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Stormarn Zarpen: Wer kippt seinen Müll einfach in die Natur?
Lokales Stormarn Zarpen: Wer kippt seinen Müll einfach in die Natur?
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16:48 10.07.2019
Wer kann Angaben über die Herkunft dieser Gegenstände machen? Auf einer Wiese zwischen Heidekamp und Zarpen wurden Gartenstühle, Dachpappen, Trampolin, Rasenmäher, Bürogegenstände und Spielzeug in der Natur entsorgt. Hinweise nimmt die Umweltpolizei Bad Oldesloe entgegen. Quelle: Privat
Zarpen

Spielzeug, Trampolin, Büroausstattung, Gartenstühle, alte Dachpappen, Rasenmäher und ein Grill – all das haben Unbekannte zwischen Heidekamp und Zarpen auf eine Wiese geschmissen. „Die Menge war außergewöhnlich. Es waren bestimmt zwei Kubikmeter, die mitten in der Natur illegal entsorgt wurden“, sagt Polizeioberkommissar Jens Jensen. Jäger hatten den Müllberg Anfang Juli auf einer Stilllegungsfläche der Gemeinde Zarpen entdeckt.

Verursacher war offenbar ortskundig

„Die Stelle, wo der Müll abgelegt wurde, ist so schwierig zu finden, das muss ein Ortskundiger gewesen sein“, vermutet Oberkommissar Jensen. Hinter dem Ortsausgang Heidekamp, etwa auf halber Strecke nach Zarpen, befindet sich auf der linken Seite hinter einem Knick eine Einfahrt auf eine Weide. Diesen Abzweig haben der oder die Täter genommen und sind anschließend über die Weide gefahren. „200 Meter abseits der Straße hat er seinen Müll dann auf der naturbelassenen Wiese abgeladen.“ Anschließend müsse der Unbekannte denselben Weg wieder zurückgefahren sein. „Es ist nämlich eine Sackgasse, man kommt auf der anderen Seite nicht wieder raus. Jemand, der das nicht kennt, würde da nie im Leben reinfahren“, ist sich der Experte aus dem Umweltschutztrupp der Bad Oldesloer Wache sicher.

Hohe Strafen für Umweltsünder

Die illegale Müllentsorgung kann eine Straftat verkörpern. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich um Müll handelt, der eine anhaltende Verschmutzung von Gewässer, Boden oder Luft bewirken kann – etwa, wenn ein alter Pkw im Wald statt auf dem Schrottplatz entsorgt wird. Aber auch die Entsorgung von Dachpappe, wie im Zarpener Fall, kann als Straftat gewertet werden. Täter können sich, zuzüglich einer Geldstrafe, einem Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren ausgesetzt sehen.

Ansonsten ist die rechtswidrige Müllentsorgung grundsätzlich eine Ordnungswidrigkeit, bei der empfindliche Geldbußen drohen. Zehn Euro werden in Schleswig-Holstein fällig, wenn man eine Zigarettenschachtel oder einen Pappbecher wegwirft. Wer große Mengen Müll im Wald oder auf der Wiese entsorgt, wird laut Bußgeldkatalog mit bis zu 1500 Euro zur Kasse gebeten.

Tatzeitraum Ende Juni?

Reifenspuren konnte die Polizei nicht entdecken. „Man kann den Tatzeitraum auch gar nicht festmachen. Die Jägerschaft kontrolliert ja nicht jeden Tag den Hochsitz, der in der Nähe ist“, sagt Jensen. Von der Straße sei der Müllberg zudem nicht erkennbar gewesen. „Manchmal hat man das, dass die Leute Altpapier wegwerfen, wo noch ein adressierter Briefumschlag dabei ist. Das war hier leider nicht der Fall. Es konnten keine Angaben zum Eigentümer ausfindig gemacht werden. Jörn Schmolke vom Hegering Reinfeld-Zarpen meint, dass der Müllberg nicht lange unentdeckt blieb. „Unsere Jäger sind jeden Tag in der Natur, die hätten das sonst längst gesehen. Ich schätze, das muss Ende Juni passiert sein. Vielleicht Sonntagabend, wenn alle vor dem Fernseher sitzen und ,Tatort’ gucken.“

Wem gehört das Trampolin?

Vage Rückschlüsse lassen sich aus den gefundenen Gegenständen ziehen. „Vielleicht erkennt jemand die Sachen“, sagt Jäger Schmolke. Trampolin, Spielzeug, Rasenmäher – war es vielleicht eine Familie mit Kindern und Garten? „Das Trampolin kann aber auch einer fitnessbegeisterten Frau gehört haben“, fügt der Polizeikommissar hinzu.

Umweltsünder gesucht! Auf einer Wiese zwischen Heidekamp und Zarpen wurde ein riesiger Haufen Sperrmüll entsorgt, darunter auch teerhaltige Dachpappe. Wer kann Angaben zu den Gegenständen machen?

Illegale Müllentsorgung – ein ständiges Problem

„Man fragt sich, was in den Leuten vorgeht. Wenn die sowieso alles aus dem Wagen ausladen müssen, wieso fahren sie nicht zum Recyclinghof?“ Bei dem Polizeihauptkommissar und seinen Kollegen rufen Umweltsünden wie diese Kopfschütteln und Unverständnis hervor. „Wir sind für das ganze Kreisgebiet zuständig. Von Barsbüttel bis Lübeck – illegale Müllentsorgungen kommen immer wieder vor.“ Mehrfach im Monat entdecken Jens Jensen und Kollegen wilden Müll, der irgendwo in der Landschaft entsorgt wird. „Dabei gibt es Stellen, die sehr beliebt sind. Zum Beispiel die Feldwege von Stapelfeld und Braak rund um die Verbrennungsanlage. Hier oben in Nordstormarn gibt es auch Orte, wo wir häufiger Abfall entdecken. “

Von Autoreifen bis Waschmaschinen

Kühlschränke, Waschmaschinen, Zeitschriften, Hausmüll, Möbel – einfach alles werde rücksichtslos in die Natur gekippt. Sehr oft seien auch Gartenabfälle dabei und massenhaft Autoreifen. Über die Gründe könne man nur spekulieren. „Vielleicht haben die Leute Angst, dass sie beim Recyclinghof etwas bezahlen müssen. Oder sie haben einfach keine Lust, Müll zu trennen.“

Gemeinde hat Entsorgung bezahlt

Die massive Verunreinigung auf der Naturwiese zwischen Zarpen und Heidekamp wurde inzwischen von den Jägern beseitigt. Nach Rücksprache mit dem Bürgermeister von Zarpen, Wolf-Friedrich Schöning, hat die Gemeinde die anfallenden Entsorgungskosten vorerst übernommen, bis der Verursacher ermittelt wird.

Polizei bittet um Hinweise

Auch wenn Angaben auf den oder die Täter dürftig sind, die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer hat den möglichen Verursacher im besagten Gebiet in den vergangenen Wochen beobachtet? Wer erkennt die Gegenstände auf den Fotos wieder? Den Umweltschutztrupp der Polizei Bad Oldesloe erreichen Sie unter folgender Telefonnummer: 04531/501 543 oder 501 542.

Britta Matzen

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