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Stormarn Das Glück des ganz normalen Alltags
Lokales Stormarn Das Glück des ganz normalen Alltags
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19:00 03.12.2019
Verliebt und verlobt: Sebastian Uhlig und Celine Wendt treffen sich regelmäßig im Freizeitclub. Quelle: Sven Wehde
Bad Oldesloe/Ahrensburg

Sebastian Uhlig ist glücklich, sehr glücklich. Er sitzt an einem Tisch im Freizeitclub der Lebenshilfe in Ahrensburg. „Wir sind verlobt“, ruft er stolz und nimmt seine Freundin Celine Wendt liebevoll in den Arm. Dann gibt es einen Kuss.  

Hilfe für behinderte Menschen

Die Lebenshilfe Stormarn unterstützt geistig behinderte Menschen, Mehrfachbehinderte und körperbehinderte Menschen dabei ein eigenständiges und glückliches Leben zu führen. Die Hilfe reicht von der Frühförderung, über Kindergärten bis zu Wohngruppen für behinderte Menschen. Lernen und Wohnen gehören zu den Grundbedürfnissen, doch das alleine macht noch lange kein glückliches Leben aus. Deshalb unterstützt die Lebenshilfe die rund 1300 Menschen mit Behinderung im Kreis auch bei der Freizeitgestaltung. „Ein zentraler Treffpunkt für die erwachsenen Menschen ist unser Freizeitclub ,Villa Kunterbunt’, da gibt es feste Gruppen und auch ein offenes Programm“, sagt die Lebenshilfe-Geschäftsführerin Ursula Johann. In der Villa, wie sie bei den Besuchern einfach nur genannt wird, wird gekocht, gekickert, geredet, gelacht und geküsst. „Ganz wichtig ist, dass wir dort niemandem etwas vorsetzen, die Menschen legen ganz selbst bestimmt fest, was sie machen möchten“, so Johann. Besonders beliebt sind auch Ausflüge. „Aber ob es zum Citti-Park nach Lübeck, zum

Quelle: Sven Wehde

Weihnachtsmarkt oder dem Hamburger Flughafen geht, entscheiden die Besucher. Das Wichtigste ist, dass sie am Ende glücklich nach Hause gehen“, erklärt Susanne Josten, Leiterin der Freizeitförderung. Noch viel wichtiger als die Aktivitäten sind jedoch die sozialen Kontakte. „Jenseits von Werkstatt, Wohnstätte oder Elternhaus können die behinderten Menschen hier das tun, was für jeden Menschen wichtig ist. Sie können Freunde treffen, Beziehungen haben, einfach selbstbestimmt ihre Freizeit gestalten.“ Der Club und seine Mitarbeiter setzen da einfach nur den sicheren Rahmen.

Kinder sind im Alltag oft isoliert

Gleiches gilt für die behinderten Kinder und Jugendlichen im Kreis. In der Realität ist es ihnen oft nicht möglich zu Hause einfach so mit anderen Kindern auf der Straße zu spielen oder zum örtlichen Sportverein zu gehen, häufig verbringen sie ihre Freizeit isoliert zu Hause. „Deshalb haben wir unsere Gruppen, in denen die Kinder und Jugendlichen ganz normale Sachen machen können wie alle anderen auch“, erklärt Almut Gebhardt, Leiterin der Ambulanten Dienste. Gemeinsam wird im Wald gespielt, gebacken oder gebastelt oder wir fahren zum Schwimmen. „Ganz toll war auch der Therapiehundekurs und der Theaterkurs“, erzählt Gebhardt, „zu sehen wie die Kinder beim Theater aus sich rauskommen und Spaß haben sich darzustellen.“ Bei der Schlussaufführung hat jedes Kind eine eigene Rolle, egal wie schwer die Behinderung auch war.

So können Sie spenden

Wichtige Projekte für behinderte Menschen kann die Lebenshilfe nur über Spenden finanzieren - Disco, Kegeln, Freizeitclub oder einfach nur ein Ausflug in die Natur. Dinge, die für Menschen ohne Beeinträchtigungen selbstverständlich sind, bleiben für viele behinderte Menschen ohne die Lebenshilfe oft unerreichbar. Deshalb unsere herzliche Bitte: Unterstützen Sie „Hilfe im Advent“, spenden Sie für die Lebenshilfe.

