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Stormarn Im Reich der Riesenechsen, Ritter und Roboter
Lokales Stormarn Im Reich der Riesenechsen, Ritter und Roboter
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19:27 26.03.2018
Willkommen auf der Burg: Diese Gruppe aus der Grundschule West beschäftigte sich intensiv mit dem Leben im Mittelalter.
Willkommen auf der Burg: Diese Gruppe aus der Grundschule West beschäftigte sich intensiv mit dem Leben im Mittelalter. Quelle: von Dahlen
Bad Oldesloe

„Die beiden tragen gerade einen Säbelzahntiger ins Zelt“, sagt Maria und deutet auf zwei rauschebärtige Figuren, die sie gemeinsam mit Helina, Johanna, Mara, Bente (alle 10) und Diana (9) gebastelt hat. Die Puppen sollen Steinzeitmänner nach der Jagd darstellen. Das tote Raubtier, das sie gerade erlegt haben, tragen sie an Vorder- und Hinterläufen zusammengebunden heim. „Zu Hause wartet schon die Frau mit ihrem Kind“, erklärt Helina. Und in der Tat, in einem aus Schuhkarton gefertigten Verschlag hockt eine weitere Figur. Eine Schale mit getrockneten Blättern symbolisiert den Kessel mit brodelnder Kräutersuppe.

Wie die sechs Mädchen hatten sich in der zurückliegenden Woche auch weitere Projektgruppen gebildet, um sich auf große Zeitreise zu begeben. Sie beschäftigten sich mit Dinosauriern, Indianern oder dem Mittelalter. So entstanden auch virtuos gestaltete Burgen mit vielen Türmchen, Treppchen und Zinnen aus Pappe, gut bewacht von kleinen Rittern aus dem Playmobil-Sortiment. Sogar die gefürchteten Pechnasen, aus denen feindliche Angreifer im Mittelalter mit der heißen schwarzen Masse übergossen und somit abgewehrt wurden, vergaßen die Schüler nicht, in die Burgmauern einzubauen.

Ein paar Türen weiter bereiteten sich wiederum Prinzessinnen im rosa Tutu, Froschkönige, Rotkäppchen und andere Märchengestalten auf die große Abschlussfeier der Projektwoche vor. Als süße Mitbringsel und Souvenirs für die Familie zu Hause bastelten sie zuvor schon kleine Hexenhäuschen aus Keksen.

Klicken Sie hier, um mehr Bilder von der Projektwoche unter dem Motto "Zeitreise" zu sehen. 

Einen Riesen-Zeitsprung in die nähere und fernere Zukunft haben wiederum die älteren Grundschüler unternommen. Ihre Kreationen sind im Foyer der Schule aufgebaut und ziehen immer wieder die Blicke von Mitschülern und Lehrer auf sich. Besonders beeindruckend der ein wenig starr blickende Roboter mit wunderbar gerader Zahnleiste, der dem Menschen im Alltag zur Hand gehen und seine Pflichten ganz selbstständig und ohne Murren übernehmen soll. Zu jedem der silbern glänzenden Automaten, die einen Rundum-Service vom Fensterputzen über Müllsammeln bis hin zum Staubsaugen oder Kartoffelschälen versprechen, gibt es freilich eine Bedienungsanleitung und für den Ernstfall einen Not-Knopf zum Abschalten. Sogar an eine Baby-Fütter-Maschine für gestresste Mütter haben die Schüler gedacht.

„Uns kam es darauf an, dass klassenübergreifend gearbeitet wurde, um den Teamgeist zu fördern. Die Kinder haben begeistert mitgemacht“, resümiert Lehrerin Dagmar Hentschel, in deren Händen das Konzept der Projektwoche lag. Jeweils die ersten und zweiten sowie dritten und vierten Klassen hätten Gruppen gebildet und sich mit dem jeweiligen Zeitalter beschäftigt. Im Großen und Ganzen sei es darauf angekommen, dass die Kinder ihre Kreativität ausleben konnten.

„Eine Woche lang wurde viel gebastelt und gebaut. Die Steinzeitgruppe hat Kultfiguren getöpfert und Höhlenmalereien in Schieferplatten geritzt. So haben alle Kinder auch ein kleines Erinnerungsstück von der Projektwoche, das sie mit nach Hause können“, sagt Dagmar Hentschel.

 Von Dorothea von Dahlen