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Stormarn Handwerker getötet: Mann aus Glinde muss zehn Jahre ins Gefängnis
Lokales Stormarn

Handwerker getötet: Mann aus Glinde muss zehn Jahre ins Gefängnis

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12:12 13.11.2020
Der 55-jährige Angeklagte aus Glinde vor dem Hamburger Landgericht. Wegen Totschlags verurteilte ihn die Kammer unter Vorsitz von Richter Matthias Steinmann (Mitte) jetzt zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren. Quelle: Axel Heimken/dpa
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Hamburg/Glinde

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Handwerkers in Hamburg-Wilhelmsburg hat das Landgericht den Angeklagten am Donnerstag zu zehn Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Die Strafkammer sprach den 55-Jährigen aus Glinde (Kreis Stormarn) wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung schuldig, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Mit Messer und Aluminiumstange zur Wohnung gefahren

Im Prozess habe sich die Anklage im Wesentlichen bestätigt. Demnach war der Deutsche türkischer Herkunft darüber verärgert, dass der Handwerker trotz eines Vorschusses von 1800 Euro nicht mit den vereinbarten Verputzungsarbeiten begonnen hatte. Am frühen Morgen des 3. Oktober 2019 sei er mit einem Messer und einer Aluminiumstange zur Wohnung des 47-Jährigen gefahren. Den genauen Ablauf des Streits konnte das Gericht nicht klären, weil der Angeklagte – von Beruf Schlosser – keine Angaben machte. Lediglich in seinem letzten Wort hatte er seine Aussage bei der Polizei bekräftigt, wonach er in Notwehr gehandelt habe.

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Sohn versuchte, seinen Vater zu retten

Das glaubte ihm die Strafkammer aber nicht. Sie ging davon aus, dass der Angeklagte seinen Kontrahenten auf der Straße zunächst mit der Alustange schlug und dem – ebenfalls türkischstämmigen – 47-Jährigen dann drei Messerstiche versetzte, von denen einer tödlich war. Danach sei der Sohn des Opfers hinzugekommen und habe versucht, seinem Vater zu helfen. Der 23-Jährige habe dabei typische Abwehrverletzungen erlitten.

Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von zwölf Jahren gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Einer der beiden Verteidiger hatte zu Beginn des Prozesses im April erklärt, sein Mandant sei „ein angesehener Bürger der Stadt Glinde“, wohlhabend und gläubiger Moslem, der mit seiner Frau und für seine Eltern zur Hadsch nach Mekka gefahren sei. „Warum sollte ein bisher unbescholtener Bürger jemanden wegen 1800 Euro umbringen?“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Von dpa