Das SpendenkontoVerwendungszweck:„Hilfe im Advent

Kontoinhaber: Lebenshilfe Stormarn e.V.

IBAN: DE 91213522400090175342

Geldinstitut:Sparkasse Holstein

Freizeit ist nicht finanziert

Doch derzeit steht kein Theater auf dem Programm, und es tollt auch kein Therapiehund durch die Räume der Lebenshilfe. Genau da liegt das Problem. Grundlegende Angebote wie Kindergarten oder Wohngruppen sind finanziert, aber alles was zur Freizeit gehört, was das Leben so richtig spannend macht, kann nur über Spenden finanziert werden. „Deshalb freuen wir uns über jede Spende. Gerne würden wir wieder mehr Kurse für die Kinder anbieten. Und unser Freizeitclub braucht dringend eine neue Küche, auch die Möbel fallen fast auseinandern. Toll wäre auch eine Terrassenüberdachung am Club, das würde die räumliche Situation sehr entspannen“, sagt Johann und hofft auf die Hilfe der LN-Leser.

Lebenshilfe-Geschäftsführerin Ursula Johann wünscht sich für die Villa Kunterbunt eine Terrassenüberdachung, damit die Besucher auch bei Regen draußen sein können. Für die Räume, die der Stadt Ahrensburg gehören, ist sie sehr dankbar, aber der Andrang ist so groß, dass es oft eng ist. Quelle: E-Mail-LN-Redaktion

Ein Ort des Zusammenseins

Der Kuss von Sebastian Uhlig und Celine Wendt im Freizeitclub wirkt derweil ansteckend. Auch Torben Otzen und Ronja Kindermann schlendern Arm in Arm durch die Räume. Die Villa Kunterbunt ist der Ort, an dem sie sich treffen und zusammen sein können. Es gibt einen dicken Kuss. Einen Kuss, den es ohne die Lebenshilfe Stormarn vielleicht nie gegeben hätte.

Sparkasse: „Teilhabe ist selbstverständlich“

Die Sparkasse Holstein ist Partner der LN-Aktion Hilfe im Advent. Svantje Lieber, Regionalleiterin Privatkunden Mitte der Sparkasse Holstein, erzählt im Interview, wie das Geldinstitut sich für behinderte Menschen engagiert.

Warum unterstützen Sie die Aktion „Hilfe im Advent“ der Lübecker Nachrichten?Die Aktion „Hilfe im Advent“ motiviert seit Jahren viele LN-Leser zu Spenden für Projekte in der Region. Dieses vorbildliche bürgerschaftliche Engagement passt gut zur Sparkasse Holstein, die ihrerseits zahlreiche Vereine und Institutionen vor Ort unterstützt. Deshalb sind wir seit vielen Jahren und selbstverständlich auch dieses Mal wieder dabei. Wir freuen uns, dass wir als Partner der Aktion dieses Jahr dazu beitragen können, die wertvolle Arbeit der Lebenshilfe Stormarn zu unterstützen.Welche Bedeutung spielen Menschen mit Behinderungen in Ihrem Unternehmen?Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Dies zeigen wir nicht nur im Kundengeschäft durch den Abbau von Barrieren, sondern auch als Arbeitgeber. Kolleginnen und Kollegen mit Behinderungen sind bei uns gut in die Arbeitsprozesse integriert. Darüber hinaus vergeben wir zusätzlich Aufträge an Einrichtungen der Schwerbehindertenhilfe.Warum ist die Lebenshilfe Stormarn aus Ihrer Sicht ein wichtiger Partner für das Zusammenleben im Kreis Stormarn?Von der Kita bis zur ambulanten Betreuung ist die Lebenshilfe Stormarn breit aufgestellt. Dass sie ein vielseitiger und engagierter Partner im Kreis Stormarn ist, zeigt sich auch an den verschiedenen Projekten, bei denen die Sparkasse und ihre Stiftungen in den vergangenen Jahren unterstützen konnten. So gibt es in der Villa in Ahrensburg seit dem letzten Jahr spannende Kicker-Turniere an einem neuen rollstuhlgerechten Tischkicker.

Von Sven Wehde

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