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Stormarn Hospizbau wächst beständig
Lokales Stormarn Hospizbau wächst beständig
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20:00 12.09.2019
Lebensweg-Chefin Sabine Tiedtke (l.) begrüßte die Gäste zur Führung im künftigen Hospiz-Foyer. Quelle: SUSANNA FOFANA
Bad Oldesloe

Initiatorin und Visionärin Sabine Tiedtke hat jedes Detail des stationären Oldesloer Hospizes Lebensweg ganz genau vor Augen. Mit einem lebendigen Vortrag nahm sie ortsansässige Ärztinnen und Ärzte aus dem ganzen Kreis Stormarn jetzt mit auf einen Rundgang durch die Baustelle. Im Frühjahr 2020 will das erste stationäre Hospiz im Kreis Stormarn durchstarten.

„Bitte gucken Sie, wo Sie hintreten. Möglichst nicht auf Kabel“, mahnt die Lebensweg-Chefin die vielen Gäste. „Es war uns wichtig, alle Ärzte zu informieren“, erklärt sie weiter bei der Begrüßung im Foyer. Dort stellten nach der Präsentation des Baufortschritts Vereine und Institutionen aus dem Hospiz- und Palliativbereich ihre Arbeit vor.

Raum der Stille als Multifunktionsraum

Da die Besucher die Baustelle über einen Nebeneingang betreten hatten, begann die Führung am späteren Haupt-Eingang. Tiedtke erklärt, wo es später Sitzgruppen, Brunnen oder Lebenskerzen gibt und dass der Raum der Stille bei vielen Anlässen als Multifunktionsraum mit Leben gefüllt sein wird. Zum Beispiel beim Lebendigen Adventskalender oder dem geplanten Tag der offenen Tür an Himmelfahrt.

Ärztinnen und Ärzte aus dem Kreis Stormarn waren jetzt zu einem Rundgang über die Baustelle eingeladen.

Und dann sind die Gäste der Lebensweg-Chefin auch schon bis zum ersten von insgesamt zwölf Zimmern gefolgt. Jedes von ihnen verfügt über eine eigene Terrasse, vom Bett aus wird man später auf eine Blume des Lebens an der Decke blicken können. „Die Zimmer sind alle gleich aufgebaut“, erklärt Tiedtke.

Hibiskuspflanze im Atrium soll bis zur Decke wachsen

Schließlich ist die Gruppe in der Dorfmitte angelangt. Im Atriumraum sollen soziale Kontakte gepflegt werden. Dort gibt es später Leseecke, Spielecke und Fernsehen, einen PC für Jugendliche zum Spielen und ein Piano. Die Mitte wird eine Hibiskus-Pflanze prägen, die bis unter die Decke ragen soll. Kuchen soll jeden Tag frisch gebacken werden und der Duft durchs Haus ziehen.

Auch gesundes Essen wird angestrebt. Tiedtke: „Es wird auf jeden Fall selbst gekocht.“ Zwei Alpakas im Außenbereich werden therapeutische Aufgaben haben. Der obere Bereich mit den zwei Apartments für Besucher und dem Tagungsraum bekommt eine Dachterrasse und eine kleine ökologische Imkerei. Für Besucherkinder soll es draußen einen Bauwagen geben. Eine Feng-Shui-Beraterin unterstützte das Hospiz-Projekt, damit auch alles harmonisch durchdacht ist.

Der Förderverein Hospiz Lebensweg sammelt weiter fleißig Geld

„Wir sammeln fleißig weiter Geld“, erläutert Birte Thelen vom Förderverein Lebensweg im Gespräch mit den LN. Denn wenn der Gast später eine Verordnung von seinem Hausarzt bekommt, zahlt die Krankenkasse nur 95 Prozent der anfallenden Kosten. Die restlichen fünf Prozent muss die Hospiz Lebensweg gGmbH selbst erwirtschaften. Zum Beispiel durch Spenden, Charity-Veranstaltungen oder Mitgliedsbeiträge.

In Schleswig-Holstein gibt es bisher nur sechs stationäre Hospize. Das neue Oldesloer Hospiz mit Baukosten von rund 3,5 Millionen Euro wird unter anderem vom Land, der Sparkassenstiftung, aus EU-Mitteln und von einer Lotterie unterstützt. Finanziell abgesichert ist das Projekt durch diverse Sparkassen-Stiftungen.

Ein Hospiz bleibt dauerhaft ein Zuschussbetrieb

Gesellschafter der gGmbH sind die Lebensweg Stiftung (18 500 Euro), das Palliativnetz Travebogen (6500 Euro) und die Sparkassen-Sozialstiftung Stormarn (25000 Euro). Bereits im Dezember 2017 wurde die Sparkassen-Hospizstiftung Stormarn mit einem Kapital von einer Million Euro gegründet. Damit soll das Hospizwesen im Kreis Stormarn dauerhaft gefördert werden. Denn ein Hospiz bleibt ein Zuschussbetrieb. Der Kreis Stormarn hat ab 2017 bereits 15000 Euro jährlich dafür bereitgestellt.

Prominenter Schirmherr des Projektes ist Detlev Buck. Er war beim 1. Spatenstich dabei, während Sozialminister Heiner Garg in diesem Februar persönlich den Förderbescheid des Landes über 360 000 Euro an Geschäftsführerin Sabine Tiedtke überreichte mit dem Wunsch, dass in dem Haus viel gelacht werden möge.

Infos unterwww.lebensweg-stormarn.de

Siehe auch:

Richtfest für Oldesloer Hospiz:

Land fördert Hospiz

Grundstein für Hospiz gelegt

Erster Blick auf Hospiz-Baustelle

Detlev Buck beim Spatenstich

Hospiz-Neubau kostet 3,5 Millionen Euro

Von Susanna Fofana

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