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Stormarn Immer freitags: Die gute Seele im Oldesloer Tierheim
Lokales Stormarn Immer freitags: Die gute Seele im Oldesloer Tierheim
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22:55 24.05.2018
Die ehrenamtliche Helferin Elke Mathias (75) mit Kater „Tima“ im Oldesloer Tierheim.
Die ehrenamtliche Helferin Elke Mathias (75) mit Kater „Tima“ im Oldesloer Tierheim. Quelle: Foto: Von Dahlen
Bad Oldesloe

Lehrerin oder Tierärztin – das waren die beiden Berufe, die Elke Mathias gerne ausgeübt hätte. Nach ihrem Abitur musste sie sich entscheiden, doch letztlich wurde auch ihr zweiter Wunsch jetzt irgendwie wahr. „Mein ganzes Leben habe ich mit Kindern zu tun gehabt. Nach meiner Pensionierung waren dann die Tiere dran“, erzählt die 75-Jährige. Beim Oldesloer Tierheim anzuklopfen und ihre Hilfe anzubieten, damit hatte sie schon lange geliebäugelt. Nach einem halben Jahr im Ruhestand gab sie sich dann einen Ruck. An einer Futterspendenbox im Supermarkt las sie, dass das Tierheim dringend personelle Unterstützung suchte. Einen Anruf später gehörte sie zum Team. Seit nunmehr neuneinhalb Jahren kümmert sie sich regelmäßig freitags um das Wohl von Katzen, Hunden, Meerschweinchen, Vögeln und andere Schützlinge, die dort zur Vermittlung abgegeben wurden. Und das besteht nicht nur im Bespielen und Beschmusen der Tiere. Käfige reinigen, Katzenklos säubern, Ausläufe putzen, füttern – all das gehört zu den Aufgaben, die eine Helferin im Tierheim zu erledigen hat.

„Ich mache das sehr gern hier und freie mich, wenn es den Tieren gut geht, Man merkt allen Mitarbeitern an, dass sie mit dem Herzen dabei sind. Deshalb fühle ich mich hier auch so wohl“, sagt die Oldesloerin.

Als sie ganz neu im Team war, platzte die Unterkunft am Anna-Heitmann-Weg aus allen Nähten. „Heute ist das gar nicht mehr vorstellbar, wie viele Katzen wir damals hatten“, erinnert sich Elke Mathias.

Erst viel später seien auch in Bad Oldesloe Aktionen zur Katzenkastration gestartet worden. Zuvor hätten sich von zu Hause ausgebüchste und streunende Tiere ungehindert vermehren können.

Dementsprechend voll sei es im Katzenhaus gewesen. Inzwischen zeige die Aktion eine deutliche Wirkung. Die Anzahl der abgegebenen Katzen sei um ein Vielfaches zurück gegangen. Über viele Jahre hat Elke Mathias die Entwicklung des Tierheims miterlebt. Nur zu gut kann sie sich noch an den großen Wasserschaden erinnern, der sich dort vor vier Jahren ereignete. Wände, Fußböden – alles war damals nass, sämtliches Zubehör aufgeweicht und anschließend nicht mehr zu gebrauchen.

Damals mussten quasi über Nacht viele der Bewohner ausquartiert werden. Sie selbst nahm „Conny“ mit, eine kleine Katze, die als ziemliches Biest verschrien war. Da zahlte sich ihre Erfahrung mit Vierbeinern aus. „Ich habe sie erstmal im Gästezimmer in Quarantäne einquartiert und sie völlig in Ruhe gelassen. Es dauerte nicht lange, da kam die Kleine zu mir an und wurde eine richtige Schmusekatze. Da wusste ich, jetzt muss ich sie behalten“, erzählt Elke Mathis. Die Aufräum- und Sanierungsarbeiten dauerten übrigens sehr lange. Bis das Tierheim wieder „trockengelegt“ und sich der Arbeitsalltag wieder normalisiert hatte, war ein halbes Jahr vergangen.

Mit ihrer freundlichen, geduldigen Art hat die Ehrenamtlerin schon manch verhaltensgestörte Kreatur wieder in einen verträglichen Zeitgenossen verwandelt. Dass sie selbst Tiere hält, versteht sich wie von selbst. „Mit einem Hund und einer Katze habe ich angefangen. Als ihre Mutter zu ihr zog, kam ein weitere Hund dazu und später noch ,Conny’“, sagt die Tierfreundin lächelnd.

Die Wohngemeinschaft ist unzertrennbar. Auch in den Urlaub nimmt Elke Mathias all ihre Vierbeiner mit. „Das klappt ohne Probleme“, sagt sie. Ziel ist stets ein gemütliches Ferienhaus in Dänemark, dessen Vermieter den Tieren sehr zugetan ist.

 Von Dorothea von Dahlen