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Stormarn „Paulis“ trauriges Schicksal: Erst Neubauwohnung, dann Tierheim
Lokales Stormarn „Paulis“ trauriges Schicksal: Erst Neubauwohnung, dann Tierheim
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10:00 31.03.2019
„Pauli“ hat schon eine Odyssee hinter sich. Für ihn wird jetzt ein angemessenes Zuhause gesucht. Quelle: Dorothea von Dahlen
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Großhansdorf/Rehhorst

Was „Pauli“ in seinem kurzen Leben bereits durchgemacht hat, lässt sich nur erahnen. Der eineinhalbjährige Rüde ist von Hand zu Hand gegangen, geriet nie in die Obhut von mit Menschen, die etwas von Tieren verstehen. Auch die Hamburgerin, die ihn zuletzt hielt, verschwendete wohl keinen Gedanken daran, ob ein Hütehund tatsächlich in die Großstadt passt und sie ihm die Lebensbedingungen bieten kann, unter denen sich diese Rasse wohlfühlt. Zu diesem Schluss jedenfalls sind die Mitarbeiter des Tierheims von Großhansdorf gelangt, die „Pauli“ vor zwei Wochen in ihre Obhut nahmen. Sie suchen jetzt dringend eine verantwortungsbewusste Person, die dem Rüden endlich ein passendes Zuhause geben können.

Hat sich die Halterin des Hundes einfach entledigt?

Die Umstände, unter denen „Pauli“ überhaupt nach Stormarn gelangte, hatten zunächst Rätsel aufgegeben. Ein Bauer hatte ihn am 19. März in der Nähe des Höltigbaums herumstreifen sehen. Da der Hund ohne Begleitung war, lud er ihn in sein Auto und brachte ihn zum Tierheim nach Großhansdorf. Tage vergingen, ohne dass jemand das Tier zu vermissen schien oder es einen Hinweis auf die Herkunft des Hundes gab. Das schien ungewöhnlich. Denn selbst wenn Besitzer den Verlust ihres Schützlings in einem anderen Tierheim melden, verbreitet sich diese Information auch in anderen Auffangstationen. Die Vermutung lag deshalb nahe, dass sich der Halter des Tiers einfach entledigen wollte.

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Microchip führte auf die Spur der Hamburgerin

Da war also detektivischer Spürsinn gefragt. „Ja, wir haben Sherlock Holmes spielen müssen. ,Pauli’ hat zum Glück einen Microchip am Ohr. So sind wir auf den Betreiber eines privaten Tierheims gekommen. Er hatte den Hund an die Hamburgerin abgegeben“, erzählt Julia Specht, Leiterin des Hundehauses in Großhansdorf. Von ihm erfuhr sie nicht nur, dass „Pauli“ als Welpe von Privatleuten aus Rumänien nach Deutschland gebracht wurde und eigentlich das Zeug zu einem Herdenschutzhund hat, sondern auch, dass die letzte Besitzerin ihn im dritten Stock einer Neubauwohnung in Hamburg als Zweithund gehalten hatte. „Es soll bei ihr vor der Abgabe sogar eine Kontrolle gegeben haben, eine Prüfung, ob der Hund es gut haben wird bei ihr. Rückblickend betrachtet haben aber alle versagt. Schlimm ist nur, dass es auf dem Rücken der Hunde ausgetragen wird“, sagt Julia Specht.

Das kann Tiertrainerin Elke Schwaiger aus Rehhorst nur bekräftigen. Da sie eng mit den örtlichen Tierheimen zusammenarbeitet, war es nur eine Frage der Zeit, dass auch sie von „Paulis“ Schicksal erfuhr. Und da klingelte es gleich bei ihr. Die Hamburgerin hatte sich nämlich Tage zuvor an sie gewandt, um Tipps im Umgang mit dem Hund zu bekommen. „Ich merkte gleich, dass sie überfordert war und habe ihr meine Hilfe angeboten. Aber dazu kam es dann ja nicht mehr“, erzählt die Rehhorsterin. Dass „Pauli’“ der Frau tatsächlich beim Gassi gehen ausgebüchst ist, glaubt sie nicht. „Sie hat gar nicht nach ihrem Hund gesucht, sondern ist nach Hause gegangen. Das würde doch ein richtiger Tierfreund nie machen. Erst nachdem sie als letzte Halterin identifiziert worden war, hat sie sich im Tierheim gemeldet. Das war vier Tage danach“, sagt Elke Schwaiger verärgert.

NOTFALL Dieser tolle Bursche, 1,5 Jahre alt, sucht ein neues Zuhause! Einzelplatz oder Hündin als Partner. Er ist nicht böse, aber auch nicht ganz einfach. Leider kam er in die falschen Hände und als er weglief, machte man sich nicht mal die Mühe ihn zu suchen. Die Vorbesitzer sind bekannt, aber da soll er keinesfalls mehr hin! Die Vorbesitzer wollen ihn loswerden. Die Zeit drängt!!!!!!! Nähere Auskunft gerne auf Anfrage.

Gepostet von Hundeauslauf Rehhorst am Mittwoch, 20. März 2019

„Es wird Zeit, dass ,Pauli’ seinen Wanderpokal jetzt abgibt und die Chance auf einen Neustart bei pflichtbewussten Menschen bekommt“, sagt Julia Specht. Sie hat sich in der Zwischenzeit intensiv mit dem Hütehund beschäftigt und weiß, dass in „Paulis“ Erziehung einiges korrigiert werden muss. Konsequentes Verhalten ihm gegenüber sei unabdingbar. Dem pflichtet Tiertrainerin Schwaiger bei. Nur wenn der Besitzer klare Verhältnisse schaffe, könne sich der Hund in die Rolle eines Begleiters begeben und ihm vertrauen. Fehle diese Sicherheit im Umgang, habe er stets das Gefühl, das Kommando selbst in die Hand nehmen zu müssen.

Wer „Pauli“ gern kennenlernen möchte und sich vorstellen könnte, ihn bei sich aufzunehmen, kann sich bei Julia Specht im Tierheim Großhansdorf anmelden unter der Rufnummer 041 02/641 11.

Dorothea von Dahlen

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