins droht die Abwicklung, da ein Leiter fehlt. Zudem gab es Meinungsverschiedenheiten auf Führungsebene (die LN berichteten).

Ehrungen, Erfolge und Sorgen beim Traditionsverein

Direkt nach der Begrüßung wurde angefragt, ob die Mitglieder besagter Abteilung vor den anstehenden Wahlen angehört werden dürften. Dieses wurde jedoch sowohl vom Vorstand als auch vom Ehrenvorsitzenden Walter Busch abgeschmettert. Anträge wären vorher zu stellen gewesen und im Jahresbericht käme das Thema zum Tragen, hieß es. Bis dahin musste sich geduldet werden, denn zunächst standen die Ehrungen für langjährige Mitglieder an.

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Handballer in Sorge, Busch hält zum Vorstand

Mit der Geduld war es dann aber nach der Stellungnahme des Vorstands zum Thema Handball vorbei. Frank Funk äußerte sich zur Handballsituation, erklärte, dass es seit 2015 atmosphärische Störungen geben würde, die bis heute nicht hätten geklärt werden können. „Bis heute fehlen angemahnte Belege aus der aktuellen Kassenprüfung“, erklärte er. Walter Busch erwiderte: „Der Vorstand handelt im Sinne des Vereins.“ Man habe jetzt eine Mannschaft, die in jeder Beziehung seinen Wünschen entspreche, die Finanzsituation sei einmalig gut und für „unsachgemäße Polemik“ habe er kein Verständnis.

Daraufhin meldete sich Ulrich Bolda, zuletzt Jugendwart in der Handballsparte, zu Wort. Er wollte wissen, warum die Mitglieder nicht schon längst über die Situation in Kenntnis gesetzt worden waren. „So konnten wir jahrelang nicht reagieren“, monierte er. „In unseren Gesprächen zeigte sich der Kassenwart stets einsichtig, ignorierte dann aber doch weiterhin die Finanzordnung“, verteidigte sich Funk. „Es gibt keinerlei Bestrebungen des Vorstandes, die Handballabteilung aufzulösen“, erklärte Vereinsvorsitzende Gudrun Fandrey mit Nachdruck. Sie gehöre dieser Sparte sogar selbst auch an.

Busch hatte nun genug. „Ich beantrage ein Ende der Diskussion“, forderte der Ehrenvorsitzende. Damit ging es weiter in der Tagesordnung, und zwar mit dem Finanzbericht und dem anschließenden Vorschlag, den Vorstand zu entlasten. Diesem stimmten 103 Mitglieder zu, 19 Anwesende stimmten dagegen. Als wenig später Gudrun Fandrey mit gleichem Ergebnis in ihrem Amt als 1. Vorsitzenden bestätigt wurde, verließen die Mitglieder der Handballsparte resigniert das Bürgerhaus.

Zweiter Klärungsversuch scheiterte

Nach Ende der Veranstaltung kehrten sie jedoch zurück, um erneut zu einer Klärung der Situation zu kommen. Man werde zunächst das Gespräch mit Gerd Bolzmann, der die Abteilung derzeit kommissarisch führe, suchen danach eine außerordentliche Spartenversammlung ansetzen, sagten Fandrey und Funk. Die Sorgen der Anwesenden, auch vieler Eltern von jugendlichen Handballern, konnten dadurch nicht wirklich zerstreut werden.

Neben allen Querelen gab es auch Erfreuliches – Ehrungen. Langjährigstes Mitglied war diesmal Hartmut Schildmann. Der 83-Jährige wurde für 70 Jahre Treue ausgezeichnet. Genauso lange ist er im Tischtennis aktiv, führte die Abteilung über zehn Jahre erfolgreich, bekam 1990 die Silberne Ehrennadel des VfL verliehen und erhielt 2018 die Ehrenmitgliedschaft. Später am Abend wurde der mehrfache Landesmeister in seinem Amt als Ehrenratsmitglied für weitere drei Jahre bestätigt. Walter Busch lobte Schildmann als „wertvollen Mitarbeiter und absolut feien Menschen der stets wusste, was er wollte“.

Für ebenfalls 70 Jahre Vereinstreue wurde Renate Steinbach geehrt, sie gehörte zur 1. Mädchenriege der Turnabteilung, die damals in Schleswig-Holstein zu den Besten gehörte. Walter Busch, der alle Ehrungen vornahm, betonte, dass Treue heute für viele nur ein Wort sei und viele nur an sich denken würden. Daher freue er sich, dass der VfL nun einen Vorstand habe, der den Verein nach vielen Turbulenzen endlich wieder in ruhiges Fahrwasser geführt hat.

In ihrem Jahresbericht vermeldete Gudrun Fandrey: Mit einem Mitgliedsrückgang von 38 Mitgliedern (1,4 Prozent) sei man zufrieden, zumal man 2019 bereits 26 neue Mitglieder gewonnen habe. Vor allem die Basketballabteilung habe sich nach einem Tief dank zweier Väter erfolgreich erholt. Erstmals Sorgen bereitete das Sportabzeichen, legten es im Jahr 2017 noch 616 Personen ab, waren es 2018 nur noch 346. Ebenfalls besorgniserregend sei die Prüfung der Sportstätten verlaufen: „Tatsächlich gibt es in Bad Oldesloe keine Sportstätte ohne Mängel.“

Ehrung für sportliche Erfolge

VfL-Mitglieder wurden für ihre sportlichen Erfolge ausgezeichnet. Besonders stark war dabei die Triathlon-Abteilung vertreten. Die 16-jährige Julia Bröcker wurde unter anderem Landesmeisterin im Triathlon Jugend B und Deutsche Vizemeisterin im Duathlon Jugend B. Zwei Landesmeistertitel sicherte sich Moritz Lenz (14, nicht im Bild), bei den Schülern A im Duathlon und Triathlon. Landesmeister in der AK M 50 im Triathlon über die Mitteldistanz wurde Michael Petersen. Erfolgreichste Sportlerin in diesem Bereich war erneut Anke Lakies, mit diversen Platzierungen unter den ersten fünf im Tri- und Duathlon bei DM, WM und EM.

Schwimmerin Barbara Kehbein holte sich im Schleswig-Holsteinischen Vergleich jeweils drei Meistertitel der AK 45, sowie der AK20 und älter über 100 Meter Schmetterling, 400 Meter Freistil und 100 Meter Freistil. Diverse Landesmeistertitel sicherte sich zudem Abteilungsleiter Jens Biehler im Badminton.

 

Sandra Freundt

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