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Stormarn Höchstspannung in Stormarn
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20:10 03.11.2014
Hamberge

Stormarns Kreistagsmitglieder und Bürgermeister haben Post von Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck bekommen. Er läutet die erste Runde der Bürgerbeteiligung zur Verlegung der 380 000 Volt starken Stromleitungen durch die Kreise Stormarn und Segeberg ein.

„Leistungsstarke und zukunftsfähige Stromnetze sind die Lebensadern der Energiewende“, schreibt Habeck. Die Landesregierung wolle die Bevölkerung und betroffene Verbände frühzeitig an der Planung beteiligen. Wichtiger Partner sei „die kommunale Familie“. Vorhabenträger Tennet fügte dem Schreiben ein paar schlichte Karten bei, auf denen „Raumwiderstände“ eingezeichnet sind, das Konfliktpotential in den etwa tausend Meter breiten Korridoren zwischen Nutzung und Umweltbelangen. Nach Auskunft von Joachim Schulz in der Kreis-Bauabteilung halte Tennet die diagonale Trasse von Bad Schwartau etwa über Mönkhagen, Rehhorst, Seefeld bis auf der anderen Seite nach Kisdorf für die sinnvollste, „weil es dort schon eine 220-Kilovolt-Leitung gibt“. Daneben könne man die neue Höchstspannungsleitung verlegen und dann die 220er Leitung abbauen. Die neuen Masten wären etwa 15 Meter höher. Das Landschaftsbild würde sich ändern.

Ebenso seien geringere Widerstände wohl auf einer südlich von Reinfeld verlaufenden Trasse neben der Autobahn zu erwarten. Eine Alternative sei der Verlauf über die ebenfalls bereits bestehende 110-Kilovolt-Trasse an Klein Wesenberg, Westerau und Pölitz vorbei. Eher unwahrscheinlich erscheine eine Trasse entlang der Autobahn 20, weil noch nicht klar sei, wie sie weitergebaut werden solle.

Eines nur sei sicher: „Es wird nur eine Leitung geben.“ Und nur ein Umspannwerk — entweder bei Bad Bramstedt oder Kaltenkrichen.

Ein Termin für die Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung in Stormarn steht schon fest. Es ist der 26. November in der Oldesloer Stormarnhalle. Weitere Veranstaltungen sind noch nicht terminiert, aber Mönkhagens Bürgermeisterin Hans-Peter Offen weiß schon, dass es in Mönkhagen selber und in Hamberge öffentliche Info-Abende geben wird. Das Thema hat in seinem Dorf schon auf der Tagesordnung gestanden, verläuft die 220er Leitung doch bereits zwischen den Ortsteilen. Höhere Masten wolle natürlich keiner haben, sagt Offen, „aber wir müssen realistisch beleiben.“ Er schätze die Chancen auf eine Verhinderung als gering ein, „wenn der Verlauf hier gewollt ist“.

Kämpferisch gibt sich Wesenbergs Bürgermeisterin Karin Dettke. Eine Trasse entlang der Autobahn am Ortsteil Stubben vorbei mit seinen neuen Einfamilienhäusern halte sie für „wenig glücklich. Wir werden jede Chance auf Mitsprache nutzen“, kündigt sie an. Die Gegend sei durch Autobahn, Bundesstraße und Bahn schon genügend belastet. „Und jetzt kriegen wir es noch von oben“.

Hamberges Bürgermeister Paul Friedrich Beeck, dessen Ort ebenso betroffen sein könnte, verlangt nach konkreteren Informationen. „Eine Leitung durchs Dorf wäre eine Katastrophe.“ Und Badendorfs Volker Brockmann spricht von einem „Hammer“. Es brauche eine Variante, „die nicht so weh tut. Aber wir müssen den Strom irgendwie wegbekommen. Und Atomkraftwerke wollen wir nicht.“

Uwe Krog

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