Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Im Amt Nordstormarn ist jeden Freitag Wahltag
Lokales Stormarn Im Amt Nordstormarn ist jeden Freitag Wahltag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 14.04.2018
Amtsdirektor Stefan Wulf und Thomas Schreiber, Mitarbeiter im Ordnungsamt von Nordstormarn, haben die Wahlurne bereits aufgestellt. Denn im Amt Nordstormarn können Briefwähler bereits jetzt ihre Kreuzchen machen. Quelle: Foto: Britta Matzen
Anzeige
Reinfeld

„Bei uns geht es mit der Organisation los, sobald der Termin für die Wahl steht“, sagt Thomas Schreiber, der eines der vielen Allroundtalente im Amt Nordstormarn ist. Erste Amtshandlung sei das Blockieren der Gemeinschaftshäuser in den Gemeinden. „Nicht, dass die anderweitig für eine Konfirmation oder Ähnliches vergeben sind.“

Normalerweise ist Schreiber im Ordnungsamt tätig und kümmert sich um Feuerwehren und Verkehrsangelegenheiten. Doch seit 2002 managt er nebenbei die Wahlen, die in Nordstormarn anstehen. „Herr Schreiber erstellt einen Zeitplan und weiß genau, wann was zu machen ist“, sagt Amtsdirektor Stefan Wulf. Darüber ist auch Schreibers Chef sehr froh.

Anzeige

Jeden Freitag ist Wahl-Konferenz

Eigens ein Arbeitskreis wurde im Amt für die Kommunalwahl gebildet. „Seit Dezember treffen wir uns zu viert jeden Freitag und besprechen alles Wichtige rund um die Wahl. In der ersten Phase ging es um die Wahlvorschläge, dass das alles ordnungsgemäß abgewickelt wird und die Kandidaten bekannt gemacht werden können“, so Wulf. Nachdem der Gemeindewahlausschuss getagt habe und keine Widersprüche gekommen seien, gehe es in die nächste Phase des Operativen – also das Vorbereiten der Wahlhandlungen. Das sei richtig viel Arbeit. „Langeweile kommt im Moment jedenfalls nicht auf“, sagt Schreiber. Allein die Stimmzettel zu erstellen, berge schon Tücken. „Bei den Kommunalwahlen haben wir abhängig von der Größe der Gemeinde zwischen fünf und sieben Stimmen, die ein Wähler abgeben kann“, so Schreiber. Deshalb seien die Stimmzettel für die Gemeinden zwar alle gleich breit, aber unterschiedlich lang. Auch die Wahlhelfer hätten am Wahlsonntag nach 18 Uhr viel zu tun, die Stimmen alle auszuzählen. „Wir teilen deshalb die großen Gemeinden. Statt zwölf Wahllokale wie bei den Bundestagswahlen sind es jetzt 18 Wahllokale für die zwölf Gemeinden im Amt Nordstormarn.“ Alle Wahllokale zu besetzen, sei die nächste große Herausforderung. „Minimum müssen es fünf Personen sein. Wir versuchen aber, jedes Wahllokal mit neun Leuten zu besetzen, damit die sich im Dreier-Rhythmus abwechseln können.“ Bei Kommunalwahlen sei es aber ohnehin schwierig, die Wahllokale zu besetzen. „Wir dürfen ja nicht diejenigen berufen, die im Gemeinderat sitzen oder auf dem Stimmzettel stehen. Und das sind in aller Regel die Menschen, die sich gerne ehrenamtlich zur Verfügung stellen“, so der Amtsmitarbeiter. Hinzu komme, dass der Termin am 6. Mai sehr unglücklich liege. „Das ist ganz schwierig. Da sind jede Menge Konfirmationen und Silberhochzeiten. Und all diejenigen, die keine schulpflichtigen Kinder haben, sind jetzt schon im Urlaub. Wir haben diesmal erhebliche Probleme, die Wahllokale zu besetzen.“ Das Amt hätte zwar alle Wahlhelfer berufen, aber sie bekämen immer noch jede Menge Absagen. „Die Durchführung der Wahl ist nicht gefährdet, es ist nur aufwändig, die Leute zusammen zu bekommen.“ Neben der Organisation der Wahlhelfer kümmern sich die Mitarbeiter des Amtes um die nötigen Unterlagen für die Wahllokale. 9084 Wahlberechtigte gibt es in Stormarn. Die Jüngsten sind 16 Jahre alt, die Älteste 91. Zumindest mussten die Mitarbeiter des Amtes nicht jedem einzelnen Bürger eine Wahlbenachrichtigung zusenden. Das hat eine externe Firma übernommen. „Aber wir hatten die Vorbereitungen. Wir haben die Wählerverzeichnisse erstellt“, so Schreiber.

Anteil der Briefwähler nimmt ständig zu

„Der Job von Herrn Schreiber ist zurzeit der Anstrengendste“, sagt Amtsleiter Wulf. Schon deshalb, weil der Anteil der Briefwähler immer mehr zunehme. „Bei den letzten Wahlen 2017 lagen wir bei bummelig bei 13 Prozent. Es zeichnet sich ab, dass es diesmal wieder so eine Größenordnung wird“, vermutet Schreiber. Manche Bürger kämen zwar direkt ins Amt, um dort ihre Stimme abzugeben oder sich die Unterlagen abzuholen. Aber drei von fünf Briefwählern würden sich die Unterlagen per Post zusenden lassen. Diese muss Thomas Schreiber alle persönlich eintüten, dann werden sie frankiert und abgeschickt. „Das ist auch teuer. 12000 Euro kostet die Kommunalwahl das Amt Norstormarn.“ Personalkosten des Amtes tauchen darin nicht auf. Amtsdirektor Stefan Wulf: „Die Kosten für den Postversand sind enthalten, geschätzt 5000 Euro. Hinzu kommt das Material, die Stimmzettel, die Vergütung für die Wahlhelfer und -vorstände, die 30 beziehungsweise 40 Euro bekommen.“

Am Freitagabend vor der Wahl führt das Amt für die Wahlvorstände noch eine Schulung durch, in der erklärt wird, wie das Auszählen funktioniert oder woran man erkennt, wann ein Stimmzettel ungültig ist. Am Wahlsonntag sind die Mitarbeiter des Amtes Nordstormarn auch im Einsatz. Tagsüber als Backup für die Gemeinden, falls Fragen oder Probleme auftauchen. Abends nach Schließung der Wahllokale laufen dann im Amt die Ergebnisse ein. „Bis Mitternacht werden wir dann bestimmt beschäftigt sein“, so Stefan Wulf.

Amt Nordstormarn

Zwölf Gemeinden gehören zum Amt Nordstormarn. Diese sind: Badendorf, Barnitz, Feldhorst, Hamberge, Heidekamp, Heilshoop, Klein Wesenberg, Mönkhagen, Rehhorst, Wesenberg, Westerau und Zarpen.

10817 Einwohner leben in Nordstormarn (Stand 30.12.2016).

Amtsdirektor ist Stefan Wulf. Amtsvorsteher ist Paul Friedrich Beeck.

Sitz der Amtsverwaltung ist in Reinfeld, Am Schiefen Kamp 10.

Der Amtsausschuss besteht aus 15 Mitgliedern, das sind die Bürgermeister der amtsangehörigen Gemeinden. Gemeinden mit mehr als 1000 Einwohnern entsenden ein weiteres Mitglied.

Britta Matzen

14.04.2018
14.04.2018
14.04.2018
Anzeige