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Stormarn Hunderte Stormarner stimmen für Winterferien
Lokales Stormarn Hunderte Stormarner stimmen für Winterferien
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20:10 08.03.2018
Auf zum Flughafen und ab in den Urlaub? Mecklenburg-Vorpommern hat derzeit Winterferien. Quelle: Foto: Dpa
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Bargteheide

Bisher haben 5720 Menschen aus Schleswig-Holstein die Petition unterstützt, davon 779 aus Stormarn. Einer von ihnen ist der Bargteheider Rainer Wolf. „Ich habe zwei Kinder und beobachte schon eine Weile, dass die Zeit zwischen den Weihnachts- und den Osterferien sehr lang ist“, erklärt Wolf. „Mir geht es weniger um den Skiurlaub und mehr um eine gleichmäßige Verteilung der Ferien.“ Im ungünstigsten Fall lägen 14 Wochen zwischen den Ferien, das sei für die Kinder zu anstrengend. „Eine freie Woche dazwischen könnte den Schülern gut tun“, ist Wolf überzeugt, der gerade den Praxistest erlebt hat. „Bargteheide hat in diesem Jahr die beweglichen Ferientage im Februar zusammengelegt, so dass mit Wochenende fünf Tage frei waren. Das war für die Kinder eine gute Atempause. Wir sind nicht weggefahren, aber es war eine Pause von den schulischen Belastungen.“

„Winterferien für Schleswig-Holstein“ lautet eine Petition, mit der der Kieler Volker Barthel noch bis 15. März Unterschriften für eine Woche Winterferien Ende Februar oder Anfang März sammelt. Die Petition richtet sich an den Petitionsausschuss des Kieler Landtags.

Für ihn, so Wolf weiter, stehe die Entlastung der Kinder im Vordergrund, auch wenn das andere natürlich „attraktive Nebengeräusche“ seien. „Wer in den Skiurlaub möchte, kann mit schulpflichtigen Kindern sonst nur zu Silvester oder zu Ostern fahren.“ Dann sei es teuer und Ostern oft auch nicht mehr schneesicher. Bei Winterferien im Februar seien die Pisten außerdem nicht so voll. „Aber Hauptgrund ist für mich, dass die Kinder weniger Belastung hätten.“

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Was die Petition anstrebt, hat sich laut Bildungsministerium in Kiel nicht bewährt. „Es gab in der Vergangenheit immer wieder einmal Nachfragen zur Einführung von Frühjahrs-/Winterferien im Februar/März“, erklärt Thomas Schunck, Sprecher des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein. Daraufhin habe das Bildungsministerium im Jahr 2012 vom 13. bis17. Februar einen Modellversuch auf der Insel Sylt gestartet. „Der Versuch ergab quasi ein Patt: Die schulische Seite war eher für die Beibehaltung der damals geltenden Ferienregelung ohne Frühjahrs-/Winterferien, die Tourismusseite eher für eine Woche Frühjahrs-/Winterferien bei verkürzten Osterferien“, so Schunck.

Auch werde es schwer, laut Ferienregelung neue Ferien unterzubringen. „Bis auf das Schuljahr 2018/19 mit drei Wochen Herbstferien gibt es in den anderen Schuljahren immer nur zwei Wochen Herbstferien. Dort ein paar Tage abzuziehen ist kaum durchführbar.“ Bei der Berechnung der Ferien sei unter anderem zu bedenken, dass die Weihnachtsferien immer bis zum 6. Januar gehen und dass mindestens sechs Wochen Schulzeit zwischen den Ferien liegen müssen.

In Schleswig-Holstein gibt es dieses Jahr zweieinhalb Wochen Osterferien und drei Wochen Herbstferien. Grund sind mehrere Feiertage, die auf Werktage fallen und nicht als Ferientage gerechnet werden dürfen. Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland Pfalz und NRW sind die Bundesländer ohne Winterferien. Der Kreiselternbeirat Gymnasien in Stormarn will in zwei Wochen über die Petition beraten. „Dann werden wir erst eine Stellungnahme dazu abgeben können“, erklärt Sprecher Michael Schade.

Die Petition will eine Stellungnahme vom Landtag zum Thema erreichen. Weitere Informationen und Teilnahme unter www.openpetition.de/petition/online/winterferien-fuer-schleswig-holstein im Internet.

Von Bettina Albrod

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