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Stormarn Hochwasser in Reinfeld: Keller und Garagen geflutet
Lokales Stormarn Hochwasser in Reinfeld: Keller und Garagen geflutet
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12:32 14.02.2020
In Reinfeld kämpfen Anwohner gegen vollgelaufene Keller und Garagen – hier Dieter Schönrock, Habiba Arrafaiy, Corinna Dührkop und Bruno Wedig (v. l.). Quelle: Markus Carstens
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Reinfeld

„So hoch stand das Wasser hier noch nie“, sagt ein Reinfelder. Er steht an der Kreuzung Kalkgraben/ B 75, zückt sein Smartphone und macht Fotos vom Feld auf der anderen Straßenseite. Wobei Feld das falsche Wort ist, vielmehr ist durch die starken Regenfälle der vergangenen Tage ein See entstanden, der schon an den Garten eines Hauses heranreicht.

Auf der anderen Straßenseite das gleiche Bild: Aus dem ehemals ruhigen Bächlein Mühlenau ist ein breiter Fluss geworden. Das Wasser hat bereits einige Gärten geflutet sowie Keller und Garagen unter Wasser gesetzt. Viele Bewohner haben Schläuche auf die Straße vor ihren Häusern gelegt und lassen das Wasser mittels Pumpen in die Gullys laufen.

Die Trave ist auf Rekordhoch in diesem Winter, in Sehmsdorf wurde ein Pegel von über neun Metern gemessen. In Reinfeld sind nicht nur die Teiche voll, sondern auch mehrere Garagen und keller am Kalkgraben. Der Herrenteich schwappt auch schon über.

Hochwasser kennt man, 2015 war der Zustand ähnlich, aber ein wenig mulmig ist den Reinfelder Bürgern hier schon. „Durch Neubaugebiete kommt auch immer mehr Oberflächenwasser hier an“, sagt ein Anwohner, dessen Garage zur Hälfte unter Wasser steht.

Schutztore gegen die Fluten

Nebenan sind einige Nachbarn vorbereitet, haben auf der Gartenseite Schutztore vor ihren tiefer liegenden Garagen angebracht. „Aber viel höher darf das Wasser auch nicht mehr steigen“, sagt Dieter Schönrock. Andere waren nicht so vorsichtig, ihr Hab und Gut im Kellerbereich ist mittlerweile durchgeweicht. „Zum Glück hat uns Bruno morgens um 5 Uhr geweckt, damit wir die Autos in Sicherheit bringen“, sagt Corinna Dührkop. Bruno ist ihr Nachbar Bruno Wedig. „Außer abwarten können wir nicht viel machen“, sagt er und guckt auf den Pegelstand an seinem Schutztor.

Stadt: keine Entwarnung

Bauamtsleiter Stephan Kruse und Bauhof-Leiter Marian Stickel sind am Mittwoch die Straße Kalkgraben abgefahren und haben die Schläuche wahrgenommen. Notrufe seien aber noch nicht bei der Stadt eingegangen, „Entwarnung können wir allerdings auch noch nicht geben“, sagt Kruse. „Der Herrenteich schwappt schon über, ist 25 Zentimeter über dem Winterstau.“ Auch Messingschläger und Schwarzer Teich seien vollständig ausgelastet. Kruse: „Aber mehr Wasser ablaufen lassen können wir auch nicht.“ Dann würde man weitere Grundstücke zwischen Herrenteich und B 75 fluten. „Wir haben keine Steuerungsmöglichkeit mehr.“

Kruse befürchtet, dass demnächst noch mehr Wasser von den Feldern und Wiesen oberhalb des Herrenteichs in die Teiche und Bäche fließt. Das Einzugsgebiet gehe bis hoch zur A 20. Mit bangem Blick gucken die Reinfelder auch auf die Wetterprognose – diese sagt weitere Regenfälle voraus, vor allem für den Sonntag.

Warnung vor dem nächsten Orkantief

„Der Grundwasserspiegel ist derzeit überall sehr hoch“, sagt auch ein Mitarbeiter der Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe. Er weiß von vollgelaufenen Kellern in Stormarn und auch Ostholstein. Felder und Wiesen stünden ebenfalls unter Wasser. Dieses könne gar nicht mehr abfließen. Auch die Leitstelle beobachtet die Lage genau, warnt schon vor dem nächsten Orkantief am Wochenende.

Größere Schäden sind auch Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann nicht bekannt. Vorsorglich hat er jedoch die unterste Stufe der Herrenteich-Promenade sperren lassen. Diese steht bereits unter Wasser. Auch ein Weg neben dem Pastorat ist nicht mehr passierbar.

Zwei Meter über Mittelwasser

Wer weiter flussaufwärts fährt, sieht die Trave schon gar nicht mehr. Sie ist an vielen Stellen über die Ufer getreten und hat entlang der B 75 überall kleine und größere Seen entstehen lassen. In Benstaben nähert sich das Wasser auch schon einem Wohnhaus.

Am Messpunkt Sehmsdorf wurde ein Wasserstand von mehr als neun Metern festgestellt – 9,16 Meter am Donnerstagnachmittag – und damit ein Pegel von fast zwei Metern über dem sogenannten Mittelwasser und einen halben Meter über dem mittleren Hochwasser. Der renaturierte Altarm der Trave ist vollständig über die Ufer getreten.

Sandsäcke in Bad Oldesloe

Ein Stück weiter westlich in Bad Oldesloe ist man noch relativ entspannt. Auch hier sind die Einwohner vor allem des Heiliggeistviertels an Hochwasser im Winter gewöhnt. Die Stadt hat Sandsäcke bereitgelegt und die Bürger informiert. „Bei Fragen und Unsicherheiten können sie sich an uns wenden“, sagt Stadtsprecherin Agnes Heesch.

Auch im Stadthaus guckt man regelmäßig auf die Wasserstände von Trave und Beste und ist froh, dass es entsprechende Überschwemmungsflächen außerhalb des Stadtgebiets gibt. Dort wie im Kurpark sind deshalb Wanderwege gesperrt.

Von Markus Carstens

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