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Stormarn Heißer Sommer ließ Unfallzahlen nach oben schnellen
Lokales Stormarn Heißer Sommer ließ Unfallzahlen nach oben schnellen
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23:09 22.06.2015
Karsten Witt, Leiter der Polizeistation Bargteheide, erläuterte vor kurzem die Statistiken. Quelle: Albrod
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Bargteheide

Die Zahl der Fahrrad-Unfälle ist in Bargteheide stark gestiegen: Von 25 Fahrradunfällen 2011 hat sich die Zahl 2014 mit 54 mehr als verdoppelt. Das hat die SPD-Fraktion zum Anlass genommen, um zur jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr die beiden Polizeibeamten Karsten Witt und Kay-Uwe Güsmer einzuladen.

Ziel war es, einen Überblick über die Ursachen zu bekommen. Die Polizisten gaben Entwarnung: Die hohe Zahl der Fahrradunfälle sei nicht Anzeichen gestiegener Gefahr im Straßenverkehr, sondern Folge des schönen Sommers 2014, der mehr Menschen als sonst aufs Fahrrad gelockt habe.

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Die Regelung, dass Radfahrer vom Radweg auf die Straße verwiesen werden, greift erst 2015, aber ein genauerer Blick auf die Statistik gibt der neuen Regelung jetzt schon Recht: „Die häufigste Unfallursache war das Fahren eines Pkw aus einer Ausfahrt, wobei der Radfahrer auf dem Radweg übersehen wurde“, stellte Karsten Witt fest. „Mit zehn Unfällen war das 2014 die häufigste Unfallursache.“ Auch Platz drei — sechs Mal Abbiegen mit Übersehen des Radfahrers auf dem Radweg — stützt die neue Regelung.“ Platz zwei haben die Alleinunfälle inne, acht Unfälle, bei denen Radfahrer gegen ein Hindernis gefahren oder gestürzt sind, ohne dass jemand beteiligt war.“ In den übrigen Fällen waren Radler bei Rot über die Ampel gefahren oder miteinander kollidiert.

Wer Befürchtungen hat, dass das Fahren auf der Straße Radfahrern gefährlich werden könnte, konnte mit der Statistik beruhigt werden, hier hat es 2014 nur einen Fall gegeben, als ein Radfahrer von einem Auto beim Überholen touchiert wurde. „Es gibt keinen lokalen Unfallschwerpunkt in Bargteheide“, stellten die Polizisten fest. Ein Unfallschwerpunkt liege auf den Geh- und Radwegen, „auf der Straße fahren Radfahrer relativ sicher.“ Das, wandte Peter Anklam (SPD) ein, werde sich noch zeigen, denn die Zahlen zur neuen Regelung lägen noch nicht vor. Doch hier konnte Güsmer auf den Nachbarkreis verweisen: „Im Lauenburgischen sind die Unfallzahlen gesunken, seit Radler auf der Straße fahren.“

Wieder zurückgezogen wurde ein Antrag der FDP, vor dem Seniorendorf in der Bahnhofsstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 einzuführen und einen Zebrastreifen einzurichten. „Rechtlich ist das nicht möglich“, erläuterte Güsmer. „In einer Vorfahrtsstraße darf das Tempo nicht reduziert werden.“ Auch der Zebrastreifen sei nach Prüfung durch den Kreis abgelehnt worden. Einstimmig angenommen wurde — ebenfalls auf einen FDP-Antrag hin — der Auftrag an die Verwaltung, allgemeine Maßnahmen zur Verkehrssicherheit im Stadtgebiet zu untersuchen. „Die Jersbeker Straße und die Alte Landstraße sind zu Gemeindestraßen herabgestuft worden“, erläuterte Bauamtsleiter Jürgen Engfer. „Hier müssen die Funktionen der Straßen für den Ort berücksichtigt werden.“

Achtung am Zebrastreifen
In Bargteheide sind zwei Fahrradunfälle auf dem Zebrastreifen passiert. „Beide Male ist der Radfahrer über den Zebrastreifen geradelt und von einem Auto angefahren worden“, erläuterte Polizeibeamten Karsten Witt. „Beim Zebrastreifen hat der Radfahrer aber nur Vorrang, wenn er das Rad schiebt. Fährt er, haben die Autos Vorrang.“

B. Albrod